Archiv der Kategorie: Verkehr

Alles rund die Straße – Stau, Baustelle oder skurriles aus der Welt des Verkehrs.

Das Motorrad und der Parkschein

Unter der Abdeckungsklappe lassen sich prima Parkzettel festklemmen
Unter der Abdeckungsklappe lassen sich prima Parkzettel festklemmen

Aus der Reihe: „Fragen an die Zweiradfahrer aus dem Alltag“ heute die Frage meines Sohns wie Parkscheine am Motorrad befestigt werden. Die Frage entstand am See als wir auf den Parkplatz mit dem Auto fuhren und ich nach dem Parken den Blick nach schönen Motorrädern über den Platz schweifen liess. Es waren keine vorhanden und die logische Erklärung vom ihm war ganz klar: „Die können ja den Parkschein gar nicht befestigen“.

Kinderlogik – manchmal glaube ich, dass die Welt ein bisschen besser funktionieren würde, wenn wir wesentliche Ressorts der Polititk von Kindern kontrollieren lassen würden. Die StVO zum Beispiel. Zurück aber zur eigentlichen Problematik, wie wird denn nun was befestigt? Die Vignette hatten wir bereits ausgiebig behandelt – der Parkschein ist noch offen. Die Lösung ist ganz einfach. Man kann (zumindest bei Motorrädern von Honda) den Parkschein wundervoll unter die Abdeckung des Schlosses vom Tankdeckel klemmen. Bei den manuellen Wegelagerer Parkplätzen, also Parkplätze bei denen am Eingang jemand steht und einem das Zettelchen verkauft klappt das wunderbar. Sogar mit passenden Bohrungen für die beiden Zapfen an der Innenseite der Klappe. So schon in Bayern erlebt – ob das Zufall war oder ob das geplant war? Haben andere Motorräder diese Zapfen eigentlich auch? Dort wurde mir übrigens auch noch nie ein Zettel geklaut.

Bei den automatischen Wegelagerer Parkplätzen (Stichwort Kassenautomaten) wurde mir in der Tat schon der eine oder andere Zettel geklaut. Vielen Dank dafür an dieser Stelle nochmal.

Damit sollte die Frage mal hinreichend beantwortet sein, mein Sohn fand das ok so – die Marke Honda ist in seiner Wahrnehmung deutlich im Wert gestiegen, dem Zettelhalter sei Dank. Wo lässt man aber nun solche Dinge wie Parkscheiben, andere Zettel oder ähnlichen Krams. Eine gute Frage, die es vermutlich nur in Deutschland gibt, bzw. sie diskutiert wird. Stabile Klarsichthülle und das ganze ans Helmschloss? Am besten mit kleinem Hinweis am Cockpit: „Das Zettelchen/Scheibe finden sie hinten rechts.“

Willkommen in Deutschland!

 

weitere Links:
Blogger broaaaa (Twitterfeed der Person bekannt) hat einen netten Artikel zum Thema Zettelchen und wo zu parken ist und wie veröffentlicht. Immer wieder ein Schmunzeln wert.

Die Abziehvignette

„Willkommen in Österreich. Wenn sie auf den Autobahnen fahren möchten, erwerben sie bitte die Vignette“

So oder so ähnlich hallt die Stimme in meinem Kopf. Wenn es nach Österreich geht – Vignette nicht vergessen, alles klar. Dank des ADAC hatte ich diese schon Tage vorher von der warmen Couch zu Hause aus bestellt. Pünktlich kam die Vignette an und ich schaute in dem Heftchen, welches dem ganzen Paket beilag, wie die Vignette bei Motorrädern anzubringen ist. Es heisst so schön – ein nicht leicht zu tauschendes Teil am Motorrad und als Beispiel wird die eine kleine Zeichnung von der Gabel samt Anbringungsbeispiel gezeigt.

Mit einem Schuss Spiritus machte ich mich auf den Weg zu meinem Motorrad, reinigte die Gabel an der passenden Stelle und klebte die Vignette auf. Ich habe sicherlich einmal drüber gestrichen, zweimal – dreimal – hundertmal – ich bin mir ganz sicher.

