Die Sache mit dem Tankrucksack…

Das mit dem Tankrucksack ist so eine besondere Sache. Einerseits machen die Dinger ein Motorrad nicht unbedingt schöner, andererseits ist es eine der wenigen vernünftigen Methoden Gepäck auf dem Mopped zu transportieren. Im Grunde genommen haben die Dinge sogar ihre Sonnenseiten: Auf langen Strecken kann man sich ein wenig dagegen lehnen, was insbesondere auf sportlicheren Maschinen für ein wenig Entlastung der Arme sorgt.

Der Kartenausschnitt ist sicher verstaut und auch der Schokoriegel für die Pause findet seinen Platz. Alles in allem – doch gar nicht so übel. Natürlich hat so ein Ding auch seine Schattenseiten und die sollten hier doch auch mal hemmungslos dargestellt werden. Das Kartenfach – zumindest als solches bezeichnet – soll die Karte festhalten und gut lesbar präsentieren. Bei nahezu allen Modellen, die ich in der Hand hatte, dient das Fach lediglich dazu einen soliden Spiegel unterhalb des Fahrerhelms anzubringen. Von alleine hat das noch nie gepasst, durch Drücken, Pressen und Quetschen des Inhalts wurde das Ding so in Form gebracht, dass die Karte dadurch wieder lesbar wurde. Während der Fahrt hat das wirklich nur in den seltensten Fällen vernünftig geklappt. Anhalten, Pressen, Drücken und Schieben – die nächsten 5-6 Abzweigungen gemerkt und weitergehts.

Auf sollte man den berühmten Regenschutz nicht verschweigen. Die Tankrucksäcke sind in den seltensten Fällen wirklich regendicht. Daher liefern die findigen Hersteller eine Regenabdeckung, die irgendwo innen im TRS verstaut werden kann, mit. Wenn man einen grössenverstellbaren Tankrucksack hat, heisst dies Flattern bei kleinerer Grösse, da das Volumen der Hülle nicht ausgefüllt wird oder zu klein sein wenn man den Rucksack mal wirklich vollgepackt hat.

Ok, hier ist ein Modell, welches den Nörgeltest von mir bestanden hat. Gekauft habe ich es mir ursprünglich für eine Honda Dominator, die über einen stark gewölbten Tank verfügt. Mit dem Kauf der Honda VFR 800 bekam ich vom Käufer einen kleinen Tankrucksack mit, dieser erwies sich schnell als zu klein. Wunder, oh Wunder – der Tankrucksack, der für speziell gewölbte Tanks von Enduros gedacht ist, passt wie angegossen und sitzt bombenfest. Sehr ordentlich! Gemeint ist der Tankrucksack Tuareg Spezial von Hein Gericke.

Tankrucksack - Tuareg Spezial auf Honda VFR 800
Das Anwendungsbeispiel – passt wie angegossen.

Vorne wurde der Tankrucksack an der Gabelbrücke mit einem Spanngurt mit Schnappverschlüssen befestigt. Gehalten wird er durch Magnete sowie durch zwei Klettspanngurte hinten. Das Ding sitzt damit bombenfest, es wackelt nichts – dank der Tourenscheibe ist bei normaler Fahrt der Regenschutz überflüssig. Das Ding hat 25 Liter Volumen im erweiterten Zustand und kostet rund 50 Euro. Lediglich der Tacho verschwindet leicht dahinter, zum genauen Ablesen muss ich mich kurz aufrechter hinsetzen – sonst passt alles.

Kurzfazit
Name: Tuareg Spezial von Hein Gericke
Kosten: ~ 50 Euro
Ergebnis: Nicht nur für die Honda Dominator – auch für die VFR der ideale Tankrucksack und für kleine Touren komplett ausreichend.

Holga reloaded – hoffentlich,…..(RedBull X-Fighters)

Ganz klar, die Einladung der X-Fighters lag im virtuellen Briefkasten – dank Urlaub habe ich das gleich auch mal übersehen. Nun muss nur noch alles mit der Akkreditierung klappen, dann gibt es auch die passenden Fotos.

Frei nach dem Wunsch von Herrn Troelf gibt es Holga Fotos – in Farbe und Schwarzweiss. Missbraucht werden dafür ein paar Kodak Porta 800 und diverse Kodak TriX 400. Letzterer wird sicherlich auf 1600 gepushed, mal sehen – mal ein paar Testaufnahmen machen wie der auf 3200 ausschaut. Hat jemand dazu die passenden Erfahrungen parat? Entwickler wird definitiv Rodinal werden.

Manchmal – Red Bull X-Fighters München, 11.08.2012

Manchmal ist ein bisschen Werbung vielleicht vollkommen in Ordnung. Ohnehin hat man seitens der Werbeagenturen die Blogger als Träger von Produkten und Meinungen erkannt – siehe Honda, die darin eine eigene Professionalität erreichen. Wenn ich mir die Klickzahlen meines Blogs so betrachte, finde ich dort auch immer wieder die praktischen Artikel, meist Vorstellungen von Ausrüstungsgegenständen, die ganz oben platziert sind.

Spannend: Neulich lag ein kleines Paket von Red Bull in der Post. Ich habe dieses ersteinmal geflissentlich für ein paar Tage vollkommen ignoriert bis ich dieses dann doch irgendwann öffnete.

Red Bull - Wunderbox X-Fighters 2012, Stahldose mit Dreck, Öl und Einladung
Red Bull – Die Wunderbox fmit Einladung

Es war eine kleine flache Stahlbox von Red Bull mit einer Dose Red Bull, ein paar Klumpen Dreck, einem USB Stick mit Marketing Material und einer kleinen Flasche Motoröl. Dazu gab es eine Einladung zu den Red Bull X-Fighters. Ende. Ah, ja – nun blogge ich zwar kräftig rund um das Thema Motorrad aber mit fliegenden Motorrädern habe ich wenig am Hut. Egal – entspannt zurückgelegt und einen vorsichtigen Blick auf das Material auf dem USB Stick geworfen. Anschliessend habe ich stundenlang vor YouTube verbracht und mir fliegende Motorräder angesehen. Geht das wirklich? Ich kannte diese Bilder von BMX Freaks aber von Motorrädern? Unbekannt – bislang. Egal – nun zählt es. Red Bull X-Fighters, ich am 11.08.2012 im Olympiastadion in München und ich freue mich. Als Blogger darf ich herrlich quer fotografieren und überlege schon welche Kamera ich mitnehmen werde.

Sollte ich Hochglanz Fotos wie alle anderen machen oder wäre genau das der Grund die Holga auszupacken und weitere Bilder aus einer fremden Welt zu machen? In 2 Wochen muss ich es wissen, dann geht es los – aber was denn nun? Hochglanz oder Schwarzweiss Holga? Anyway, es wird sicherlich viel Spaß bedeuten – Stinken, Laut sein und vielleicht gibt es dann auch das eine oder andere Bild aus einem Blickwinkel, den es ohne uns Blogger wieder einmal nie gegeben hätte.

Wer sich darunter noch nichts vorstellen kann, sollte sich keine Sorgen machen. So ging es mir auch, am Anfang – mittlerweile kann ich auch jeden Sprung auf meiner Honda Dominator (zumindest im Traum). Es ist angerichtet. So sieht das dann in real aus:

Vogelfrey – manchmal ist manches danach besser

Nicht immer ist alles so schlecht was in diesem Blog deutlich etwas abbekommt. Meine persönliche Entdeckung des Feuertanz Festivals ist Vogelfrey. Ja, klar und natürlich die VFR aber das wusste der geneigte Leser schon vorher.
Vogelfrey kannte ich schon vorher, live hatte ich sie noch nicht gesehen, auf dem Feuertanz konnte ich das Nachholen. Kurzfazit: Toll! Schwungvoll, zackig und rockig. Kauft die beiden CDs dieser Band, sie haben es wirklich verdient. Seit 2 Tagen laufen sie bei mir nun rauf und runter.

Hier mal der passende Link zur Band Homepage. Hören! Ein paar Hörproben gibt es natürlich auf myspace.com auf der Bandseite.

