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Der Eintopf ist wieder auf der Strasse

…und macht Spaß. Und wie! Langsam, hier kommt ja keiner mehr mit. Meine erstes Motorrad (und eine große Liebe) war und ist eine Honda Dominator NX 650. Es ist ein einzylindriges Geländemotorrad mit 650 ccm, der Volksmund stempelt diesen Fahrzeugtyp mit dem Namen Dampfhammer ab. Bei nüchterner Betrachtung stimmt das auch, das einzige was dieses Motorrad wirklich besonders gut kann ist beschleunigen und zwar zwischen 3000 und 5000 Umdrehungen pro Minute. Darunter reisst der Einzylinder lustlos an der Kette herum und quält den Kettensatz. Bei deutlich höheren Drehzahlen kommt dann auch nicht mehr besonders viel und man sucht schnell den nächst höheren Gang.

Eines dieser wundervollen Exemplare stand bei mir im Keller herum. Der TÜV war leicht abgelaufen (*hüstel*) und anspringen wollte sie auch nicht mehr. Wenigstens war die Batterie ausgebaut und wurde regelmässig geladen. Im Rahmen eines kurzen Urlaubs ging ich also mit schlechtem Gewissen in den Keller, baute die Batterie wieder ein und schraubte den Fernlichtschalter (siehe Artikel) an seinen Platz. Endloses Georgel des Anlassers sollte folgen, Fehlzündungen weckten das halbe Haus auf. Ja, ja – vorher leerfahren – ich weiss. Leider hatte ich vor einem Jahr keine Vorstellungen wie lange die Domi stehen würde, nun gut, das nächste Mal.

Endlich, *puff* *puff* *puff*, der Einzylinder singt sein Lied. Langsam taste ich mich aus der Garage heraus und fahre auf direktem Wege zur DEKRA Prüfstelle. Durchaus nervös, wer weiss wer mir so auf das Kennzeichen schaut,….

Der Prüfer erfreut sich am schönen Motorrad, dreht die Prüfrunde, misst alles durch und erteilt die Plakette ohne jegliche Mängel. Yay! Nun darf der Einzylinder auch in der freien Wildbahn wieder fahren. Eine ausgiebige Probefahrt aka Werkstattfahrt sollte sich anschliessen. Nach rund 140 Kilometer war ich mir sicher: Alles ok. Der nächste Tag brachte die Domi und mich ins Ebersberger Land, auch so 100irgendwas Kilometer. Ich weiss auch nicht wie es genau passierte, nach 500 gefahrenen Testkilometern kann ich sagen: Jopp, geht.

weitere 500km werden folgen…

Im Grunde genommen bleibt eins festzustellen: PistonPin schlug damals statt der von mir angepeilten Honda FMX das Original, also die Dominator, vor. Eine damalige Arbeitskollegin fand den Einzylinder viel sinnvoller als einen Tourer, da man nicht solange fahren müsste bis das Grinsen wiederkommt. Das mit dem Grinsen stimmt, das mit dem zu lange fahren auch, das Grinsen bleibt zwar – allerdings vibriert einem der Einzylinder die Gedanken aus dem Kopf und die Füllungen und langsamer ist es auch. Egal, für meine Ausflüge rund um München und Deutschland reicht es. In dem Zug der HU/AU Neuabnahme werde ich nun das Blog auch ein bisschen dominatorisieren.

…a potentially broken Holga,… (Teaser)

was the least of my concerns.

Mit diesem Zitat und der Motivation endlich wieder s/w zu fotografieren, machte ich mich auf den Weg, um das Pfingstwochenende auf dem Motorrad zu verbringen. Alles Digitale musste zu Hause blieben, es sollte alles Fotografische ausschließlich auf Film landen. Als Fotoapparat hatte ich mir dafür eine Holga ausgesucht.

Mittlerweile ist Pfingsten vorbei – die ersten Filme sind entwickelt und, ja ich weiß, Holga typisch gibt es dort eine Lernkurve. Irgendwas ging irgendwo schief – dazu aber später deutlich mehr. Dieser Artikel soll lediglich ein kurzer Teaser sein. Stay tuned, more to follow.