Die ganze Österreichtour (4 Tage) klebte die Vignette an der Gabel. Nach zahllosen Stunden Fahrens im Regen und wieder in München angekommen, versuchte ich vorsichtig die Vignette zu lösen. Ganz einfach lies sie sich abstreifen, quasi abwischen. Ob die wohl noch lange durchgemacht hätte bevor sie einfach abgefallen wäre?

Liebe Österreicher – ich finde die Vignette ja durchaus auch nicht ganz schlecht aber lasst uns einen besseren Weg finden das Ding anzukleben – schließlich würdet ihr mir auch nicht glauben wenn ich in der Kontrolle behaupten würde, dass die Vignette abgewaschen worden wäre.

First aid … für Motorradfahrer

Es ist keine Pflicht für Motorradfahrer in Deutschland einen Verbandkasten oder Verbandtasche mitzuführen. Andere Länder sind dort deutlich weiter und schreiben das Mitführen eines Verbandpäckchens nach DIN vor. Wer es nicht dabei hat, wird zur Kasse gebeten. Österreich ist ein gutes Beispiel dafür. In Italien hingegen benötigt der Motorradfahrer keine Verbandtasche, dafür soll eine Warnweste mitgenommen werden; eine durchaus interessante Variation.

Vor dem Kauf der VFR hatte ich auf Touren oder längeren Ausflügen immer eine kleine Verbandtasche im Tankrucksack dabei. So ein Ding nimmt nicht sehr viel Platz weg, macht sich gut in einer der Seitentaschen des TRS und gut. Mit dem Kauf der VFR habe ich nun immer eine solche Verbandtasche bei mir, da es dafür einen eigenen, vorgesehenen Platz unter der Sitzbank gibt. Jetzt, unmittelbar vor dem Österreich Trip habe ich die überalterte Tasche entfernt und durch eine neue ersetzt. Mit rund 10 Euro ist man dabei und hat Ruhe für die nächsten Jahre.

Bei dem Entnehmen der alten Tasche kam mir die Idee zu diesem Blogeintrag. Sie einfach mal zu öffnen und abzulichten. In einer kurzen Nachfrage bezüglich der Mitnahme von solchen First Aid Kits auf Twitter kamen interessante Antworten (Auszug):

@rabenfeder:
„Frisches Verbandspäckchen für #motorrad gekauft. Bin ich eigentlich der einzige, der so ein Ding dabeihat?“

@_seitwaerts_:
@rabenfeder nein, ich hab normal auch eins dabei. ist doch eine gute sache, und so klein, dasz es immer platz findet

@MaxED9:
@rabenfeder hab auch eins dabei

@Hepolite:
@rabenfeder Hab‘ auch in jedem Bike eins unter der Sitzbank oder zur Not im Rucksack. In erster Linie um Helfen zu können :-)

Natürlich kamen auch Nachfragen wo ich das Ding denn lassen würde – die Antwort findet sich oben. Spannenderweise kam von keinem die Aussage, dass dies vollkommener Blödsinn sein und Motorräder schon seit Ewigkeiten nichts dieser Art dabei hätten. Aber Moment mal – meine VFR ist Baujahr 1998. Sie hat ein entsprechende Fach bereits ab Werk vorgesehen. Selbstredend hat meine Honda Dominator weder ein Verbandpäckchen noch den Platz irgendwo dafür. Für die Domifahrer gibt es die Möglichkeit das Ding anstelle des Fahrer Manuals vorne in die Miniverkleidung zu pappen.

Zwischenstand: Es gibt durchaus viele aktive Befürworter und bislang keinen offenen Gegner; Fragen des Ablageortes bleiben jedoch bestehen. Aus eigener Erfahrung weiss ich wie sinnvoll so ein Päckchen sein kann. Beim letztjährigen Honda Dominator Treffen hat sich jemand gut geschnitten, da taten es die Pflaster aus dem Päckchen und einer Sozia eines anderen Motorradfahrers konnte mit einer Mullbinde ausgeholfen werden, nachdem sie sich unschön am Auspuff verbrannt hat.

