Archiv der Kategorie: Soziales

Eine Schublade für alles mögliche was mit dem Miteinander zu tun hat. Biker mit Bikern, Bikern mit Dosenfahrern, Biker alleine.

Beziehungen – Eine Liebe zieht weiter….

Mit Motorrädern ist es ja irgendwann wie mit Beziehungen, sie wachsen über die Zeit immer enger zusammen und nach einigen Jahren ist man zu einem Paar geworden. So war das auch mit meiner Liebe zur Honda Dominator, dem Eintopf.

Aber auch im richtigen Leben erscheint ab und zu eine Liebesbeziehung, etwas was irgendwie mehr reizt, einem mehr gibt und schon fliegen Schmetterlinge und eine neue große Liebe entsteht und hält für ewig. Und wenn sie nicht ….

Heute ging eine Liebe für mich zu Ende – die Honda Dominator ist verkauft worden und damit schliesst sich ein Kapitel eines Buches. Liebes Domitier mache es gut, sei dem Nachbesitzer auch so treu und schenke ihm schöne Touren und eine schöne Zeit. Ich habe viel auf dir gelernt, über das Leben, die Liebe und was es heisst Motorrad zu fahren. Der Alexander (@pistonpin) brachte dich damals in Spiel und es war genau das richtige Motorrad zu diesem Zeitpunkt.

Ich wische nun meine Tränen beiseite und winke dir noch ein bisschen nach.

Ein Bild mit Erinnerungen, …

in der Restauration (VW 1303)

Wir alle kennen die Art von Bildern, die in uns besondere Erinnerungen wecken. Nachdem ich im vorherigen Artikel bereits von meinen Käferexperimenten gesprochen habe, ist hier nun eines dieser Erinnerungsbilder. Dieser Käfer, es ist ein 1303, kam zu mir, als ich meinen geliebten 1302 nach einem Unfall verschrotten musste. Irgendwie gibt es dummerweise kein Bild von dem 1302, daher ist es nun eins vom 1303.

Das Bild entstand irgendwann am frühen Morgen von einem Bekannten und Freund der Familie bei dem morgendlichen Rundgang mit Hund. Das Bild schenkte er mir viel später – als Abzug auf Papier. Beim Sortieren meiner Alben und Fotomaterialen kam dieses Bild wieder zum Vorschein und ich fotografierte es einfach für dieses Blog ab.

Manchmal kann man stundenlang vor diesen Bildern sitzen und in den Geschichten und Erinnerungen baden. Ich gehe nun mal schwimmen.

Kleiner Nachtrag: Dieser Käfer sollte es nicht mehr schaffen, er hatte den Rahmenkopf bereits voller Rost, der Motor hatte den typischen Riss zwischen den Zündkerzen nahe des 3. Zylinders wo der Ölkühler erfolgreich die Kühlung verhindert. Ach, ein Käfer. Ja – auf ein 1302 Cabrio könnte ich auch noch irgendwann. Wer weiss, vielleicht nimmt mich jemand einmal mit.

Dreckspfoten, Kettenschmiere – Olivenöl statt Handwaschpaste

Früher fand ich es immer toll wenn ich als Kind beim Arbeiten im Dreck helfen durfte – bis zu einem gewissen Alter natürlich nur. Danach durfte ich manchmal die tolle Handwaschpaste mitbenutzen, es war ein großer, grüner Topf. Irgendwann liess das erst mit dem Helfen, dann mit dem Dreck nach und damit war es gegessen mit Handwaschpaste und anderen Dingen.

Später sollte so Kinderkram durch Bremsen- und Teilereiniger ersetzt werden. Schliesslich ist man ja ein Mann geworden, es handelt sich auch nicht um Dreck sondern stattdessen um das erste eigene Auto! Insbesondere in meiner Käferzeit (VW 1302, 23 Liter auf 100km dank Kaltstart Automatik in der Stadt) konnte ich mich an die eine oder andere durchschraubte Nacht erinnern. Nach einem kolossalen Unfall (für den Käfer), hatte es die Familie satt und half mir finanziell ein wenig aus und ein Neuwagen (Fiat Cinquecento) machte aus mir einen Menschen mit sauberen Händen. Ja, dabei hätte alles so bleiben können. Wenn, …