Hier sind mal zwei Beispiel Bilder aus der Serie (grob gepixelt – mit Moire Effekt vom Fotografieren des Negativs, die Kontakte folgen):

Manchmal,…bekommt man etwas geschenkt…

Manchmal bekommt man etwas geschenkt wenn man es nicht erwartet. Vielleicht sind das die schönen Momente des Lebens, die man erst dann geniessen kann, wenn man mittendrin steht. Es sind eben die Momente, die nicht planbar sind, auf die man sich nicht einstellen kann.

Wenn man einfach mal die kleine Seitenstraße nimmt, an der man sonst immer vorbeifährt, weil sie in der Kurve liegt, kurz vor dem Ortseingang wo man herunterschaltet und sich aufrichtet. Genau diese kleinen Straßen sollte man dann nehmen, wenn man nichts im Kopf hat, was man gerne erleben möchte.

Wenn man loslassen kann, dann kann es auch einmal schön werden – einfach so.

Danke VFR.

Und danke an ein bisschen komische Musik, die sagte: „Fahr mal los.“

Just like a dream,…

Manchmal fängt ein Tag nicht gut an, er geht doof weiter und er wird irgendwie nicht besser. Irgendwann gegen 16.30 Uhr wenn es sich abzeichnet, dass es gar nicht mehr besser werden kann, verlässt man dann genervt die Arbeitsstelle und geht nach Hause. Nach Hause, weil man weiss dass dort jemand auf einen wartet. Verschlafenes Blinzeln des Doppelscheinwerfers, glänzende Rundungen, schwarzes Gummi und die beruhigende Anzeige des Prooilers lachen einen an.

Schlüssel umdrehen, sanftes V4 Grollen, ein kurzes Fauchen und das Klack beim Einlegen des ersten Gangs auf das wir Motorradfahrer so sehnsüchtig warten. Kupplung kommen lassen, sie nimmt Fahrt auf, stabilisiert sich. Es geht über kleinere Straßen zur Autobahn, vorsichtiges Einlenken in den Kurven – noch könnte dort Rollsplit liegen.

Ankuscheln an den Tank, Schräglage – endlich. Im Kopf summe ich „Just like heaven“ von The Cure und freue mich, schliesse meinen Frieden mit diesem Tag.

Danke #VFR.

Salzkammergut, hin und zurück

Einmal München – Salzkammergut und zurück. Ein einfaches Thema und doch mit soviel Spaß besetzt. Am Samstag ging es morgens früh los. Meine Mutter besuchte das schöne Salzkammergut und ich wollte sie besuchen. Was lag bei bestem Wetter näher als auf die Honda VFR zu steigen und auf einen Kaffee bei ihr vorbeizufahren?

Pünktlich ging es um kurz vor 9 nach einer großen Tasse Frühstück hier in München los. Der Weg sollte mich auf der Autobahn bis nach Österreich führen. Auch wenn das Autobahnfahren zu den weniger beliebten Dingen des Motorradfahrers gehört, lässt es sich auf der VFR ganz gut aushalten. Sie hat genügend PS und ist mehr als ausreichend motorisiert. Dank ihres hohen Gewichts, liegt sie ganz solide auf der Strasse und obendrein nimmt die Verkleidung den Schrecken des Wetters ein wenig. Also, ab auf die Bahn und mit gemütlichen 130 km/h nach Süden. Irgendwann in Holzkirchen traf ich dann auf eine Gruppe von anderen Motorradfahrern und zusammen zogen wir dann gemütlich bummelnd dahin. Die Gruppe fuhr in Freilassing ihre eigenen Wege, ich hatte ein Pickerl (neudeutsch: Vignette) und fuhr die verbleibenden Kilometer noch auf der Autobahn.

Dann hieß es für mich aber auch bald runter von der Autobahn und willkommen im unglaublichen Salzkammergut. Jenes zeigte sich von der allerbesten Seite: Sonne, tiefblauer Himmel und vollkommen klare Luft. Die Straßen nach Bad Ischl sind perfekt ausgebaut und die VFR zieht ihre Bahn. Kurve links, rechts, rechts, geradeaus – es gleitet dahin. Unglaublich schön. Nach einer weiteren Stunde Fahrt war ich dann am Zielort – glücklich, ein bisschen verschwitzt und in einer Vorfreude, dass es irgendwann zurückgehen würde.