Der Inhalt von diesen Verbandspäckchen:

…ist nach DIN vorgeschrieben. Ich habe mein abgelaufenes Päckchen mal ausgekippt, den Inhalt von den Verpackungen befreit und fotografiert (von links oben nach rechts unten):

  • Beschreibung / Infobüchlein „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“
  • Pflaster (Wundschnellverband)
  • Omni/Hansaplast Klebeband
  • 2x Verbandspäckchen – Mullbinden
  • Rettungsdecke (goldfarbene Alufolie)
  • Erste Hilfe Handschuhe („Aids Handschuhe“)
  • Verbandtuch
  • Verbandsschere

Alles ist mehr oder minder von alleine zu verstehen. Im Schnelldurchlauf heisst das: Pflaster für kleinere Schnitte, Schürfungen – ob das bei einem grösseren Unfall Sinn hat wage ich durchaus zu bezweifeln, für den Feld, Wald und Wiesn Unfall – ein Schnitt, beim Schrauben gezwickt – absolut sinnvoll. Die Rettungsdecke ist besser als ihr Aussehen. Die Dinger helfen wirklich und isolieren sinnvoll. Kann auch sinnvoll dazu verwandt werden tropfendes Öl aufzufangen. Die Dinger sind erstaunlich reissfest!

[Anmerkung und Edit: Nein, es ist nicht meine Absicht die Lehrgänge für die Sofortmaßnahmen einzustellen und stattdessen mit Büchern die Welt zu verbessern. Geht auf die Kurse – und zwar regelmässig! Als Referenzkarte halte ich die Dinger dennoch für sinnvoll – danke Juergen für die Anmerkung]

Dann nahm ich mir das kleine Büchlein vor. Es ist dort alles beschrieben und schön erklärt. Kleingeschrieben und in 10 Punkt Schrift bei Dunkelheit mit zittrigen Fingern vollkommen unleserlich dargestellt. Zudem liegt das Papierbüchlein komplett ungeschützt in der Verbandtasche. Nach ein paar Jahren im Motorrad wird hier vermutlich alles vergilbt sein und damit auch nutzlos sein. Wie schaut es denn mit einer eingeschweissten Version zum Auffalten aus? Kostet nicht so sehr viel mehr – wäre aber sinnvoll und haltbarer. Vielleicht würden ein paar Zeichnungen vieles auch noch besser darstellen – also, verbessern bitte! Sicherlich ist dieses Heft nach den letzten Erkenntnissen zusammengestellt und redaktionell sorgfältig geprüft worden.

Mein Vorschlag:

Ein paar eingeschweisste oder gummierte Karten mit Zeichnungen halte ich für deutlich besser. Einfache „Flowcharts“ was in welcher Reihenfolge getan werden sollte, sind doch einfach in Form von Icons und Strichmännchen darzustellen. Ich halte es durchaus für sinnvoll eine Unfallstelle gut abzusichern und zu markieren. Mit einer einfachen Seite ist das darzustellen, auf der Rückseite können dann weitere Maßnahmen vermerkt werden. Weitere Karten können dann das kleine Büchlein ablösen und auf lebensrettende Sofortmaßnahmen eingehen. Spiralbindung drum – fertig. Dabei finde ich es sinnvoll ein faltbares Warnzeichen auf reflektiver Folie beizufügen. Die Wärmedecke ist nicht groß im zusammengefalteten Zustand, kann aber groß entfaltet werden. Ein leuchtendes Dreieck im A4 Format ist sicherlich gut umzusetzen.

Mal sehen, vielleicht finden sich glatt ein paar Leute für eine Initiative für eine solche Kärtchensammlung. Im *.svg Format gezeichnet, gehostet bei github. Warum nicht?