Einmal Altmühltal – Feuertanz Festival und zurück

Manche Dinge finden im Jahr nur einmal statt, bei diesem Ding war das auch so – das Feuertanz Festival 2012 findet (wie immer) in Abenberg auf der Burg statt. Was auch nur einmal stattfinden wird ist unsere Teilnahme…

Wie immer viel zu spät sollte es am Freitag abend losgehen. Das Festival begann schon am Freitag mittag, das liess sich aber seitens des Berufs nicht darstellen also sollte es am Freitag abend viel zu spät aus München losgehen. Die VFR war vollgepackt, jeder Person  aus dem Fahrer-Sozia Team stand ein Koffer zur freien Verfügung. Noch schnell Geld holen, tanken und ab auf die Bahn. Das Zimmer sollte bis zu einem Zeitpunkt freigehalten werden, danach sollte es freigegeben werden. Was tun – losfahren, Zeit nehmen und unter der Brücke schlafen oder direkt über die Autobahn in Richtung Abenberg aufmachen? Wir entschlossen uns für letzteres, liessen die Landstrasse links liegen und fuhren auf die Autobahn.

Hui, das zieht sich ja doch ganz schön. Die Strasse war frei, wir kuschelten uns auf den Tank und fuhren zügig in Richtung Ziel. Google Maps sagte irgendwas von einer Fahrtzeit und die lag verdammt nah an unserer Zimmer-Freigabe-Zeit. Also galt es die Dauer der Fahrtzeit durch Einstellen des Lautstärkereglers der verbleibenden Zeit anzupassen.

Schicke Sache so eine VFR. Auch bei angepassten Einstellungen des Lautstärkereglers zieht sie ruhig ihre Bahn, auch mit 2 Personen und 2 Koffern. Leute, wenn ihr noch einen soliden Tourer sucht, die VFR könnte eure Suche beenden. Zumindest meine (also die alte) mit Baujahr 99 vom Typ RC 46 / I. Es sollen noch spätere Modelle am Markt zu erwerben sein – die kenne ich nicht.

Punkt 22 Uhr kamen wir am Hotel an, warfen die Koffer aufs Zimmer und beschlossen irgendwo noch was zum Essen zu jagen. Auf das Festival wollten wir nicht mehr also kam der McDonalds mit brauchbarem Kaffee in Frage. Zahlreiche Füchse und Igel sowie Hasen tauchten immer wieder im Scheinwerferlicht auf. Es sollte auch schon klar sein: Die Gegend rund um Roth ist tolles Motorradland – tolle kleine Strassen und kleine Dörfer, tolle Kurven und kaum Verkehr – toll!

Am nächsten Morgen gab es ein ausgiebiges Frühstück und dann ab auf das Festival. Halt, vorher wollten wir noch eine Jeans für die Sozia erwerben, die ihre zu Hause vergessen hatte. Wir fuhren nach Roth und ärgerten uns über vollkommen schräges Einkaufszentrum – wenigstens die Hose konnten wir dort erwerben. Bei einem kurzen Bummel durch die Fussgängerzone von Roth fragten wir uns wer hier wohl wohnen würde. Es war tolles Wetter, es war gegen Mittag und keine Menschenseele war zu sehen. Roth präsentierte sich als Geisterstadt; ist das überall so in Mittelfranken?

Schluss nun – ab auf die Burg zum Feiern. Mit optimaler Ausstattung und Ersatzklamotten in den Koffern ging es aufs Festival. Die Burg ist toll! Entsprechende Fotos von der Holga folgen noch. Der Mittelaltermarkt war sehr marktähnlich, mit viel Essen und Kramläden, leider doch recht klein und ohne Handwerker (zumindest habe ich keinen als solchen wahrgenommen). Die Preise waren recht moderat, das Essen sah lecker aus, salopp formuliert: Grillbuden mit mittelalterlicher Benamung der Speisen. Als wir eintrafen spielte bereits die Band Vogelfrey, wir blieben für ein paar Lieder stehen und kreiselten dann durch die Burg. Ein netter Arbeitskollege der Sozia sammelte uns irgendwo ein und wir taten das was echte Ritter machen: Von Heldentaten erzählen, was trinken und faul in der Sonne rumsitzen. Das konnten wir wirklich gut!

Um 16.00 Uhr gönnten wir uns ein Ritteressen mit amtlicher Führung. In einem dunklen Kellergewölbe saßen ca. 30 Personen an langen Tischen und bekamen etwas zu essen. Zwischen den einzelnen Gängen gab es entweder einen Gaukler (Stil Mario Barth) oder eine Musikband. Das Essen war qualitativ ganz ok, der Met war sehr lecker, mit Rittern hatte es nichts zu tun. Würde ich es nochmal machen? Nein. Würde ich es weiterempfehlen? Nein. Gab es etwas tolles zu bemerken? Nein! Schluss jetzt! Positiv zu erwähnen war der Auftritt der Band. Die Formation Zackenflanke gab sich die Ehre und rockte das Gewölbe mit 3 Dudelsäcken und 3 Trommeln, ging gut ab. Leider habe ich bei Mittelaltermusik immer den Eindruck, dass ich nach 3 Liedern alle Kombinationsmöglichkeiten schon gehört habe. Also, Franz Schubert ist deutlich komplexer komponiert, war aber auch ein paar Jahrhunderte später. Vielleicht würde ich die Musik von später vorziehen. Aber Zackenflanke hat mir gut gefallen – also die 3 Lieder, bis zur Wiederholung.
Die Sozia merkt hier ihren bemerkenswerten Einsatz an und möchte diesen explizit erwähnt wissen. Sie rettete dem Trommler das Leben, respektive die Haare, die er sich an einem der Kerzenleuchter fast in Brand gesteckt hätte. Der junge Mann schaute recht freudig erregt als die Sozia auf ihn zustürmte und war ein wenig enttäuscht, dass sie ihn nur auf die Kerze hinwies. Irgendwie hatte man den Eindruck er hätte etwas anderes vermutet. Ich selber schielte bereits die ganze Zeit auf die Dudelsackspielmannfrau. Leider hatte sie keine Kerze in der Nähe ihrer tollen langen Haare und musste nicht gerettet werden. Schade eigentlich.
Ganz klar – die Formation sehen wir wieder! (für einen Eindruck: hier klicken)

Anschliessend tauchte so ein bisschen die Frage auf was wir nun tun würden, von der Burg hatten wir alles gesehen und wir beschlossen uns auf den Abend vorzubereiten, den Gothic Look anzulegen und fuhren kurz beim Hotel vorbei. Was für eine Wohltat – nach dem heissen Tag sich kurz abzuduschen, kurz die Augen zu schliessen und dann gen Festival zurückzukehren.

Pünktlich zu Mono Inc. waren wir dann wieder zurück. Die Band Mono Inc spielte sich vor einigen Jahren in einem Clubkonzert in München in unser Herz und seitdem folgen wir dieser Band. Wann immer es ein Konzert in der Nähe gibt – wir waren dort. Nicht immer wurden wir für unsere Anreise belohnt. Eigentlich nach dem Clubkonzert, wo wir sie das zweite Mal gesehen haben, gar nicht mehr. Ich will die Band nun nicht zerreissen aber in meinen Augen entwickelt sich Mono Inc nicht mehr sonderlich weiter. Sie werden perfekter aber mir fehlt die Entwicklung nach vorne. Ich habe hier mal ein kurzes Drum Solo mitgeschnipselt – live mit dem Tragtelefon eingefangen.

Jeder der hier eine wirklich tolle Stimmung spüren kann, sollte sich die Konzerte des Festivals besser auf YouTube ansehen. Der Sound war schlecht, eine einheitliche Soundsuppe, die den Burgvorplatz auffüllte und dann irgendwie durch die letzten Gänge hallte. Selten habe ich einen so schlechten Sound – ausser im Münchener Zenit – erlebt. Vielleicht habe ich zu wenig Alkohol intus gehabt, vielleicht war die Burg schuld, egal – der Sound war matschig, eine Suppe eben. @knuddellove twitterte an mich zurück: Mit einem Spritzer Zitronensaft bekommt man jede Suppe wieder hin. Stimmt – nach einem oder mehreren Caipirinhas wäre der Sound sicherlich deutlich besser gewesen.