Den Tag haben wir im Salzkammergut verchillt und sind ein wenig mit der Dose (allerdings oben offen) durch die Gegend gefahren. Gmunden, am Traunsee, war das Ziel zum Mittagessen. Direkt an der Esplanade haben wir ein leckeres Essen bekommen, serviert vor grandioser Kulisse. Der Traunsee ist schön, tiefblau, beinahe kitschig und strahlt Dynamik aus. Im Gegensatz dazu stehen im Hintergrund die Berge, ebenfalls tiefblau und geben dem ganzen Ruhe. Alles blau in blau – ja, einmalig schön. Den Kaffee zum Essen gab es in Bad Ischl. Eine Stadt, die in jeder Jahreszeit etwas zu bieten hat. Ischl bietet Kaiserzeit, wunderschöne Cafes und kann mit dem Zauner Verführung pur bieten. Geniessen, chillen und einen Eiskaffee schlürfen…

Gegen Abend sollte es nach Deutschland gehen. Die ersten Kilometer durch das Salzkammergut in friedlicher Abendstimmung waren die Fortsetzung des Chillens, wenn….. wenn da nicht diese schwarzen Wände gewesen wären. Die Sonne stand derart tief, dass man über große Strecken direkt in sie hineinblickte und kaum etwas sehen konnte. Als Ausgleich dazu kamen dann lange Schattenpassagen, die einem vom gleissenden Licht in eine schwarze Wand fahren liessen. Als Motorradfahrer: unheimlich. Ich suchte mir eine vernünftig fahrende Dose, hielt ausreichend großen Abstand und hängte mich hintendran. So liess sich wenigstens ein guter Teil der Ruhe bewahren, den „Wandsucher“ konnte ich damit wem anders überlassen.
Note to myself: der nächste Helm bekommt ein Sonnenvisier, herunterklappbar.

Irgendwann hatte mich dann die Autobahn wieder. In langen Schlangen ging es mit 100.000 anderen Menschen in Richtung München zurück. Nicht schön, vermutlich nicht vermeidbar. Ein kurzer Stopp am Chiemsee brachte ein bisschen Erholung für die gestressten Hände. Wer mit der VFR nicht über 80 km/h fahren kann, muss eben das Gewicht des Oberkörpers mit den Händen an den Stummellenkern halten. Dummerweise funktionieren auch die Kühler erst ab 80 km/h vernünftig. Vorher wird sie einfach nur wärmer und wärmer bis der Lüfter einsetzt. Das ist zwar nicht weiter schlimm, sorgt aber dafür, dass auch dem Fahrer nicht wirklich kalt werden kann. Unglücklicherweise gibt es dafür keinen Regler wie bei der Griffheizung.

Nach vielen Staukilometern näherte sich die Abfahrt Holzkirchen. Dort war mein Akku dann wirklich leer – raus! Kaffee trinken, Wasser hinterher und etwas essen. Bei heissen Temperaturen mit dem Motorrad längere Strecken zu fahren ist eine komplett andere Liga als mit dem Auto zu fahren wenn es nur ein bisschen „warm“ ist. Mit teilgefülltem Akku ging es dann auf die letzten 50 Kilometer. Spätestens mit der letzten Abzweigung waren dann die letzten Autos verschwunden. Gaaaas!
Note to myself: Kaufe dir mal eine anständige Lederkombi!
Wunsch: Arlen Ness Multiplex.

Auch wenn die Rukka Textilkombi gut sitzt und klimatechnisch wirklich toll ist – bei höheren Geschwindigkeiten, die die VFR im Gegensatz zur Honda Dominator bieten kann, flattert sie ein wenig. Nicht schön – da würde sich Leder besser anfühlen.

Deutlich später am Abend als geplant aber vollkommen glücklich kam ich dann zu Hause an. Das Motorrad tickerte zufrieden vor sich hin und blinzelte mir zum Abschied zu.

Guten Abend, Kleines – bis zum nächsten Mal!

Anmerkungen:

Das Salzkammergut ist irgendwie schon seit Ewigkeiten Teil meines Lebens. Diverse Urlaube habe ich dort verbracht – im Sommer wie im Winter. Einen Blogpost über einen der Urlaube findet ihr hier: Vier Tage Urlaub im Salzkammergut.
(Ein bisschen Werbung in eigener Sache ist vielleicht erlaubt: Wohnen kann man hier)

Das Motorrad und der Parkschein

Unter der Abdeckungsklappe lassen sich prima Parkzettel festklemmen
Unter der Abdeckungsklappe lassen sich prima Parkzettel festklemmen

Aus der Reihe: „Fragen an die Zweiradfahrer aus dem Alltag“ heute die Frage meines Sohns wie Parkscheine am Motorrad befestigt werden. Die Frage entstand am See als wir auf den Parkplatz mit dem Auto fuhren und ich nach dem Parken den Blick nach schönen Motorrädern über den Platz schweifen liess. Es waren keine vorhanden und die logische Erklärung vom ihm war ganz klar: „Die können ja den Parkschein gar nicht befestigen“.