OpenStreetMap – reloaded

OpenStreetMap auf meinem Garmin HCx Legend hat mich immer wieder den Nerv gekostet. Die Darstellungen waren zum Motorradfahren grausig, das Routing ein Alptraum – der Detailreichtum viel zu hoch. Nie wieder wollte ich mich diesem Thema zuwenden. PUNKT!

Aber manchmal entwickeln sich Dinge anders als man im ersten Moment glaubt. Mein Arbeitgeber betreibt interessante Dinge mit OpenStreetMap und nun bin ich auf einmal „Insider“, da ich den Serverpart übernommen habe. Ich weiß wie die Karten gerendert werden, ich weiß wie die Karten erstellt werden, was welche Layer beinhalten und so weiter. Kurzum, eine neue Sichtweise ist entstanden und eine neue Vision. Ich werde in der nächsten Zeit eine Motorradkarte für mein Garmin entwickeln. Basierend auf OpenStreetMap mit brauchbarer Darstellung für das Motorrad. Der Toolchain wird auf meinem MacBook heute abend noch installiert – err, auf meinem krassen RootServer – dann wollen wir mal sehen.

Das kann doch nicht so schwer sein!

Kartennavigation oder GPS mit OpenStreetMap

Kartenausschnitt der Generalkarte Deutschland
Kartenausschnitt der Generalkarte Deutschland

Der Minoura Space Grip ist ab. Warum? Er wurde einfach nicht mehr benötigt, da ich mit meinem GPS Gerät, einem Garmin HCx Legend und den Openstreetmap Karten einfach total unzufrieden war. Somit wurde er nicht mehr benötigt und konnte abgeschraubt werden.

 

Vielleicht lohnt ein kurzer Blick hinter die Kulissen. Ich hatte in einem Blogartikel berichtet, dass ich mir Openstreetmap Karten auf dem Motorrad näher ansehe. Auf meiner Domi Tour hoch zum Domi Treffen nach Stadtoldendorf war das Legend die ganze Zeit angeschaltet und führte mich dort hinauf. Mit der Routingqualität war ich damals begrenzt zufrieden, die Darstellung war vollkommen motorradfremd. Es war auf dem kleinen Display nicht auszumachen welche Strasse nun die wesentliche ist. Mal war der Detaillevel zu hoch, mal zu niedrig. Die Quantität der Informationen war schlicht falsch gewählt.

Einige Monate später, jetzt vor der grösseren Wochenendtour lud ich mir die neuen Karten der Geofabrik herunter (Süddeutschland) und übertrug sie auf mein Garmin. Bei meinem Ausflug fuhr ich ein kurzes Stück durch Österreich, dort verliess mich das Routing, klar – wer die falschen Informationen auf dem Gerät hat, darf sich nicht wundern. Dennoch, einen Fortschritt bei der Darstellung oder aber bei der Routingqualität konnte ich nicht feststellen. Ein Problem findet man beispielsweise bei fehlerhaften Routings bei Autobahnhilfsausfahrten für die Betriebsdienste. Diese werden als korrekte Wege eingetragen und werden im Routing voll berücksichtigt. Das „Abfahren“ kann so durchaus zu einer interessanten Sache werden. Ebenfalls fielen mir Fehler bei der Routingart auf. Forstwege wurden so zu Nebenstrassen, über sie fand ein Routing für Kraftfahrzeuge statt, die dort nicht fahren durften.

Mit meinem Bruder habe ich in einem Sommerurlaub mal solche Fehler korrigiert. Es war eine Sauarbeit und hat zumindest in einem Bereich zu einem korrekten Routing geführt. Siehe Infos im Openstreetmap Changes Log (#5493035). Bis OpenStreetMap tatsächlich vollständig den kommerziellen Anbietern den Rang ablaufen kann, wird es noch einige Zeit dauern.

Aufgrund der bisherigen Fehler und der grausigen Darstellung auf meinem Gerät habe ich mich daher entschlossen das GPS im Tankrucksack zu verstauen und im schlimmsten Falle mir dort Hilfe zu holen. Damit war der Spacegrip überflüssig und konnte abmontiert werden.