Insgesamt machte Mono Inc doch den Eindruck, dass sie es nur runtergespielt haben. Kaum Interaktion mit dem Publikum, die Witze und Spässchen waren diesselben seit 2 Jahren und das kurze Solo von Martin und das Spielen mit dem Publikum zum „The passenger“ war halt auch schon bekannt. Hm, irgendwie wird Mono Inc für mich kein Grund mehr sein zu einem Festival zu fahren oder sie dringend in einem Konzert zu sehen. Man wird sehen ob das nächste Album daran was ändert. Einziges echtes Schmankerl waren Crowd surfende Kinder. Ziemlich cool – ich hätte meine Kinder da definitiv mit auf die Reise geschickt – sah echt gut aus.

Subway to Sally waren toll aber vermatscht und irgendwie fand ich auch keinen Draht mehr zur Musik. Das ist vielleicht schon zu lange her, dass ich Subway to Sally gut fand. Nach einigen Lieder machten wir uns auf und fuhren zurück ins Hotel.

Sonntag war Motorradtag. Hell yeah, Altmühltal und Motorrad passen einfach gut zusammen. Kreuz und quer ging es nach Hause zurück. Wann immer die Straße zu breit wurde, bogen wir ab auf die Seitenstrassen und schlängelten uns dahin. Die VFR machte einen Riesenspass! Links, rechts – schnell oder langsam, toll! Je nachdem wie man es haben möchte, kann man schneller und sportiver fahren oder es langsam dahingleiten lassen. Der Schaltaufwand findet lediglich zwischen zwei Gängen statt, der Rest wird vom Motor geschluckt – sensationell.

Irgendwann war es mit dem Hin- und Her dann vorbei, die B2 hatte uns gefangen und quasi mit Autobahn Feeling ging es nach Augsburg und dort über die A8 Richtung München weiter. Wenige Kilometer später wurde es uns zu langweilig auf der geraden Autobahn und es ging wieder auf die C-Strassen. Die Gegend rund um Fürstenfeldbruck ist wunderschön und sollte uns weitere Kurvenfreuden bescheren. Irgendwann, war es dann aber unvermeidlich und wir kamen einfach zu Hause an. Kaputt, verschwitzt und glücklich.

Nachsatz: Das Festival als solches war stimmungsvoll und es war ein tolles Wochenende. Finanziell gesehen war es relativ kostspielig und eine Teilnahme 2013 ist von meiner Seite erstmal nicht geplant. Wobei – wenn ASP kämen, vielleicht – die Motorrad Strecke da hoch kann defintiv noch deutlich länger werden, man könnte ein paar Tage vorher anreisen und einen kleinen Urlaub daraus machen.

Noch was unglaublich positives: Der Schinken, den es am Frühstücksbuffet gab, war unglaublich gut und wir mir noch viele Tage in Erinnerung bleiben!

…a potentially broken Holga,… (Teaser)

was the least of my concerns.

Mit diesem Zitat und der Motivation endlich wieder s/w zu fotografieren, machte ich mich auf den Weg, um das Pfingstwochenende auf dem Motorrad zu verbringen. Alles Digitale musste zu Hause blieben, es sollte alles Fotografische ausschließlich auf Film landen. Als Fotoapparat hatte ich mir dafür eine Holga ausgesucht.

Mittlerweile ist Pfingsten vorbei – die ersten Filme sind entwickelt und, ja ich weiß, Holga typisch gibt es dort eine Lernkurve. Irgendwas ging irgendwo schief – dazu aber später deutlich mehr. Dieser Artikel soll lediglich ein kurzer Teaser sein. Stay tuned, more to follow.

Hier sind mal zwei Beispiel Bilder aus der Serie (grob gepixelt – mit Moire Effekt vom Fotografieren des Negativs, die Kontakte folgen):

Manchmal,…bekommt man etwas geschenkt…

Manchmal bekommt man etwas geschenkt wenn man es nicht erwartet. Vielleicht sind das die schönen Momente des Lebens, die man erst dann geniessen kann, wenn man mittendrin steht. Es sind eben die Momente, die nicht planbar sind, auf die man sich nicht einstellen kann.

Wenn man einfach mal die kleine Seitenstraße nimmt, an der man sonst immer vorbeifährt, weil sie in der Kurve liegt, kurz vor dem Ortseingang wo man herunterschaltet und sich aufrichtet. Genau diese kleinen Straßen sollte man dann nehmen, wenn man nichts im Kopf hat, was man gerne erleben möchte.

Wenn man loslassen kann, dann kann es auch einmal schön werden – einfach so.

Danke VFR.

Und danke an ein bisschen komische Musik, die sagte: „Fahr mal los.“

Just like a dream,…

Manchmal fängt ein Tag nicht gut an, er geht doof weiter und er wird irgendwie nicht besser. Irgendwann gegen 16.30 Uhr wenn es sich abzeichnet, dass es gar nicht mehr besser werden kann, verlässt man dann genervt die Arbeitsstelle und geht nach Hause. Nach Hause, weil man weiss dass dort jemand auf einen wartet. Verschlafenes Blinzeln des Doppelscheinwerfers, glänzende Rundungen, schwarzes Gummi und die beruhigende Anzeige des Prooilers lachen einen an.

Schlüssel umdrehen, sanftes V4 Grollen, ein kurzes Fauchen und das Klack beim Einlegen des ersten Gangs auf das wir Motorradfahrer so sehnsüchtig warten. Kupplung kommen lassen, sie nimmt Fahrt auf, stabilisiert sich. Es geht über kleinere Straßen zur Autobahn, vorsichtiges Einlenken in den Kurven – noch könnte dort Rollsplit liegen.

Ankuscheln an den Tank, Schräglage – endlich. Im Kopf summe ich „Just like heaven“ von The Cure und freue mich, schliesse meinen Frieden mit diesem Tag.

Danke #VFR.

IKEA – Entdecke die Möglichkeiten!

Ich mag IKEA. Auch wenn dies eigentlich ein Blog über das Motorradfahren sein soll und ich an vielen Stellen technisches und touriges beschreibe, soll doch auch Platz für andere Gedanken bleiben dürfen. An dieser Stelle: Ich mag IKEA.

Als ich damals das erste Mal mit meinen Kindern bei IKEA war, stellte ich fest, dass die Kids komplett entspannt herumliefen. Man schaute hier, spielte dort, malte hier ein bisschen, testete das Kinderzimmer, rutschte auf der Rutsche oder lag vollkommen platt vor den Kassen in den dort ausgestellten Schnäppchen Sofas. Dank des Restaurants konnte was gegen den Hunger getan werden und zur Belohnung für braves Mitkommen winkte am Ausgang der Hotdog.

Ah, eine spezielle Regel gab es noch: Die Kinder dürfen exakt 1 Plüschtier mitnehmen, welches jedoch die ganze Zeit vom Kind getragen werden muss. Um es vorweg zu nehmen, es kam nie ein Plüschtier bei der Kasse an. Große Tiere waren zu schwer, kleine Tiere auf die Dauer zu unspektakulär – das Tragen war einfach eine zu große Hürde. Aber die Kinder empfanden es nie als Verlust. Sie hatten einen Freund und Wegbegleiter gefunden, der sie auf der Reise durch das große Möbelhaus begleitete und ihnen den einen oder anderen schweren Schritt durch freundlich, dumm blickende Plüschaugen erleichterte. Danke IKEA. Selbst wenn ein Tier angekommen wäre, ich hätte es mit Lächeln bezahlt und behaupte es wäre das liebste Kuscheltier der Kinder gewesen.

IKEA Bleistiftgekritzel mit dem Notizbleistift
Werden das Forscher versuchen zu entziffern? (Klicken für größeres Bild)

Neulich war ich wieder einmal bei IKEA, ganz entspannt und ohne Kinder. Bei dem Schlendern durch die Ausstellung fand ich ein schönes Beispiel für kreativen Umgang mit den Notizbleistiften. Schön, dass es Kinder gibt, schön, dass es IKEA gibt und danke für den Fisch.