Wenn nicht die Sache mit den Vespa gekommen wäre. Dort gab es Dreck genug, vorzugsweise durch Motorreinigungen von italienischen Importmodellen auf die Pfoten gebracht. Igitt, wie oft muss ich noch an diese Tatsache erinnert werden! Trotz Bremsenreiniger, trotz Handwaschpaste oder anderen Dingen: diese Pfoten waren für die Ewigkeit schwarz! Über Handwaschpaste konnte dieser Dreck nur lachen, Handwaschpaste war nicht die Lösung. Also: Hände schruppen und danach irgendwo noch ein Hähnchen essen gefahren. Spätestens mit den Zitronenreinigungstüchern für die Finger (Wienerwald hat mir da viele gute Erfahrungen eingebracht) waren sie blitzeblank sauber und ein wenig mehr Dreck im Magen. Sicherlich nicht sehr gesund aber die Reinigung ging schnell und einfach von statten.

Endlich – auch die Vespa Zeit ging vorbei. Mittlerweile gibt es nur noch saubere Hände – bis zu dem Zeitpunkt  der Honda Dominator und ihrer Kette. Auch die VFR hatte das Kettenfett überall hingeschleudert, also: alles wieder schwarz. Aus dieser Zeit kommt der folgende Tip: Das perfekte Reinigen von Händen von Öl, Schmier und Dreck – mit Olivenöl.

Nach dem Schrauben schüttet man sich einen guten Schuss Olivenöl auf die Hände und massiert es schön ein. Das geht sogar beim Bier noch ganz akzeptabel. Die Hände wäscht man danach ganz einfach mit Spüli („sie baden gerade ihre Hände drin“) und alles ist blitzeblank sauber. Klingt nicht sinnvoll? AUSPROBIEREN.

Mittlerweile bin ich älter und reifer geworden, ich weiss was ich vertrage oder nicht. Meine persönliche Wahl: Bio Olivenöl. Man gönnt sich ja sonst nichts. Man(n) kann durchaus auch Sonnenblumenkern Öl nehmen, Bio sollte es halt schon sein. Wie sagte schon Werner: Mit dem Öl nicht sparsam sein!

Aufgewacht, ….und in die Garage geschaut (und der TÜV…)

Willkommen zur Neueröffnung. Noch hat sich in diesem Jahr nicht soviel getan – München und Bayern liegt unter Eis und Schnee und damit ist das Motorradfahren als Fortbewegungsmittel doch sehr in den Hintergrund getreten.

Das Blog ist wieder da! Yay, bei einem neuen Hoster, mit mehr Inhalt, mehr Posts und mehr Bildern – dieses Jahr, wirklich – versprochen. Der Blick in die Garage zeigt zwei verschlafene Motorräder und der Unentschlossenheit doch mal eins zu verkaufen. Oder auch nicht, oder … ich weiss nicht. Aber sinnvoll wäre es ja schon. Aber welches nur? Gut, das vertagen wir erst einmal, wir kommen damit nicht voran.

HALT! Bei einem ist der TÜV schaurig lange abgelaufen (1 Jahr), darum muss ich mich mal kümmern. Am liebsten in einer All-in-one Lösung, ab zum Händler und Inspektion machen lassen, mit TÜV. Dummerweise findest man nirgendwo eine sinnvolle Quelle wie man das Ding nun zum TÜV/Händler bekommt. Darf man dort auf eigener Achse hinfahren? Angemeldet ist sie ja schliesslich.

Wer was weiss – die Kommentare sind offen. :)

Wenn Freunde gar keine Hilfe sind, …

Dann ist man ganz schön verloren. Ehrlich mal. Ich meine im Grunde genommen brauche ich kein neues Motorrad. Schon gar keine KTM – keine tausend Meter – Duke. So einfach ist das. Auch wenn der Clemens sich so eine Karre (allerdings die Große) gekauft hat, ich brauche sowas nicht. Ich bin auch schon älter. Und gesetzter und ausserdem fahre ich aus Vernunft, nicht aus anderen Gründen.