Die neue Liebe hingegen sieht anders aus und besteht aus einer alten Karte. Ich habe mir daher die Generalstabskarte in der Motorrad Ausgabe für meinen Bereich gekauft. Ich war von der ersten Sekunde von der Darstellung begeistert! Motorradstrecken, die zu einer Tour kombiniert wurden, sind mit dicken rosa Markierungen gekennzeichnet, interessante Motorradstrecken wurden mit Grün markiert. Dazu wurden interessante Orte gekennzeichnet und Aussichtspunkte hervorgehoben.

Auf einmal fand ich mich Abend für Abend am Küchentisch wieder. Es wurde die Karte studiert, mögliche Routen wurden in kleinen Roadbooks niedergeschrieben, Links aus dem Internet wurden speziell abgelegt. Kurzum – ein Mehrgewinn dank analoger Technik. Auf diese Karten möchte ich nicht mehr verzichten. Dennoch ist nicht überall Gold – die Karten dieser Ausgabe sind massiv veraltet. Mittlerweile sind sicherlich 5 – 7 Jahren über dieses Kartenwerk gegangen. Für rund 5 Euro stimmt der Preis dennoch. Die Karten sind speziell beschichtet, man kann prima mit einem weichen Bleistift auf ihnen malen, auch Faserschreiber hält gut und ist prima zu entfernen. Wasserdicht sollen sie obendrein sein, ich möchte es nicht ausprobieren. Dennoch – das bisschen Nässe im Tankrucksack sollten sie locker abkönnen. Verfahren habe ich mich mit diesen Karten nicht, zumindest nicht öfter als mit dem OpenStreetMap Routing.

Die Zeitschrift Motorrad bietet weitere Kartenedition an, so ein Ringordner mit Karten im freundlichen Tankrucksack Format. Hat jemand damit schon Erfahrungen gesammelt? Für mich ist jedenfalls das Thema Hand GPS und Motorradrouting durch und die analoge Karte hat ihren Siegeszug (mal wieder) angetreten. Irgendwie fühle ich mich mit Papierkarten einfach wohler – das war aber eigentlich schon immer so. Das Gehype rund um die Technik war vielleicht einfach auch nur zu sehr eingeredet – auch das muss man erkennen. Ich fühle mich (wieder) ein bisschen gereift.

Honda NX 650

Hej, gestern abend konnte ich endlich meinen Traum abholen und die ersten Meter auf meinem ersten Mopped fahren. Die Einweisung vom Honda Händler waren wie bei einem Neufahrzeug, der Mechaniker hatte selber viele Jahre eine Dominator und gab viele Tipps und Tricks zu dem guten Stück. Die ersten Meter waren überaus spannend, mehr von Bedienung als vom Fahren geprägt. Das erste Mal Tanken war ein kleines Abenteuer.

Hier noch die Originaltweets dazu:

Unterwegs in der nervigen S-Bahn. Wenn alles klappt, kann ich Claire (#Honda NX 650) heute abholen. Daumen drücken!
May 25, 2010

Die ersten Meter. Wow, ziemlich cool.
May 25, 2010

Gedanken zur Führerscheinneuregelung

Voila – der Lappen liegt nun auf dem Tisch. Lappen ist vielleicht der falsche Ausdruck für die neue Plastikkarte mit der ich als Nichtraucher noch einfacher als bisher Zigaretten an Automaten erwerben kann. Alles hat seine Vorteile. Die Freude ist gross, Claire (Red: Name des neuen Motorrads) wartet darauf die richtige Kennzeichentafel zu erhalten, alles ist gut.

Zeitgleich wird im Bundestag über eine Neuregelung der Führerscheine für Motorrad gesprochen, debattiert und kontrovers diskutiert. Ein erneutes Zitieren der Regelungen und der Vorschläge wird dieses Blog nur sinnfrei mit Inhalt vollpappen – wer möchte kann diese Regelungen hier nachlesen: Link.

Von meiner Seite nur ein paar Gedanken zu einigen von den Forderungen.