Ich werde wieder hinfahren. Nächstes Mal mit dem Motorrad, um eine Packung Haferkekse zu besorgen. Die finde ich besonders lecker – einen Hotdog wird es auch geben….und durch die Ausstellung werde ich auch gehen, vielleicht findet sich dort noch etwas in dieser Richtung. Ob das später von Forschern gefunden wird und man stundenlang die Schriftzeichen zu entziffern versucht?

Sinn und Unsinn von Trinksystemen

Über den Sinn und Unsinn von Trinksystemen auf dem Motorrad lässt sich sicherlich prima streiten. Vermutlich sogar noch besser als über Kettenschmiersysteme. Allerdings habe ich den Verdacht, dass hier die Gefühle noch weiter auseinandergehen werden. Wer braucht den sowas? Was für ein Schwachsinn? Ich nehme doch nicht noch ein Klump mit! Man kann auch anhalten und was trinken.

Dies sind natürlich nur vorgestellte Reaktionen, ich könnte mir gut vorstellen, dass die Realität noch deutlicher ausfällt. Auf meinem Trip ins Salzkammergut hätte ich sowas gut brauchen können. Stauige Fahrt auf der Autobahn, die definitiv keine Alternative hat. Zumal ich von A nach B auf direktem und kürzestem Weg wollte und nicht schöne tolle Landschaft anschauen wollte. Bei Tempo 60 km/h zwischen den Auto durchschlängeln ist neben dem rechtlichen Aspekt auch nicht meins und so wurde ich über Stunden dahingeröstet. Ganz sanft, in meinen schwarzen Klamotten auf einem Motorrad, welches die Abwärme selber nicht los wurde und von unten mit rund 100° Grad nachheizte. Zu diesem Moment dachte ich mir: SCHÖN, wenn ich jetzt was trinken könnte.

Natürlich hatte ich was zu trinken dabei – während der Fahrt ging das aber nicht vernünftig und anhalten wollte ich nicht – es fuhr doch gerade einmal! Als ich irgendwann abends zurück gefahren bin, wurde es zwar merklich kühler aber der Akku von mir war auch definitiv leer – vollkommen. An einer Tankstelle nahm ich endlose Flüssigkeit zu mir und es begann mir besser zu gehen. Problem dabei: Der Körper kann das Wasser nicht „festhalten“ – einen großen Wasserverlust kann man also durch einmal Viel-Trinken nicht ausgleichen.

Auf einem Geländetraining mit der Honda Dominator ging es den Teilnehmern ähnlich. Die Crosshelme erlauben das Trinken aus Flaschen für Fahrrädern vorzugsweise mit Trinkhalm zum kräftigen Drücken. Für mich stand danach der Entschluss fest: Ein Trinksystem schaue ich mir an – gesagt getan! Genaue Details folgen, fest steht für mich aber: Auf längeren Touren, nie mehr ohne.

Die ersten Sonnenstrahlen 2012 (auf zum Jexhof)

Es waren die ersten Motorradkilometer des Jahres. Aktuell befinde ich mich gerade im Urlaub – eher in einer Pause oder in einem Umbruch. Kraft sammeln, Energie tanken und abschalten sind die aktuellen Herausforderungen. Wobei kann man das besser tun als beim Motorradfahren?

Es war noch recht schattig heute morgen um 07.00 Uhr als ich zum Bahnhof ging. Die Sonne kündigte sich schon langsam an und es versprach ein toller Tag zu werden. Gegen Mittag war es schon deutlich wärmer – vereinzelt lag noch ein wenig Schnee im Schatten der Gärten. Gefühlt handelte es sich in der Sonne um 2 Grad – mindestens. Es können vielleicht auch 3 Grad gewesen sein. Morgen ist hier Neuschnee angekündigt, wenn ich ein paar Kilometer fahren wollte, heute war der Tag dafür.

Auf nach oben in die Wohnung und mit skeptischen Blick in den Kleiderschrank geschaut. Mit der Funktionsunterwäsche und einem dicken Fleece sollte es doch gehen. Aussen schützte mich die bekannte Rukka Textilkombi – die Sommer Handschuhe von Held wurden diesmal gegen das Wintermodell getauscht. Die Honda VFR hat zwar Heizgriffe, dennoch wollte ich es nicht riskieren mit Sommerhandschuhen kalte Pfoten zu bekommen. Einmal komplett einpacken und ganz langsam wie das Männchen einer Reifenmarke runter in die Tiefgarage wanken.

Was für eine Schwachsinnsidee, kam mir in den Sinn. Vielleicht sollte die VFR die Ausfahrt noch verhindern in dem sie nicht anspringen wollte – vielleicht. Natürlich hatte ich die Rechnung wieder ohne die sprichwörtliche Honda Zuverlässigkeit gemacht. Die VFR stand nun sicherlich schon seit rund 3 Monaten in der Tiefgarage am gleichen Fleck. Ich hatte sie auf dem Hauptständer abgestellt und die Vorderachse entlastet – die Räder standen in der Luft – das Motorrad schlief. Ich stand davor und schaute skeptisch. Die wird nie anspringen.

Schlüssel drehen – *bsssssssss* – die Elektronik erwacht zum Leben. Ein bisschen den Choke geöffnet, nun sollte es sich entscheiden. Ein kurzer Druck auf den Anlasser: *ihiihhh*, *wrummm*. Unglaublich, sie hat nicht einmal ganz durchgedreht. Ich war vollkommen perplex. Also runter von den Böcken, runter vom Hauptständer und raus aus der Garage.

Die ersten Kurven waren eher abgekantet als abgerundet, vorsichtig machte ich mich wieder mit der Drehrolle vertraut, alles fühlte sich noch leicht wacklig an. Nach ein paar Kilometern war aber viel von der Vertrautheit zurück und es fühlte sich wieder richtig gut an. Der Ortsausgangskreisel näherte sich, ab auf die Autobahn und Gas. 80 – 100 – 120 km/h, die Autos liegen weit zurück. Huuuch, das ging aber schnell. Schnell merkte ich aber das 130 km/h doch auch wie 130 km/h Wärme wegziehen. Ich suchte mir einen kleinen Bus, klemmte mich dahinter, bei 100 – 120 km/h war die Welt ok. Rasch war das kurze Autobahnstück vorbei und die Ausfahrt in Richtung Ziel kam näher. Ich fuhr vorsichtig, immer damit rechnend, dass das Gripniveau bei weitem noch nicht da ist, dass man sich drauf verlassen kann. Ein wenig mulmig wurde mir entlang der Wälder dann schon. Es war zwar alles frei – frei von Schee, von Eis sowieso – dennoch. Rücksicht und Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Die Einfahrt in die Waldzufahrt habe ich dann wirklich sehr langsam genommen. Der feine Split am Bankett knirschte und die VFR fuhr langsam den Berg hoch zum Jexhof. Die Strasse war auch hier vollkommen frei – der Parkplatz oben hingegen war zu einer Eisplatte mutiert. Alle Endurofähigkeiten wurden ausgepackt – Nein, Moment – ich stellte sie oben am Weg in einer kleinen Bucht ab und ging die letzten Paar Meter zu Fuß. Das war auch ganz gut so – direkt neben mir schlitterte eine Person über den Parkplatz und landete unsanft auf dem Eis. Yeah! Amüsierte Blicke schauten zu mir herüber – ein Motorradfahrer um diese Zeit des Jahres? Der musste einen guten Grund haben hierher zu kommen.
(Den gab es im Vorjahr auch schon – hier endete meine Touren Saison – link)

Den hatte ich auch und die Frage: Gibt es schon/noch Kuchen wurde mit einem „ja“ beantwortet. Schön! Der Jexhof hat den besten hausgemachten Kuchen in ganz Bayern – vermutlich. Anscheinend waren auch noch nicht viele Gäste zu erwarten. Für 2 Euro erwarb ich ein halbes Blech von bestem Kuchen, weitere 2 Euro dazu und ein Kaffee stand daneben. Ich ging in die alte Gaststube und genoß den Kuchen und den Kaffee. Richtig kalt war mir nicht, dennoch tat das Aufwärmen gut.