Vielleicht können andere essen, Golf spielen oder noch Sex haben – ich brauche das alles nicht. Überhaupt nicht – ich bin schliesslich ein Mensch der Vernunft! 650 ccm von der Honda Dominator, 690 von der Duke – alles Mumpiz. Ich brauche sowas nicht. Und ich brauche kein neues Motorrad. BASTA!

Und dann kommt dann der Spaziergang am Wochenende. Vorbei am KTM Händler wo eh nur sinnbefreite Motorräder im Schaufenster stehen. Solche PS Monster, die beim Beschleunigen Drehmomentindikatoren auf den Asphalt malen. SOWAS brauche ich wirklich nicht. Und dann, dort… dahinten….was ist das denn? Die ist ja knuffig. Irgendwie nicht so groß und auf Krawall gebürstet. Hola, das ist ja nun was anderes. Mal ein Motorrad der Vernunft – nur 200 ccm, das reicht doch für die Stadt. Also, ….

Und ich brauche dennoch kein Motorrad – zumindest kein neues. Ne, sowas will ich nicht, wobei – vernünftigt wäre es schon. Ich beschloss PistonPin zu fragen. Der hat mich schon immer beraten und wir mir abraten.

… hat er nicht getan. „Machs doch“ oder so ähnlich war seine Antwort. „Blablabala, ideales Motorrad für die Stadt, … optimal für …., schaut toll aus…“ oder so ähnlich. Na super. Danke, das war nun echt gar keine Hilfe.

KTM Duke 200 - Ein Motorrad der Vernunft
(c) KTM, ein Motorad der Vernunft

Das ist nicht sinnvoll – ich werde das nicht tun. Zur Sicherheit werde ich am Samstag vormittag noch einmal beim KTM Händer vorbeischauen.

[…]

Ich bin der Chef! Pesto (nicht) nur für Treffen

Situation bekannt? Irgendwer trifft sich irgendwo zum Grillen, man soll auch kommen und soll etwas mitbringen. Solche langweiligen Dinge wie Fleisch und Würstchen hat jeder mit und keiner wird sich daran erinnern, dass der Typ mit der roten Honda VFR, der Name ist mir entfallen, Würstchen von der Tankstelle mitgebracht hat.

Nein, zumindest ich bin schon eine Spur älter, die Jungen werden schon ausreichend Würstchen von der Tankstelle mitbringen. Den Grill kann ich leider auch nicht mitbringen, da ich eine VFR fahre. Sorry, das schaut einfach doof aus – das müsst ihr doch bitte verstehen. Es ist ein Sporttourer und keine Goldwing.

Gut – irgendwas muss man aber nun doch mitbringen. Ultimativer Tip: Macht ein Pesto der besonderen Art. Jeder wird sich an euch erinnern, jeder wird euch danach einladen und schmecken tut es auch noch. Nebenbei werden die Mädels auf dem Treffen euch entweder blanko einladen oder sie werden euch in ein Gespräch über das Pesto verwickeln. Essen kann man das Pesto zu allem: Baguette oder Weißbrot, gegrilltem Fleisch, einfach nur so oder zu Nudeln.

Gebraucht werden folgende Dinge:

  • ein Mörser (die Dinger kosten ab 5 Euro aufwärts und halten ewig)
  • 20 g. Pinienkerne
  • 1-2 große Pflanzen Basilikum
  • 1-2 Teelöffel grobkörniges Salz
  • 2 Knoblauch Zehen
  • eine kleine Ecke Parmesan (40g.)
  • eine kleine Ecke Peccorino (10-20g)
  • 100 – 200ml Olivenöl
  • eventuell Sherry

Das Zeug lebt sehr von der Qualität der Zutaten! Der Basilikum schmeckt am besten von der lebenden Pflanze (nicht vom Bund), das Olivenöl sollte schon hochwertiger sein. Insbesondere vom Olivenöl lebt das Pesto, also sich an Andi (Werner) halten: Mit dem Öl nicht sparsam sein.