Kinderlogik – manchmal glaube ich, dass die Welt ein bisschen besser funktionieren würde, wenn wir wesentliche Ressorts der Polititk von Kindern kontrollieren lassen würden. Die StVO zum Beispiel. Zurück aber zur eigentlichen Problematik, wie wird denn nun was befestigt? Die Vignette hatten wir bereits ausgiebig behandelt – der Parkschein ist noch offen. Die Lösung ist ganz einfach. Man kann (zumindest bei Motorrädern von Honda) den Parkschein wundervoll unter die Abdeckung des Schlosses vom Tankdeckel klemmen. Bei den manuellen Wegelagerer Parkplätzen, also Parkplätze bei denen am Eingang jemand steht und einem das Zettelchen verkauft klappt das wunderbar. Sogar mit passenden Bohrungen für die beiden Zapfen an der Innenseite der Klappe. So schon in Bayern erlebt – ob das Zufall war oder ob das geplant war? Haben andere Motorräder diese Zapfen eigentlich auch? Dort wurde mir übrigens auch noch nie ein Zettel geklaut.

Bei den automatischen Wegelagerer Parkplätzen (Stichwort Kassenautomaten) wurde mir in der Tat schon der eine oder andere Zettel geklaut. Vielen Dank dafür an dieser Stelle nochmal.

Damit sollte die Frage mal hinreichend beantwortet sein, mein Sohn fand das ok so – die Marke Honda ist in seiner Wahrnehmung deutlich im Wert gestiegen, dem Zettelhalter sei Dank. Wo lässt man aber nun solche Dinge wie Parkscheiben, andere Zettel oder ähnlichen Krams. Eine gute Frage, die es vermutlich nur in Deutschland gibt, bzw. sie diskutiert wird. Stabile Klarsichthülle und das ganze ans Helmschloss? Am besten mit kleinem Hinweis am Cockpit: „Das Zettelchen/Scheibe finden sie hinten rechts.“

Willkommen in Deutschland!

 

weitere Links:
Blogger broaaaa (Twitterfeed der Person bekannt) hat einen netten Artikel zum Thema Zettelchen und wo zu parken ist und wie veröffentlicht. Immer wieder ein Schmunzeln wert.

Wolfratshausen – rund Starnberg

Nachdem ich heute morgen schon recht früh das Licht der Welt erblickte, hatte ich ausreichend Zeit über das „Was alles heute“ nachzudenken. Leider ist Hip Hop ist unser Leben nicht mein Lebensmotto, irgendwas mit dem Motorradfahren sollte es werden. Schlaftrunken genoss ich den ersten Kaffee und drehte den Swag auf. Das Duschen fand dann bereits mit den Klangteppichen von Black Sabbath statt. Wach! Die Familie war mitten in der Nacht (vor 8) bereits aufgebrochen, um zum Feuerwehrfest nach Wolfratshausen zu fahren.

Über meine übliche oh-wie-schön-ist-Panama Strecke fuhr ich nach Starnberg. Weiter ging es über Percha, Berg, Aufkirchen, Aufhausen, Höhenrain und Dorfen nach Wolfratshausen. Die Sonne schien aus allen Knopflöchern, der Asphalt klebte und die VFR ließ sich angenehm durch die Kurven fahren. Immer wieder – sie ist ein tolles Motorrad. Dummerweise war ich nicht der einzige, der nach Wolfratshausen wollte. Es war schon recht voll und die komplette Kurvenhatz blieb dann aus. Das Sprinten von einer Kurve zur nächsten, konnte ich dann aber doch ganz gut geniessen. Die Dosen bogen irgendwann immer rechts oder links ab und so blieben freie Stücke für mich und die VFR über. Der verbleibende Teil der Dosen konnte überholt werden – oh, wie schön ist Panama. Die Strecke war mir den größten Teil bislang ja schon bekannt, lediglich die Strecke nach Aufkirchen war mir neu. Schön ist es dort, vielleicht sollte man den einen oder anderen Biergarten dieses Jahr noch besuchen.