Frisch gestärkt ging es dann auf die Heimreise – gleicher Weg zurück, ein bisschen lockeres Rollen und rund 70 Kilometer später stand die VFR wieder in der Tiefgarage. Ich hob sie auf den Hauptständer, entlastete das Vorderrad und strich verträumt über den Tank. Der Scheinwerfer blinkte mir zum Abschied hinterher, ich bin mir ganz sicher und sie schlief wieder ein…

Jahresendgespräche

Die Zeit der Jahresrückblicke naht, da darf dieses Blog nicht fehlen. Das Jahr 2011 brachte durchaus die eine oder andere Neuerung in mein Motorradfahrerleben. Ganz vorne steht dabei sicherlich der Kauf der Honda VFR. Die Honda Dominator hatte sich zwar bisher allerbestens bewährt aber sie zeigte deutliche Grenzen auf. Das Fahren zu zweit ist nicht ihr Ding, 44PS bei rund 650ccm sind in den Bergen zwar noch ausreichend – die Bremsen hingegen sind etwas dünn. Das durfte wir bei einem Wochenendausflug an den Schliersee feststellen. Hui, viel Reserve war nicht mehr vorhanden – da war ich ganz froh als wir dann bei einer kleinen Pause unten am Speichersee standen und verschnaufen konnten. Dennoch auch mit ihr gab es 2011 schöne Ausflüge – wie der nach Füssen.

Das vermutlich schönste Motorrad der Welt - meine Honda VFR 800
Meine VFR auf einem der vielen Ausflüge.

Kurzum – ein Tourer für die Unternehmungen zu zweit wurde gesucht: Honda VFR 800 RC46/1. Am 14.05.2011 wurde der Kaufvertrag geschlossen, ich fuhr nach Ingolstadt und fuhr mit ihr nach Hause. Schon die Probefahrt war ein besonderer Genuß, ich erinnere mich noch gerne an die ersten Kurven. Das „Schweben“ der Spiegel – die Eleganz, das Sirren der Stirnräder – kurzum, es ist mein erstes richtig großes Motorrad, 800ccm mit rund 100PS.

Die ersten Touren sollten durch die nahe Gegend führen, zu Pfingsten sollte es dann für ein paar Tage durch das Salzkammergut gehen. Aber auch danach stand die VFR immer für Spaßtouren bereit siehe Brückentagstour, um Wolfratshausen herum oder ein weiterer Kurzausflug in das Salzkammergut.

2012 wird es weitergehen und ich freue mich auf die kommende Motorrad Saison. Auch wenn durch einen beruflichen Wechsel das Motorradfahren nicht so wichtig im Leben ist, freue ich mich auf die „zweitwichtigsten“ Momente. Das erste Mal mit dem Motorrad in die neue Arbeit fahren, abends dort zum See fahren, neue Wege entdecken und Neues erleben.

Für dieses Blog soll es demnächst neuen Lesestoff geben. Ich werde die Rubrik Gearcheck einführen – begonnen habe ich sie bereits mit dem Test von den besten Handschuhen der Welt – diese Rubrik wird weiter ausgebaut. Den Start machen wird ein Trinksystem von Geigerig – der Shuttle, der mit dankenswerter Weise zum Testen zur Verfügung gestellt wurde.

Nach guter Tradition habe ich auch für 2012 wieder eine „Wunschliste“ zusammengestellt. Diese Tradition geht auf ein nettes Gespräch bei einer Tasse Tee in der Friesischen Teestube zurück. Dort entstand damals (2010) eine Liste mit Dingen, die unbedingt in 2011 erledigt werden müssen. Ich habe alle geschafft – das Prinzip scheint also zu funktionieren. Hier daher die

2012er Liste

  • Tour Gardasee
  • Tour – „Einmal gen alte Heimat“
  • Tour Motorradschutzgebiet Harz/Thüringen
  • Tour München – Bochum und Umland
  • Tour Salzkammergut

Mit der großen Tour gen Norwegen wird es 2012 vermutlich nicht. 2013 – das wird noch was!

 

Einheitliches Motorradfahren

03.10.11 – Jahrestag der Wiedervereinigung.

Was hat sich eigentlich geändert? Solche Dinge mag man an den verschiedensten Stellen nachlesen, hier geht es um das Motorradfahren. Vor 21 Jahren hatte ich definitiv noch keinen Motorradführerschein, ob damals die Sonne schien, weiss ich nicht mehr. Heute schien die Sonne aus allen Knopflöchern und wir hatten kinderfrei. Schön! Das kommt ja selten alles zusammen, Jahrestag der Wiedervereinigung, schönes Wetter und Zeit füreinander. Die Honda Dominator und ich – aww! Also auf geht es mit Sozia ab durch das Fünf-Seen-Land. Viel Zeit hatten wir nicht, es sollte also ein Biergarten oder etwas ähnliches in der Nähe werden. Früher mochten wir immer das Schusterhäusl bei Germering, also sollte die Fahrt dorthin gehen. Durch kleine kurvige Strassen und kleine Ortschaften fuhren wir auf fast menschenleerer Straße dahin. Wo waren die bloß alle? Ja, nicht nachsuchen, es fuhr doch gerade so schön. Die paar wenigen Kilometer waren schnell vorbei – voila, schon standen wir am Eingang – …

Dort schauten wir auf nichts. Die verschiedensten Versionen der Webseite, die im Netz zu finden waren, hatten also nicht gelogen – das Schusterhäusl hat geschlossen. Schade – unmittelbar vor den Toren von Germering liegt dieser kleine Biergarten verträumt im Wald. Lag ist vermutlich besser. So wie es dort aussah wird dort so schnell keiner mehr ein Bier zum Trinken bekommen. Jexhof – ganz klar! Die Ausweichlösung war schnell gefunden. Der Jexhof ist ein altes Bauernmuseum und hat Kuchen von Muttern. Der Kaffee ist zwar verbesserungsfähig – der Kuchen hingegen ist der Beste im ganzen Fünf-Seen-Land. Die Straßen waren immer noch leer und die Dominator zog sanft durch die Kurven. Leicht untertouriges Fahren belohnte sie mit Hacken und Reissen an der Kette – zu hohes Drehen durch Vibrationen und ordentlichem Krach. Irgendwie gibt es doch Unterschiede zwischen der VFR und der Dominator.
Der perfekte Ausblick in Germannsberg blieb uns leider verwehrt, das Wetter hingegen war absolut perfekt. Nach schöner Fahrt standen wir oben am Jexhof und genossen den perfekten Kuchen. Nichts unendlich kompliziertes, einfach nur gut – irgendwie wie bei Mutter. Dem Jexhof werde ich definitv weiter treu bleiben.
(Kleiner Tip: Hinfahren – auch mit der Familie und den Kindern – alles ansehen und danach den Kuchen geniessen!)

Gut gestärkt ging es weiter durch die schöne Landschaft. Eigentlich wollte ich dort schon nach Hause – irgendwie sollte es anders kommen. Wörthsee – Seefeld – Perchting. Es führen kleine, kurvige Straßen dahin, die ausser von uns von niemandem befahren wurden. Fast niemandem – manchmal schoß eine Dose um die Ecke, kräftig schneidend, Motorradfahrer seid wachsam! Kurz vor Maising kam mir dann die Idee der Sozia das Maisinger Gasthaus direkt am Maisinger See zu zeigen. Hier mehr darüber zu schreiben, wäre vergebene Liebesmüh – schaut es euch selbst an, geniesst die Umgebung und haltet die Füsse in den See.

Leider ging auch diese Zeit irgendwann vorbei und wir fuhren heimwärts. Hier vollkommen motorradunfreundlich über die B2 nach Starnberg und dann weiter über die Autobahn gen heimwärts. Als alles so schön dahinglitt, wollte eine Dose noch unsere Reflexfähigkeiten und unser Zusammenspiel auf dem Motorrad testen. Auf der Auffahrtspur fahrend zog die Dose ohne Blinker und trotz Verkehr (wir) unmittelbar vor uns auf die Autobahn.