  • Personen, die länger als 15 Jahre einen Führerschein der Klasse B besitzen, müssen für den Führerschein A1 nur noch eine spezifische theoretische Prüfung ablegen sowie nach einer praktischen Ausbildung am Motorrad eine praktische Prüfung absolvieren.
  •  

Ich gehörte zu dieser Gruppe von Menschen. Interessant ist die Frage was sich hier eigentlich ändert im Gegensatz zum bisherigen. Die Antwort ist einfach: die Grundaufgaben entfallen, sprich die „normalen“ Regeln im Strassenverkehr werden nicht mehr geprüft. Gerade die sollte doch jeder im Schlaf beherrschen, oder?

Hand auf Herz – derjenige, der wie ich nach 20 Jahren mal wieder einen Führerschein macht, wird verdammt viel neues hören. Hier ein kleines Beispiel:

Ein Linienbus oder ein Bus mit Schulkindern, der mit eingeschalteter Warnblinkanlage an eine Haltestelle heranfährt, hat sofort ein Überholverbot zur Folge, nach seinem Anhalten darf er anschliessend in Schrittgeschwindigkeit überholt werden – beides gilt auch für die Gegenfahrbahn sofern diese nicht baulich abgetrennt ist.

Mal kurz nachgedacht und zu dem Schluß gekommen, dass dieses Verhalten also das nicht Überholen und vor allem die Sache mit der Gegenfahrbahn nie im Alltag zu finden ist. Eventuell wird ein wenig gebremst wenn der Bus auf der eigenen Seite ist aber Schrittgeschwindigkeit? Wer denkt daran schon im Gegenverkehr? Auch recht delikat an der Überlegung und ein kleineres, weiteres Beispiel: Wenn der Bus in eine Bucht fährt, die an einer Haltstelle gelegen ist, gilt diese Regel dann auch?

Antwort: Ja, uneingeschränkt, da diese Bucht auch zur Fahrbahn gehört und damit Teil des Verkehrsraums ist. Man könnte ja dort halten, um jemanden einsteigen zu lassen.

Wenn du obige Sachverhalte schon kanntest, herzlichen Glückwunsch. Damit hast du zumindest den Hauch einer Chance in einer Theorieprüfung mit Grundlagen. Von anderen Dingen wie Abständen beim Halten/Parken möchte ich an dieser Stelle nicht beginnen.

Ich halte es daher für hilfreich das angestaubte Fahrschulwissen mal wieder aufzufrischen und den Staub herunterzupusten. Insgesamt werden mit dem Passus oben dem A1-B Umsteiger (also Auto auf Motorrad 125ccm) 6 Stunden Theorie erspart. Das sind 6 Termine, die für gewöhnlich am Abend stattfinden. Meine Fahrschule bot 2 Termine pro Woche an und in 3 Wochen ist der Kram vom Tisch.

Schmankerl: Der spezifische Teil der Motorrad Ausbildung ist dennoch auch in der Theorie erforderlich. Das sind 4 Stunden. In Summe 10 Stunden, die meiner Meinung nach gut angelegt sind. Wenn ich mir den heutigen Straßenverkehr ansehe, die Geschwindigkeiten, die von 300PS starken Autofahrern (Stichwort SUV) unbedingt erreicht werden müssen, dann halte ich eine Auffrischung des Wissens turnusmässig für sehr hilfreich.

Von dem Punkt: Erste Hilfe am Unfallort mag ich hier nun gar nicht sprechen.

Ein neuer Führerschein und ein neues Mopped

So – der Führerschein ist geschafft. Yay! In Protokollform liest sich das in etwa so:

  • 11.30 Uhr – Ankommen an der Fahrstunde
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  • 11.35 Uhr – Technische Frage des Prüfers am Motorrad beantworten (Bremsflüssigkeit)
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  • — – (warten während der erste Prüfling fährt)
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  • 12.30 Uhr – Beginn der Fahrprüfung
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Auf zum Übungssträsschen in knapp 2 Kilometer Entfernung mit anschliessenden Grundfahrübungen. Stop-and-Go, Gefahrenbremsung, Slalom mit Schrittgeschwindigkeit, Ausweichen mit Bremsen, Schneller Slalom, fertig. Die nachfolgende Prüfungsfahrt sollte mich über grosse Strassen aus München heraus auf die Autobahn führen. Dank der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h zu Beginn war das Einfädeln überhaupt kein Problem, Autos waren keine in der Nähe und so konnte ich mich ganz auf meine Fahrt konzentrieren. Nach drei Ausfahrten ging es von der Autobahn herunter, ein kleines Stück Landstrasse schloss sich an.
Dann hiess es – nächste Ampel links – die Strasse wurde schmaler und schmaler, eng und enger. Die Strasse war gepflastert mit Rechts-vor-Links Einmündungen, zeitweilig fragte ich mich ob diese Strasse noch 30 oder schon zur Spielstrasse geworden war. Nach gefühlten 30 Minuten (real 20 Minuten) Rumkurven innerhalb der Ministrassen ging es auf grösseren Strassen zurück nach München. Nach insgesamt 50 Minuten Fahrens war der praktische Teil der Fahrprüfung beendet.
Ich hatte bereits beim Anhalten ein durchaus positives Gefühl, wesentliche Fehler habe ich nicht bemerkt und so hat es der Prüfer auch gesehen. Voila, A unbeschränkt wurde ausgehändigt und nun bin ich stolzer Besitzer eines weiteren Führerscheins.

Unmittelbar nach dem Bestehen des Führerscheins begann die Suche nach dem richtigen Zweirad. Was sollte es denn werden? Eine Enduro wäre eine nette Sache – vielleicht eine Honda FMX? Ich möchte insgesamt nicht mehr als 3000€ zum Einsteigen ausgeben, gerne jedoch auch diesen Betrag wenn die Qualität des Gegenstücks stimmt. Mittlerweile bin ich durch einige Modelle durch und der Horizont öffnet sich langsam. Die Honda FMX ist zwar relativ jung, wurde jedoch wohl von den bisherigen Besitzern, deren Motorräder ich sehen durfte, nicht sonderlich geliebt. Es waren abgeliebte oder lieblos behandelte Schätzchen, deren bester Lack vermutlich schon kurz nach dem Werk abgefallen war.

Ich werde mich nun ein wenig weiter in die Mitte konzentrieren. Vielleicht sollte ich mich mit meinen 1.92m doch mal auf eine Honda CB 500 setzen. In der Fahrschule hatte ich ein gutes Gefühl auf einer CBF 600 in der ABS Variante. Auf den längeren Touren (drei Stunden Fahrt bei Dunkelheit, vier Stunde zusammenhängender Fahrt über Autobahn und Landstrasse) fühlte ich mich prima. Auch wenn es vielleicht komisch von aussen aussieht, ich fühlte mich auf der 600er durchaus wohl.

Aus verschiedenen Foren kann man von 1.95m Fahrern auf einer CB 500 lesen, die auch problemlos längere Strecken fahren. Vielleicht kommt es erstmal auf den „Beginn“ an und auf die ersten Erfahrungen bevor man wirklich weiss was man genauer sucht.

Mein Einsatzprofil ist definitiv der Stadtverkehr, bzw. stadtnahe Verkehr. Das schreit nach gutem Handling und leichter Maschine. Ein Blick in Mobile.de verrät einem alles – so richtig wird das wohl nichts werden. Sämtliche reine Stadtmaschinen sind vollkommen vergurkt und werden hochpreisig versucht zu verkaufen. Grössere Maschinen mit unbedeutend weniger Laufleistung werden dagegen verschleudert. In meinem Kopf beginnt ein Denkprozess.

Vielleicht sollte ich auf einer CBF 500 mal ausgiebig probesitzen, eine Runde probefahren und anschliessend so ein Ding erwerben. In die Arbeit fahre ich dann nur noch mit dem Fahrrad, parke das Mopped in der Tiefgarage und fahre nur zum Genuss damit durch die Gegend. Das könnte auch ein Vorgehen sein.