Das Feuerwehrfest war ein echtes Feuerwehrfest, mit Autos und Feuerwehrmännern zum Anfassen, man konnte an den Knöpfen Autos von der Rennleitung spielen, tolle Sache. Die Vorführungen fanden immer schön in voller Ausrüstung bei gefühlten 35° Grad im Schatten statt. Man muss aber nicht in den Schatten gehen! Irgendwie konnte ich den Jungs mitfühlen, so richtig kalt war mir im Motorradoutfit auch nicht. Dort traf ich dann auch auf meine Familie und gemeinsam zogen wir mit Freunden in den nahegelegenen Biergarten.

Der Rückweg gehörte mir dann wieder ganz alleine. Von Wolfratshausen ging es über Dorfen, Höhenrein nach Münsing. Die Straße war mir ebenfalls komplett unbekannt – schön ist es dort! Ein BMW Fahrer trachtete mir ein wenig nach dem Leben und fuhr die Kurve auf meiner Seite – nichts passiert, viel Platz war da nicht mehr. Hinter Münsing war dann wieder alles bekannt und es ging bis Starnberg zügig rund um den See. In Starnberg begann dann aber der Megastau. Vorbeifahren ging immer mal wieder in kurzen Stücken. Die VFR wurde immer heisser und irgendwann ging der Lüfter in einen Dauerbetrieb über. Stundenlang lüftete er und hielt sie brav auf einer Temperatur rund um 100° Grad! Mit der Zeit wurde das zuviel, ich beschloss sie abzustellen und ein wenig zu warten. FEHLER! Die VFR zieht über die Lüfter soviel Strom, dass sie kurz drauf  nicht mehr anspringen wollte, die Batterie war schlicht leer. Also noch ein wenig länger warten, Licht aus, Zündung an – ah, die Lüfter bleiben aus. Mit letzter Kraft dreht sie den Motor noch einmal – zweimal – dreimal durch und ist AN! YES, oh wie schön ist Panama.

Zurück ging es über die Hausstrecke Starnberg, Mühltal, Gauting und Neuried. Wie lange die eigentliche Tour nun war, lässt sich nur noch über das GPS Log ermitteln, da durch den Stromausfall sich der Trip Zähler zurückstellte. Manchmal finde ich das analoge Cockpit der Dominator doch ganz gut. Da zählt der Tageszähler weiter – auch wenn der Strom ausfällt.

Zu Hause – doch noch nass geworden, endlos im Stau gestanden aber doch viele schöne Momente auf meiner VFR gehabt. Und das Aufdrehen des Swags geht nun auch in Indie. Klingt auch besser – wobei immer noch kein Vergleich zum Brüllen der VFR jenseits der 7000 Umdrehungen.

Fazit: Fahrt VFR, dreht den Swag auf – für mich bitte in der Indie Version.

Tour: Brückentour 2011/I – in Oberbayern

Tour: München – Starnberg – Münsing – Tutzing – Ilkahöhe – Weilheim – Hoher Peissenberg – Peiting – Birkland – Rott – Landsberg – München
Kilometer: ca. 180

Brückentag – und ich habe frei. Das ist prinzipiell schon einmal eine gute Voraussetzung für eine schöne Tour durch das Fünf Seen Land und darüber hinaus. Gestern hatte ich das auch schon vor, es war Feiertag und das Motorrad stand fertig getankt in der Tiefgarage. Allerdings entschloss sich das Wetter zu einer besonderen Aufführung und ich hätte die Strecke genauso gut schwimmen können.

Heute morgen sah es alles ein wenig besser aus. Die Sonne schien – zumindest für ein paar Minuten und irgendwann konnte ich mich nicht mehr in der staubigen Bude verkriechen. Also raus und auf Tour. Eine richtige Ahnung wo es hingehen sollte hatte ich noch nicht. Ich wollte auch nicht sonderlich weit wegfahren, das Wetter sah nicht besonders gut aus und ich wollte schnell wieder zu Hause sein wenn die ersten Hagelkörner vom Himmel kommen sollten. Von Neuried nach Starnberg geht es durch das Würmtal, eine wundervoll kurvige Strecke mit vielen kleinen Ecken im Wald. Die Strasse ist toll, mit der VFR bin ich dort noch nicht gefahren und siehe da – es machte einen Riesenspaß – dieser Abschnitt war viel zu schnell zu Ende und ich befand mich in Starnberg. In Erinnerung an den ersten Trip mit der VFR beschloss ich daher rund um den Starnberger See zu fahren – zumindest es zu beginnen.