Öhm, Bremse hinten, Bremse vorne – genug Platz – alles gut. Da hätte ich mich auf der VFR wohler gefühlt, definitiv. Nach wenigen Restkilometern rollten wir dann von der Autobahn und waren zu Hause – grinsend.

Danke für den schönen Tag!

Wie üblich auch die Karte des Tracks. Diese Karte zeichne ich nach der Tour, es können also durchaus Fehler enthalten sein. Es ist auch keine Anleitung zum Glücklichsein – sondern ein Hinweis wo es schön ist :)

Gewitterritt voller Emotionalität (Liebeserklärung)

Gewitterfront über München - beim Adminday
Hell for textil! Manchmal eben doch Textil - statt Lederkombi

Nicht immer funktioniert im Leben alles wie man sich das so vorstellt. Das gilt für das Berufs- wie für das Privatleben. Insbesondere Dinge, die einem tief unter die Haut gehen, bilden oft eine Brücke zu tief emotionalen Erlebnissen auf dem Zweirad. Gestern abend durfte ich solch besondere Momente geniessen. Um es abzukürzen – mir war es wichtig von A nach B zu kommen, wobei B meine Wohnung war und der Weg dorthin führte über 30 Kilometer Autobahn, besonders schnell musste es nicht sein. Der Himmel wurde immer dunkler, er war schon fast vollkommen schwarz. Der Wind wurde kräftiger und ein schweres Unwetter kündigte sich an. Dennoch – ich wollte fahren.

Also – auf nach B und ab auf das Motorrad. Den Tankrucksack hatte ich schon unter der wasserdichten Haube versteckt, die Jacke wurde bis obenhin geschlossen, ein Tuch dichtete den Kragen zusätzlich ab. An hatte ich meine Rukka Jacke Athos, Rukka Hose Mika, Daytona Burdit Stiefel und die geliebten Handschuhe Touring Five von Held (mal so aufgezählt).

Der Himmel wurde immer dunkler, noch mal, ein paar Tropfen fielen und dann begann auch schon ein Blitzinferno. Pro Minute schossen mehrere Blitze aus den Wolken und erleuchteten die Szene gespenstisch. Mal leuchtete es über den Wolken, mal zuckten die Blitze in der Ferne auf den Boden. Wunderschön konnte man dort den Wolkenrand erkennen, wo die Wolken der Gewitterfronten aneinanderstiessen. Es sah ein wenig nach Weltuntergang aus, dennoch war es faszinierend. Die Luft war scheinbar in verschiedenen Säulen aufgeteilt. Es gab warme Säulen und kalte Säulen, die ich mit 130km/h durchfuhr – dann immer wieder die faszinierenden Blitze und eine unheimliche Stille.

Es war wie ein Gleiten, fast schon Surfen durch ein Inferno aus – Nichts. Tausende von Blitzen aber kein Donner; mittlerweile war es auch wieder windstill. Die VFR zog sanft mit 130 km/h über die Autobahn und der V4 brummte zufrieden. Die Gewitterblitze waren zwar gleissend hell und erleuchteten immer wieder die Unwetterfronten, waren jedoch noch weit weg.

Die Säulen mit der kalten Luft kamen häufiger, *wapp* *wapp* *wapp* man konnte förmlich den Unterschied im Klang hören, der beim Hineinfahren entstand – dann schoss das Wasser aus allen Himmelstoren. Kalt, mit Hagel, sintflutartig und unglaublich viel. Alles schwamm sofort, das Wasser stand sofort zentimeterhoch auf der Autobahn. Zu diesem Zeitpunkt fuhr ich dank der „Ruhezone“ bei Germering rund 80 km/h schnell. Die Reifen teilten das Wasser mühelos und ich konnte Emotionalität pur geniessen. Sturzbäche flossen über die Autobahn, es bildete sich eine Schicht aus fliegendem Wasser – dort wo die Tropfen von der Wasseroberfläche wieder zurückgeworfen wurden. Sie müssen unglaublich groß gewesen sein, denn die Sicht war kaum beeinträchtigt – dennoch war sofort diese Schicht Wasser da. Die Handschuhe (Leder) waren sofort durch – und ich konnte staunen und fühlen. Ich weiß nicht was nasser war, ich von aussen oder der Helm von innen von den vielen Tränen, die dieses Erlebniss auslöste.

Es war genau einer dieser Momente wo ich mir dachte: Oh, weil geil, dass du Motorrad fährst. Wenn mich zukünftig jemand fragt warum ich das tue, werde ich auf diesen Artikel verweisen und sagen: deshalb.

Nach rund 20 weiteren Minuten kam ich zu Hause an. Viel später natürlich, an schnelles Vorankommen war nicht mehr zu denken gewesen. Ich stellte die Dame (Motorrad) in die Tiefgarage und ging tropfend nach oben. Das Strecken der Hand mit dem Schlüssel zum Schloss löste Sturzbäche aus, die vor meiner Tür eine neue Heimat fanden. Mit einem schnellen Schritt stand ich im Badezimmer und zog die Klamotten aus. Handschuhe: vollkommen durch, Helm – innen naß, da ich die Belüftungen nicht zugemacht hatte. Jacke: vollkommen nass von aussen, innen: trocken. Vollkommen trocken. Bei der Hose das gleiche, ebenso bei den Schuhen. Dabei hatte ich noch gespürt wie das Spritzwasser auf die Schuhe geworfen wurde. Das war für mich einer der Momente wo ich fand, dass eine qualitative Textilkombi aus zwei Teilen durchaus auch Vorteile gegenüber einer Lederkombi haben kann.

Trocken und warm – auch nicht schlecht. Sollten diese Vorteile aber die Abriebfestigkeit von Leder aufwiegen? Ich bin mir nicht sicher. Fest steht aber auch – das war defintiv die beste Kleidung für diesen Moment.

Liebes Rukka Team,

vielen Dank für diese perfekte, wasserdichte Kombination. Gerne würde ich bei euch die Kombination von Leder und Goretex Textil kaufen, wenn das nicht sofort das Auflösen meines Bausparvertrags erfordern würde. Der Rukka Anzug Merlin ist derzeit definitiv ausserhalb meiner Preisliga. 1299€ würde mir für Hose und Jacke noch eingehen – aber nur für die Jacke? Zumal der Rückenprotektor der Merlin Jacke gerade mal dem Level 1 entsprechen soll.

Vielleicht kann Rukka als Premiummarke ein bisschen über die Preisgestaltung nachdenken – dann hätten sie ganz sicher einen Kunden dafür mehr. So bleibt es erstmal bei der Textilkombi – wo die Jacke vielleicht mal über einer Lederkombi gefahren wird. Wäre schön beides zu haben.

Salzkammergut, hin und zurück

Einmal München – Salzkammergut und zurück. Ein einfaches Thema und doch mit soviel Spaß besetzt. Am Samstag ging es morgens früh los. Meine Mutter besuchte das schöne Salzkammergut und ich wollte sie besuchen. Was lag bei bestem Wetter näher als auf die Honda VFR zu steigen und auf einen Kaffee bei ihr vorbeizufahren?

Pünktlich ging es um kurz vor 9 nach einer großen Tasse Frühstück hier in München los. Der Weg sollte mich auf der Autobahn bis nach Österreich führen. Auch wenn das Autobahnfahren zu den weniger beliebten Dingen des Motorradfahrers gehört, lässt es sich auf der VFR ganz gut aushalten. Sie hat genügend PS und ist mehr als ausreichend motorisiert. Dank ihres hohen Gewichts, liegt sie ganz solide auf der Strasse und obendrein nimmt die Verkleidung den Schrecken des Wetters ein wenig. Also, ab auf die Bahn und mit gemütlichen 130 km/h nach Süden. Irgendwann in Holzkirchen traf ich dann auf eine Gruppe von anderen Motorradfahrern und zusammen zogen wir dann gemütlich bummelnd dahin. Die Gruppe fuhr in Freilassing ihre eigenen Wege, ich hatte ein Pickerl (neudeutsch: Vignette) und fuhr die verbleibenden Kilometer noch auf der Autobahn.