Los geht es! Die Pinienkerne werden in der Pfanne angeröstet. Aufpassen dass die Röstaromen nicht überhand nehmen und alles schwarz wird. Danach werden die zwei Knoblauchzehen von ihrer äusseren Schale befreit, in kleinere Stück geschnitten und mit den Pinienkernen und dem Salz in den Mörser geworfen. Während die dort faul rumliegen kann man schon den Basilikum waschen und die einzelnen Blätter mit Küchenpapier abtrocken. Wer zu faul zum Abtrocknen der einzelnen Blätter ist, kann jetzt einen Sherry trinken und lässt die Dinger einfach eine Stunde an der Luft trocknen.

Nun werden die Pinienkerne und der Knoblauch zerstossen. Da kommt ein brauner ganz feiner Brei heraus. Es sollten wirklich keine Stücke mehr zu erkennen sein, das sieht dann aus wie Auspuffdichtmasse. Anschliessend werden die Basilikumblätter in keine Stücke zerrupft und mit in den Mörser gegeben. Mit der Hand wird nun mit dem Stößel das Zeug zu einer Masse zerdrückt. Die Betonung heisst zerdrückt und gemahlen. Nicht zerstampfen! Wir machen hier keinen Wein, wir wollen Pesto machen. Teures Pesto erkennt man an dem Zustand und der Feinheit der Bestandteile. Kurzum, wir hören nicht eher auf zu zerdrehen, zerstampfen und mahlen bis man nicht mehr erkennen kann was da drin war. Das kann schon mal eine gute halbe Stunde dauern. Strengt euch an! Das beste und teuerste Gewürz des Pesto ist der Schweiss des Herstellers. Auf geht’s!

Wenn das Zeug zu einer homogenen Masse geworden ist, kommt der Käse in kleinen Würfeln hinzu und weiter geht es. Man kann jetzt auch durchaus wieder ein Glas Sherry trinken.  Voila, nachdem auch der Käse mit eingearbeitet wurde, wird das ganz mit Olivenöl aufgefüllt. Meine Bemessungsgrundlage ergibt sich wie folgt: die Masse ist leicht cremig und fällt von alleine locker von einem Löffel ab. Ab in ein kleines Glas damit und idealerweise einen Tag stehen lassen. Fertig!

Nun haben wir es – das Meisterpesto! Noch besser wird das Pesto wenn ihr einen kleinen Aufkleber draufpappt. „VFR Pesto“ heisst meins.
Die Frage ist dann immer: „Wer fährt denn die VFR?“
Antwort dazu ist: „Uli, der lange Kerl dort hinten. Warum?“
„Wegen des Pesto.“
„Ah!“

Nachsatz: Je grobkörniger das Salz ist, desto einfacher zermatscht alles. Wenn euch jemand kopieren sollten – werft beim nächsten Mal ein bisschen Ruccola (ohne Stiele!) dazu. Das ändert den Geschmack deutlich, es wird pikanter. Das ganze Pesto wird durch den Käse salzig, das Olivenöl gleicht das ein bisschen aus.

Red Bull – Bilder Nachlese

München – Wrestlemania, ist das wirklich vorstellbar? Vielleicht nicht, es war jedoch so. Das Olympiastadion war am Abfeiern, siehe folgende kleine Bildergalerie. In der Pause wurde neben Chris Pfeiffer noch ein Radlader Ballett gezeigt – sah eigentlich ganz einfach aus. Vielleicht sollten wir Blogger uns mal zur Typenpräsentation einladen lassen und das auch versuchen.

 

Ein Abend mit Dreck und Zweitaktern

Thomas Pages, portrait interview - Munich X-Fighters 2012
Thomas Pages im Interview

Ganz klar, bei diesem Abend handelt es sich um die Red Bull X-Fighters Challenge in München. Ich wurde freundlicherweise seitens Red Bull als Vertreter der Blogger eingeladen, die Vermischung der Zunft der Journalisten und der Blogger findet ja schon seit einiger Zeit statt. Honda hat als erste Firma zu einem mixed Event eingeladen, danach sollten weitere folgen: Metzeler oder auch Bosch.