Auf der Ilkahöhe waren wir damals schon – allerdings zu Fuß und so führte es mich mit der VFR auf die Ilkahöhe und dort zu einem Cappucino mit leicht verregnetem Blick. Das sollte auch tatsächlich der einzige aber intensive Regenguss der Fahrt werden. Ok, ehrlich – es begann schon in Tutzing zu regnen. Ich musste aber noch unbedingt zum Wasser runter und ein paar Fotos machen. Dabei fielen natürlich einige Tropfen auf das Objektiv, natürlich habe ich es nicht bemerkt und alle Fotos wiesen danach Regentropfen auf. Prima! Der Capuccino war unfallfrei und die Tasse war mit 2.90€ auch durchaus bezahlbar. Nach den üblichen Bildern sollte es weiter gehen. Ich hatte in dem Biergarten schon einen Blick in die Karte geworfen und ein speziellen Flecken wollte ich schon immer mal besuchen – den Hohen Peissenberg (Link zur Ortschaft).

Auf geht es – die VFR zirkelt durch die Kurven, das Wetter spielt mit und die Strassen sind toll. Dank der bayerischen Pfingstferien war kaum Verkehr und ich war relativ schnell in Weilheim. Ganz hübsch vermutlich – hier sollte ich irgendwann nochmal herkommen. Die letzten Kurven waren schnell genommen und es ging rechts hoch zum Peissenberg. Oben erwartet einen ein phänomenaler Ausblick über die gesamte Region. Auch wenn das Wetter nicht die perfekte Sicht erlaubte, konnte man unter schönem Wolkenbild alle möglichen Orte wiedererkennen. Lohnenswert ist ebenfalls die Kapelle anzusehen. Sie befindet sich noch für einige Zeit in der Restauration, dennoch ist sie auch so schon wundervoll von innen gestaltet. Ein paar Minuten setzte ich mich hin, fand ein wenig zu mir und schloss mit einigen Dingen meinen Frieden – manchmal reichen ein paar wenige Minuten dafür.

Hier gönnte ich mir dann keinen Kaffee – ist ja auch irgendwie schädlich für die Gesundheit – soviel Kaffee. Voller schöner Eindrücke machte ich mich dann wieder auf den Weg gen Tal. Die VFR schnurrte sanft und weiter ging es in Richtung Schöngau.  Kurz vor Schöngau ging es rechts ab zum kleinen Ort Herzogsägmühle. Dies ist dann auch ein weiterer Tipp auf der Reise für das Motorradfahren in Zukunft. Die Strecke hoch nach Birkland ist ultimatives Motorradfahrgebiet. Kurven, Kurven und nochmals bei Kurven bei fairem Asphalt. Ganz großes Kino und es hat unheimlich viel Spaß gemacht durch die Landschaft zu gleiten. Nebenbei bemerkt ist es dort auch richtig schön. Das Wetter war freundlich, die Sonne schien – was will man mehr?

Von dort ging es über kleinere Landstraßen weiter gen Norden. Den Abzweig nach Apfeldorf (man erinnere sich an die Füssen Tour) habe ich dann leider verpasst und irgendwann wurden die Hinweisschilder der Autobahn häufiger. Müde und hungrig beschloss ich den Rest der Tour in einem kurzen Sprint auf der Autobahn zurückzulegen. Den Metzeler Roadtec Z8 Interact C hatte zu diesem Zeitpunkt schon seit einigen Kilometern drauf und mich interessierten auch seine Eigenschaften auf der Autobahn. Mehr dazu in einem eigenen Bericht – in der Kurzfassung liest sich das so:

Fährt gut, liegt schön stabil auch bei höheren Geschwindigkeiten (Habe ich hier das Wort Raser gehört?).

In Gemering hielt mich dann nichts mehr auf der Autobahn und auf Landstraßen ging es nach Hause zurück. Eine schöne Tour, wenn man die Autobahnpassage abzieht und nur die schönen Teile miteinander kombiniert wird dort eine schöne Ausfahrt draus.