Dann hieß es für mich aber auch bald runter von der Autobahn und willkommen im unglaublichen Salzkammergut. Jenes zeigte sich von der allerbesten Seite: Sonne, tiefblauer Himmel und vollkommen klare Luft. Die Straßen nach Bad Ischl sind perfekt ausgebaut und die VFR zieht ihre Bahn. Kurve links, rechts, rechts, geradeaus – es gleitet dahin. Unglaublich schön. Nach einer weiteren Stunde Fahrt war ich dann am Zielort – glücklich, ein bisschen verschwitzt und in einer Vorfreude, dass es irgendwann zurückgehen würde.

Den Tag haben wir im Salzkammergut verchillt und sind ein wenig mit der Dose (allerdings oben offen) durch die Gegend gefahren. Gmunden, am Traunsee, war das Ziel zum Mittagessen. Direkt an der Esplanade haben wir ein leckeres Essen bekommen, serviert vor grandioser Kulisse. Der Traunsee ist schön, tiefblau, beinahe kitschig und strahlt Dynamik aus. Im Gegensatz dazu stehen im Hintergrund die Berge, ebenfalls tiefblau und geben dem ganzen Ruhe. Alles blau in blau – ja, einmalig schön. Den Kaffee zum Essen gab es in Bad Ischl. Eine Stadt, die in jeder Jahreszeit etwas zu bieten hat. Ischl bietet Kaiserzeit, wunderschöne Cafes und kann mit dem Zauner Verführung pur bieten. Geniessen, chillen und einen Eiskaffee schlürfen…

Gegen Abend sollte es nach Deutschland gehen. Die ersten Kilometer durch das Salzkammergut in friedlicher Abendstimmung waren die Fortsetzung des Chillens, wenn….. wenn da nicht diese schwarzen Wände gewesen wären. Die Sonne stand derart tief, dass man über große Strecken direkt in sie hineinblickte und kaum etwas sehen konnte. Als Ausgleich dazu kamen dann lange Schattenpassagen, die einem vom gleissenden Licht in eine schwarze Wand fahren liessen. Als Motorradfahrer: unheimlich. Ich suchte mir eine vernünftig fahrende Dose, hielt ausreichend großen Abstand und hängte mich hintendran. So liess sich wenigstens ein guter Teil der Ruhe bewahren, den „Wandsucher“ konnte ich damit wem anders überlassen.
Note to myself: der nächste Helm bekommt ein Sonnenvisier, herunterklappbar.

Irgendwann hatte mich dann die Autobahn wieder. In langen Schlangen ging es mit 100.000 anderen Menschen in Richtung München zurück. Nicht schön, vermutlich nicht vermeidbar. Ein kurzer Stopp am Chiemsee brachte ein bisschen Erholung für die gestressten Hände. Wer mit der VFR nicht über 80 km/h fahren kann, muss eben das Gewicht des Oberkörpers mit den Händen an den Stummellenkern halten. Dummerweise funktionieren auch die Kühler erst ab 80 km/h vernünftig. Vorher wird sie einfach nur wärmer und wärmer bis der Lüfter einsetzt. Das ist zwar nicht weiter schlimm, sorgt aber dafür, dass auch dem Fahrer nicht wirklich kalt werden kann. Unglücklicherweise gibt es dafür keinen Regler wie bei der Griffheizung.

Nach vielen Staukilometern näherte sich die Abfahrt Holzkirchen. Dort war mein Akku dann wirklich leer – raus! Kaffee trinken, Wasser hinterher und etwas essen. Bei heissen Temperaturen mit dem Motorrad längere Strecken zu fahren ist eine komplett andere Liga als mit dem Auto zu fahren wenn es nur ein bisschen „warm“ ist. Mit teilgefülltem Akku ging es dann auf die letzten 50 Kilometer. Spätestens mit der letzten Abzweigung waren dann die letzten Autos verschwunden. Gaaaas!
Note to myself: Kaufe dir mal eine anständige Lederkombi!
Wunsch: Arlen Ness Multiplex.

Auch wenn die Rukka Textilkombi gut sitzt und klimatechnisch wirklich toll ist – bei höheren Geschwindigkeiten, die die VFR im Gegensatz zur Honda Dominator bieten kann, flattert sie ein wenig. Nicht schön – da würde sich Leder besser anfühlen.

Deutlich später am Abend als geplant aber vollkommen glücklich kam ich dann zu Hause an. Das Motorrad tickerte zufrieden vor sich hin und blinzelte mir zum Abschied zu.

Guten Abend, Kleines – bis zum nächsten Mal!

Anmerkungen:

Das Salzkammergut ist irgendwie schon seit Ewigkeiten Teil meines Lebens. Diverse Urlaube habe ich dort verbracht – im Sommer wie im Winter. Einen Blogpost über einen der Urlaube findet ihr hier: Vier Tage Urlaub im Salzkammergut.
(Ein bisschen Werbung in eigener Sache ist vielleicht erlaubt: Wohnen kann man hier)

Das Motorrad und der Parkschein

Unter der Abdeckungsklappe lassen sich prima Parkzettel festklemmen
Unter der Abdeckungsklappe lassen sich prima Parkzettel festklemmen

Aus der Reihe: „Fragen an die Zweiradfahrer aus dem Alltag“ heute die Frage meines Sohns wie Parkscheine am Motorrad befestigt werden. Die Frage entstand am See als wir auf den Parkplatz mit dem Auto fuhren und ich nach dem Parken den Blick nach schönen Motorrädern über den Platz schweifen liess. Es waren keine vorhanden und die logische Erklärung vom ihm war ganz klar: „Die können ja den Parkschein gar nicht befestigen“.

Kinderlogik – manchmal glaube ich, dass die Welt ein bisschen besser funktionieren würde, wenn wir wesentliche Ressorts der Polititk von Kindern kontrollieren lassen würden. Die StVO zum Beispiel. Zurück aber zur eigentlichen Problematik, wie wird denn nun was befestigt? Die Vignette hatten wir bereits ausgiebig behandelt – der Parkschein ist noch offen. Die Lösung ist ganz einfach. Man kann (zumindest bei Motorrädern von Honda) den Parkschein wundervoll unter die Abdeckung des Schlosses vom Tankdeckel klemmen. Bei den manuellen Wegelagerer Parkplätzen, also Parkplätze bei denen am Eingang jemand steht und einem das Zettelchen verkauft klappt das wunderbar. Sogar mit passenden Bohrungen für die beiden Zapfen an der Innenseite der Klappe. So schon in Bayern erlebt – ob das Zufall war oder ob das geplant war? Haben andere Motorräder diese Zapfen eigentlich auch? Dort wurde mir übrigens auch noch nie ein Zettel geklaut.

Bei den automatischen Wegelagerer Parkplätzen (Stichwort Kassenautomaten) wurde mir in der Tat schon der eine oder andere Zettel geklaut. Vielen Dank dafür an dieser Stelle nochmal.

Damit sollte die Frage mal hinreichend beantwortet sein, mein Sohn fand das ok so – die Marke Honda ist in seiner Wahrnehmung deutlich im Wert gestiegen, dem Zettelhalter sei Dank. Wo lässt man aber nun solche Dinge wie Parkscheiben, andere Zettel oder ähnlichen Krams. Eine gute Frage, die es vermutlich nur in Deutschland gibt, bzw. sie diskutiert wird. Stabile Klarsichthülle und das ganze ans Helmschloss? Am besten mit kleinem Hinweis am Cockpit: „Das Zettelchen/Scheibe finden sie hinten rechts.“

Willkommen in Deutschland!

 

weitere Links:
Blogger broaaaa (Twitterfeed der Person bekannt) hat einen netten Artikel zum Thema Zettelchen und wo zu parken ist und wie veröffentlicht. Immer wieder ein Schmunzeln wert.