Da man als Blogger nun wirklich mal herzlich wenig in ein bestehendes Format der Medien wie Hörfunk oder Fernsehen passt, kann man recht erfrischend so schreiben wie einem der Schnabel gewachsen ist. Ebenso ist man nicht gezwungen die wirklich allerbesten Fotos nach Hause mitzubringen sondern kann sich wunderschön um die Randbereiche einer solchen Veranstaltung kümmern. In der Vorbereitung auf diesen Abend hatte ich viele verschiedene Ideen bereits gesammelt: Ein Audio Beitrag (für die Atmo), ein Video, ein paar Fotos oder auch ein kreativer (wie immer) Schreibstil. Insbesondere bei den Fotos war ich mir nicht wirklich sicher wie ich es umsetzen wollte. Hochglanzbilder auf einem Motorradblog? Von den X-Fighters gibt es Hochglanzfotos wie Sand am Meer, wohin das Auge auch blickt: Coverfähige Fotos ohne Ende. Die Idee vervollständigte sich dann recht schnell: Holga Fotos sollten es werden. Die Blogger PistonPin und Ernie Troelf bestärkten mich dann auch schnell darin. Eine ziemlich komische Mischung sollte das werden, HighTech Fotografen und mittendrin eine Holga – dazu jedoch später mehr.

Anreise: Ganz klar mit dem Motorrad! Und dort kann es auch nur eine Art von Motorrad geben: Honda Dominator mit offenem Auspuff. Alle Macht den Enduros! Gut, meine Domi ist aber leise und braucht TÜV daher wurde es die VFR. Klamotten an und ab auf den Bock. Pünktlich ging es von zu Hause los, der V4 brummelte freundlich sein Lied von Leistung, Emotion und Gier. Wunderschön – eigentlich sollte man jedem VFR Fahrer jeden Fahrtag als Urlaubstag anrechnen. Dank des Motorrads war das Parken kein Problem, die Beschilderung zum Media Center war vorbildlich und die Akkreditierung bzw. Begrüßung war freundlich. Voll war es im Media Center – es wurde einem erklärt wo man fotografieren durfte, wo die verschiedenen Mediaareas waren. Also ersteinmal hinsetzen und twittern. Die Stimmung war entspannt – fast schon chillig. Irgendwie kenne ich andere Stimmungen aus den Media Centers. Anyway, 19.30 Uhr – es sollte losgehen, also hoch in den Block, Kamera bereit und dann begann das sehnsüchtige Warten…

Hier war auch ganz klar gleich zu erkennen: Hast du keine Kamera für 10.000 Euro bist du nichts (zumindest mal kein Fotograf). Fotografiert wird aber dennoch mit sonst allem was irgendwie ein Bild machen kann. Die Fotos mit der Holga waren relativ schnell im Kasten, dann knackte es und ein wesentliches Teil innendrin brach ab – Ende der Holga Bildserie. Immerhin, ein Film ist komplett im Kasten, entwickelt werden muss er noch. Die Canon G9 musste nun ran – damit sind auch alle Bilder, die hier gezeigt werden, gemacht worden.

Müüüüüüüüüüünchen, make some noooooooise!

Das Moderatorenteam eröffnete die Show und erläuterte den Wettkampfmodus. Am Anfang wurde ein Shootout von noch nicht gesetzten Fahrern ausgefahren. Ein paar Tricks bitte, keine Backflips – bewertet wurde nach einem Punktesystem. Die besten zwei kamen weiter. Highlight: Ein netter Fahrer aus Australien, Bilko Williams, trug ein Chelsea Trikot, der Nummer 11 (Drogba). 40.000 Pfiffe schallten auf den Fahrer herunter – da brauchte es auch kein „Müüüünchen, make some noise“ des Sprechers. Der nervte mit dem Müüüüünchen, make some noise derartig, dass ich es aufgenommen habe und fortan als Handy Klingelton vertreiben werde. Ohnehin war das Moderatoren Team mitunter nervig, anyway – laut brüllen XFIIIIIGHTERS – geht immer. Und wenn das Publikum mal einen Moment still war, tönte das Müüüüün….. und so weiter aus den Lautsprechern.

Die Qualifikation für die anstehenden Läufe war bald vorbei und es war an der Zeit sich ein Getränk zu holen. Mitunter war es zwischenzeitig etwas langatmig, durch die fehlenden Flips zog sich das etwas sodass die Konzentration bei mir etwas nachlies und mein Blick nach Links und rechts abschweifte. An einem Ort blieben die Blicke durchaus länger……genau: Brezen.

