Red Ant Records Cover

Das erste Mal mit Vinyl (Ein Einführungsroman)

Schwarz hat ja generell etwas dunkelromantisches, manchmal etwas esoterisch oder gar satanistisches. Daher der Titel, ein Einführungsroman – frei angelegt an die Titelgebung eines bekannten Autors. Nun gut, genug der Ausflüge.

Aufgewachsen bin ich noch mit Vinyl – vollkommen klar. Meine erste Platte an die ich mich erinnern kann war eine Otto Platte auf einem alten Dual Plattenspieler mit integriertem Verstärker an den man direkt die Boxen anschließen konnte. Platte Nummer zwei war eine Single (wo ist denn der Stern schon wieder hin?) von Kiss.  Den richtigen Mehrkanal Effekt konnte man dann erreichen wenn man zeitgleich eine Aufnahme auf Kassette in dem portablen Rekorder startete und den in die andere Ecke des Zimmers stellte. Die Phasengleichheit wurde durch ein ausgleichendes Drehen an der Spindel des Plattentellers hergestellt. Ganz einfach.

Vermutlich war das damals der Beginn meiner Leidenschaft Musik zusammenzusetzen. Gut. Diese Leidenschaft legte sich dann erst einmal viele viele Jahre schlafen. Nun besitze ich wieder einen Plattenspieler (einen AT LP 120 USB) – dazu später aber mal irgendwann mehr und so ein paar wenige Vinyl Scheiben.

Irgendwie hatten die ersten Stunden Vinyl etwas ganz besonderes. Man kann beim Hören von Vinyl nicht viel anderes machen,  man muss in der Nähe bleiben um ggf. die Platte umzudrehen – insbesondere wenn es mal wieder eine recht kurze “Maxi” ist, die auf 45 tourt. Ergo – hinsetzen und lauschen. Das ist schon etwas anderes als einen Stream aus dem Internet anzuschalten, der sich erst beim nächtlichen Reconnect der Internet Leitung eine kurze Pause gönnt.

Irgendwie hat also Vinyl etwas und verlangt mehr Teilnahme. Wir erweisen also dem Künstler eine Ehre und schenken ihm Zeit. Gut – das ist nun recht romantisch gefaselt und gut.

Wieder ein paar Monate später stapeln sich einen Haufen Dinge aus dem DJ Sektor bei mir herum – Mischpult und diverse Midi Controller – bevor jemand fragt, ich schenkte Native Instruments mein Vertrauen. Ob ich das noch einmal tun würde, weiß ich nun auch nicht. Dazu aber irgendwann einmal mehr. Mit dem einen Plattenspieler kam mir nun eine wundervolle Idee für ein kleines Projekt. Die Idee des Hybrid Sets wurde geboren – ein Mixtape bestehend aus Vinyl und MP3 Files aus dem Controller sollte es sein. Nun, warum nicht.

Dummerweise passt das hinten und vorne nicht zusammen! Die Platten sind ja teilweise mehr als 20 Jahre alt. Damals wurde ganz anders gemastert als heute. Das was wir heute als Bass kennen war damals quasi nicht vorhanden – die Höhen waren vollkommen anders betont – und vielleicht, hat Vinyl noch einen eigenen Sound. Apropos Sound – zu Hause bin ich im Tech House, Future House, Electro House – und im Techno.

Kurzum – die Kombination funktioniert nicht. So entstand dann die Idee diverse Platten nachzukaufen (gemacht!) und den Audio Techniker meinem Vater zu schenken und selber auf 2x Technics 1200MK3 zu kaufen. Dann kam Corona – und dann kam noch mehr – kurzum, das Geld ist nicht da.

Dennoch wollte ich mein Projekt nicht komplett aus den Augen verlieren und nahm mir vor die “Mixtapes” – eher Mixfiles, die Platten zusammenzustellen – die entsprechenden Teile zu digitalisieren und sie dann mittels wie immer in Traktor live zusammen zu mischen.

180 Vinyls warten auf digitale Behandlung und ich war voller Tatendrang. Ich blätterte durch die Platten, die ich alle noch nicht kenne(!) und griff mir eine heraus wo mir das Cover gefiel. Oh! WOW! Öhm, ziemlich gut und ziemlich einzigartig! Ein kurzer Blick – auf das Plattencover – der Künstler war mir gänzlich unbekannt. Ein Blick auf die Prägung der Platte, eine Suche bei Discogs ergab dann: Die Platte gibt es zwar, eine Version auf CD oder als MP3 Release wurde nie erfasst. Einige Stunden der Nachsuche brachte dann auch keine neuen Erkenntnisse. Diesen Track gibt es nur auf Vinyl. Weder Spotify kennt ihr, Tidal kennt ihn nicht, kein iTunes und kein Deezer – spannend.

Davon handelt nun die neue Rubrik dieses Blogs – von Vinyl und den Geschichten drum herum. Es geht um Digitalisieren von Vinyl, um Software Tools und Hardware Geräte zum Digitalisieren und es geht um Platten und Releases in der Vinyl Test Sektion.

Oben seht ihr einen Link für die Vinyl Sektion – da soll noch was entstehen, mehr dazu aber später.

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2 Kommentare zu „Das erste Mal mit Vinyl (Ein Einführungsroman)“

  1. Da bin Ich gespannt. Meine ganzen Platten besitze ich auch noch. Wenig spezielles, aber ein paar Alben gibt es digital (CD oder Datei) auch nicht. Meine ganzen CDs hab ich zu Dateien gewandelt. Ich möchte nämlich auch weiterhin meine Musik besitzen. Und bis heute kaufe ich Musikdateien. Es warten also noch einige Platten und Kassetten auf ihre Digitalisierung. Meine drei Plattenspieler habe ich schon aufgefrischt, ein Phono-Line/USB-Wandler zum Anhören am AV-Receiver ist auch da. Was fehlt ist das komfortable Digitalisieren.

    1. Oh, dem kann Abhilfe geschaffen werden – aber gut, dass du das so erwähnst. Es gibt heute sowohl reine Plattenspieler mit USB Interface in allen Preisregionen als auch Phono Vorverstärker, die so etwas können. Wenn du auf dem Mac zu Hause bist, geht das alles recht schnell. Gut, relativ, da ist noch eine Menge Handarbeit dabei und letztlich – nach soviel “Liebe”, hörst du die Musik in der digitalen Version und hängst dir die Vinyl Scheibe mit Klappcover an die Wand :)

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