Einfach mal loslassen und neue Wege suchen

Route von München nach Percha - beschaulich und grün statt Autobahn
Route von München nach Percha

Manchmal schenkt einem das Leben Glücksmomente, die vorher nicht abzusehen waren. Oft geht es mir so beim Motorradfahren – in den Momenten wo ich eigentlich etwas vorhabe, es anders kommt und es unvorhergesehen viel positiver wird als…

…als es geplant war. Heute war einer der sonnigen Tage, die in diesem Sommer schon ein paarmal vorhanden waren aber eigentlich viel zu selten vorkommen. Wir (die Sozia und ich) hatten kinderfrei und wollten raus. Die Sozia hatte einen durchaus abwechslungsreichen und stressigen Tag hinter sich, bei mir war es der erste Tag nach dem Urlaub. Kurzum – wir wollten ein wenig die Ruhe geniessen und ein wenig Zeit miteinander verbringen. Wir trafen uns zu Hause, schnell noch etwas essen und dann sollte es an den Starnberger See gehen. Es sollte in Percha unsere übliche Badestelle werden, raus aus den Klamotten, rein ins Wasser und ein paar Runden schwimmen. Von unserer Haustür sind es ein paar Abzweigungen, dann sind wir auf der Autobahn und dank VFR auch 10 Minuten später in Percha am See. Das Motorrad findet überall einen Parkplatz – also gleich vorfahren bis auf den Logenplatz und rein ins Wasser.

Ganz so einfach sollte das aber heute nicht werden. Dort wo wir immer rechts in Richtung Autobahn abbiegen war alles gesperrt – kein Durchkommen möglich, die Strasse wurde neugeteert. Dann halt weiter geradeaus, es wird schon irgendwo in Richtung Starnberger See gehen. Die Straße wurde kleiner und enger und dann befanden wir uns auf einer kleinen, kurvigen Strecke neben der Autobahn wieder. 60 km/h waren erlaubt, der Tacho zeigte vereinzelt Abweichungen im Messtoleranzbereich, es floss dahin. Kurve links, ein bisschen den Po verschieben, Kurve rechts, stärker rechts, Scheitelpunkt, Gas – die VFR zieht aus der Kurve heraus, schnurrt bei knapp unter 7000 Umdrehungen noch ganz friedlich vor sich hin. Ein bisschen mehr gedreht, die VFR faucht, die nächste Kurve kommte, *klack* – einen runter, rein in die Kurve….2…*drehen*…*klack*…3

Die Sozia geht mit, lehnt sich von hinten sanft an mich und wir kommen nach schönen Kurven vollkommen tiefenentspannt in Percha an. Unserer Parkplatz ist auch frei und wir gehen lächelnd, glücklich zum See hinunter. Das Schwimmen fiel für die Sozia aus (sie war aber eisern bis zum Bauch im Wasser!), ich schwamm ein paar Meter durch den See und zusammen schauten wir wie sich die Nacht über Starnberg ausbreitete. Der Rückweg ging auch wieder über die kleine Straße zurück nach München. Unschön – der Fernlichtschalter tut nicht das was er soll, nach dem Fernlicht schaltet er nicht korrekt zurück und es wird schlagartig dunkel. Nach 1-3 Sekunden kommt dann das Abblendlicht zurück. Gott sei Dank probierte ich das vorher auf dem Parkplatz im Stehen aus…..

Da muss ich wohl beim nächsten Schrauben mal beigehen (TM). Die VFR steht nun wieder in ihrem Unterstand, tickert friedlich vor sich hin. Sozia und Fahrer sind entspannt und glücklich – wenn mich jemand jetzt fragt warum ich motorradfahre, werde ich auf diesen Abend verweisen.
Die kleine Straße neben der Autobahn hatte ich schon oft gesehen, es war jedoch immer zu hektisch sie zu suchen, Hauptsache schnell zum See. Einfach mal loslassen, sich auf neue Wege einlassen, sie suchen und nicht festhalten.

Den GPS Track gibt es natürlich auch – nachgefahren auf dem gpswandern Routenplaner – es kann sein, dass die tatsächliche Route vielleicht ein bisschen abweicht.

Motorradfahrer sind klein und dick!

Etikett Größe 54 einer Rukka JackeMotorradfahrer müssen kleine und dicke Menschen sein. Diese Behauptung mag sehr gewagt klingen, ich bin jedoch gerne bereit sie zu verteidigen. Ich bin 1.92m groß und gehöre, zumindest nach meiner Empfindung, zu den eher größeren Menschen der Gesellschaft. Mit meinen ~85 kg Körpergewicht bin ich im BMI Bereich gerade noch bei „passend“ auf der Grenze zum Übergewicht. Bei näherem Licht betrachtet bin ich scheinbar ganz normal, das spiegelt sich auch in meinen Gefühlen wider: ich fühle mich vom Körper her relativ normal.

Dieses Gefühl passt überall, nur nicht auf dem Motorrad. Motorrad für die vermeintlich großen Menschen baut nur KTM, alle anderen Motorräder erfordern Umbaumaßnahmen. Meine Honda VFR 800 fährt mit verstellbaren Rasten, die Dominator mit leicht geänderter Lenkerstellung. Soweit so gut, das Thema Motorrad im Sinne des Fahrzeuges kann man damit vielleicht abhaken – wie schaut es jedoch mit der Kleidung aus?

Aus den kommenden Tatsachen enstand meine Behauptung. Ich trage derzeit einen kompletten Satz Rukka Kleidung. Ich empfinde die Kleidung als preislich angemessen, sie ist ausserordentlich bequem, sehr funktional und gut ausschauen schaut sie auch. Die Größe der Jacke und der Hose ist jeweils die Konfektionsgröße 54. Damit bekomme ich oben genug Platz in der Hose am Bund, die Jacke verträgt die daruntersitzende Schildkröte gut und drückt nicht. Sowohl die Arme der Jacke als auch die Beine der Hose sind ausreichend lang. Die Welt ist ganz einfach.

Aus persönlichen Gründen träume ich jedoch von einer Lederkombi – zweiteilig. Am Samstag wagte ich dann das Experiment, schlich in den Louis und probierte wild verschiedenste Jacken an. Das Ergebnis war ernüchternd und die Verkäuferin fasste es mit den Worten zusammen: Schaut aus wie vom kleinen Bruder geklaut.

Von allen erdenklichen Kombi Modellen von Louis passte keine einzige Jacke, auch die vermeintliche Übergröße war satte 2-3 Zentimeter an den Armen zu kurz. Na danke. In der Konfektionsgröße konnte ich annähernd beliebig nach oben gehen – bis 58 habe ich probiert. Das Resultat war einfach ernüchternd: Kilos sind kein Problem, Zentimeter schon. Damit entschwand mein Traum der zweiteiligen Kombi schneller als er sich im Laufe der Zeit bilden konnte.

Da ich schon gerade dort war, probierte ich noch eine der Motorradjeans Modelle aus. In den Kundenkritiken hatte ich bereits viel Stöhnen gelesen: Einheitsgröße (in der Länge)! Auf dem Etikett der Hose lachte eine 36. Ich lachte auch, zog die Hose an und die Verkäuferin konnte auch wieder lächeln. Passt perfekt – kein bisschen zu lang, prima!

Liebe Motorrad Bekleidungshersteller,

ich bin ja gerne bereit eure hochpreisigen Schutzbekleidungen zu kaufen aber gebt mir bitte eine Chance dazu. Produziert nicht nur Bekleidung für Menschen, die 58 in der Breite brauchen aber nur 50 in der Arm/Beinlänge. Wenn ihr die „Frechheit“ besitzt eine Einheitsgröße 36 in der Länge anzubieten, denkt doch bitte einmal an die Arme, ja?

Freundlichst

U.

Was nun? Schwabenleder Kombis kosten richtig Geld – soviel wollte ich vielleicht doch noch nicht ausgeben, oder doch? Hat jemand einen Alternativvorschlag oder kann ggf. einen Hersteller empfehlen?

P.S.: Die Rasten der VFR sind nach hinten verstellt – für die größeren Füße…

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