Als Motorradfahrer ist Alkohol am Steuer tabu!)

Willkommen in der Hauptstadt der Bayern. In den kleineren Unterbrechungen fuhren immer wieder kleinere Erdarbeitsgeräte durch das Stadion, die die diverse Rinnen zu schoben und alles für das große Finale vorbereiten sollten.

Go – die Finals standen an – große Show, alles war erlaubt, Flips in jeglichen Ausführungen und die Kameras neben mir klickerten sich heiss. Die Stimmung wurde besser und besser – das große Finale sollte sich nähern. In einer größeren Pause gab es Live Beschallung einer stadtbekannten Band. Am Montag sagte mir ein Freund wie die Band hiess, ich habe es vergessen. War mir auch egal – sie waren langweilig. Und wenn sie tausendmal bei der Wiesn (norddeutsch Oktoberfest) auftreten und dort der echte Brüller sind. Ich will bei den X-Fighters was aggressives hören: Arch Enemy wäre doch mal was passendes. Vielleicht bin ich einfach schon zu alt für sowas.

Radlader Ballet, ein kunstfahrender Chris Pfeiffer rundeten das Zwischenprogramm ab und dann sollten endlich die Finals beginnen. Damit kam die Stunde von Thomas Pages. Unglaublich was der Kerl auf dem Motorrad zeigte, jemand der wirklich das Stadion gerockt hat. Die Stimmung wurde von Fahrer zu Fahrer besser und mit der letzten Fahrt des Abends von Thomas Pages und seinem Flair zum Abschluss seines Turns stand das Olympiastadion. Wrestlemania Zuschauerszenen sind bestenfalls Kindergarten gegen München mit den X-Fighters. Da brauchte es auch kein „Müü..“ mehr.

Ganz, ganz großes Kino! Die abschliessende Pressekonferenz war ein bisschen enttäuschend für mich, es machte den Eindruck als hätte man dort Floskeln der Pressemappe wiederholt. Klar, medientechnisch wird alles vorgeschrieben, da muss die Aussage zur Pressemappe passen. Dennoch – ein Rumbrüllen, ein Let’s rock München oder mehr Emotionen hätten gut gepasst. Die Jungs rocken München, machen einen sympathischen Eindruck, sind vermutlich voller Adrenalin und sitzen wie die Kindergarten Kinder im Stuhlkreis zusammen. Es war dennoch eine besondere Stimmung – viel Applaus auf der Pressekonferenz. Das gab mir auch noch einmal die Möglichkeit ein paar Fotos zu machen und den Nachteil der G9 gegenüber einer Nikon D3S auszugleichen. Ich denke mit diesem Blogartikel sind auch die Freunde der Nichthochglanzfotos zufrieden gestellt.

Was bleibt (neben dem nervigen „Mmsn…“) – ein Abend voller Action und der Gewissheit, dass München doch mal aus sich herauskommen kann. Fantastische Sportler und der feste Wille sich eine KTM zu kaufen – weil sie in der Luft einfach am besten aussieht.

Thomas Pages - Pressekonferenz
Thomas Pages – Pressekonferenz

RedBull X-Fighters, der Morgen danach…

Moin zusammen, *gähn* – die Red Bull X-Fighters im Olympiastadion vom gestrigen Abend stecken mir noch in den Knochen. Ein Event mit dem Charme der Wrestlemania in Deutschland – unglaublich. Ich hätte nie gedacht, dass München derart feiern kann. Nun, bei dem Ausgang der letzten Fussballsaison sowohl für 1860 München als auch für den FC Bayern ist man vielleicht aus der Übung geraten.

Also – ein paar Dinge vielleicht vorab – es war toll, sensationell und sehr sehr stimmungsintensiv. Tollkühne Männer und ihre fliegenden Kisten waren angesagt und sportlich wurde defintiv einiges geboten. Derzeit sitze ich vor der virtuellen Lichtbox und sortiere Fotos. Die Masse wird in digitaler Form vorliegen, da die Holga dankenswerter Weise ziemlich früh den Geist aufgegeben hat. Nächstes Mal also doch Rolleicord. Dafür musste die G9 ran – mal sehen was sich dort so alles finden lässt.

Highlight des Abends: Ein Flair gesprungen mit einer Motocross Maschine. Lecker anzusehen, war mir vom BMX bereits bekannt. Das war auch so einer dieser Tricks, die man aus Prinzip nicht versucht – es tut einfach zu sehr weh wenn es schiefgeht. Später mehr – jetzt weiter Fotos sortieren!

Holga reloaded – hoffentlich,…..(RedBull X-Fighters)

Ganz klar, die Einladung der X-Fighters lag im virtuellen Briefkasten – dank Urlaub habe ich das gleich auch mal übersehen. Nun muss nur noch alles mit der Akkreditierung klappen, dann gibt es auch die passenden Fotos.

Frei nach dem Wunsch von Herrn Troelf gibt es Holga Fotos – in Farbe und Schwarzweiss. Missbraucht werden dafür ein paar Kodak Porta 800 und diverse Kodak TriX 400. Letzterer wird sicherlich auf 1600 gepushed, mal sehen – mal ein paar Testaufnahmen machen wie der auf 3200 ausschaut. Hat jemand dazu die passenden Erfahrungen parat? Entwickler wird definitiv Rodinal werden.

Manchmal – Red Bull X-Fighters München, 11.08.2012

Manchmal ist ein bisschen Werbung vielleicht vollkommen in Ordnung. Ohnehin hat man seitens der Werbeagenturen die Blogger als Träger von Produkten und Meinungen erkannt – siehe Honda, die darin eine eigene Professionalität erreichen. Wenn ich mir die Klickzahlen meines Blogs so betrachte, finde ich dort auch immer wieder die praktischen Artikel, meist Vorstellungen von Ausrüstungsgegenständen, die ganz oben platziert sind.

Spannend: Neulich lag ein kleines Paket von Red Bull in der Post. Ich habe dieses ersteinmal geflissentlich für ein paar Tage vollkommen ignoriert bis ich dieses dann doch irgendwann öffnete.

Red Bull - Wunderbox X-Fighters 2012, Stahldose mit Dreck, Öl und Einladung
Red Bull – Die Wunderbox fmit Einladung

Es war eine kleine flache Stahlbox von Red Bull mit einer Dose Red Bull, ein paar Klumpen Dreck, einem USB Stick mit Marketing Material und einer kleinen Flasche Motoröl. Dazu gab es eine Einladung zu den Red Bull X-Fighters. Ende. Ah, ja – nun blogge ich zwar kräftig rund um das Thema Motorrad aber mit fliegenden Motorrädern habe ich wenig am Hut. Egal – entspannt zurückgelegt und einen vorsichtigen Blick auf das Material auf dem USB Stick geworfen. Anschliessend habe ich stundenlang vor YouTube verbracht und mir fliegende Motorräder angesehen. Geht das wirklich? Ich kannte diese Bilder von BMX Freaks aber von Motorrädern? Unbekannt – bislang. Egal – nun zählt es. Red Bull X-Fighters, ich am 11.08.2012 im Olympiastadion in München und ich freue mich. Als Blogger darf ich herrlich quer fotografieren und überlege schon welche Kamera ich mitnehmen werde.

Sollte ich Hochglanz Fotos wie alle anderen machen oder wäre genau das der Grund die Holga auszupacken und weitere Bilder aus einer fremden Welt zu machen? In 2 Wochen muss ich es wissen, dann geht es los – aber was denn nun? Hochglanz oder Schwarzweiss Holga? Anyway, es wird sicherlich viel Spaß bedeuten – Stinken, Laut sein und vielleicht gibt es dann auch das eine oder andere Bild aus einem Blickwinkel, den es ohne uns Blogger wieder einmal nie gegeben hätte.

Wer sich darunter noch nichts vorstellen kann, sollte sich keine Sorgen machen. So ging es mir auch, am Anfang – mittlerweile kann ich auch jeden Sprung auf meiner Honda Dominator (zumindest im Traum). Es ist angerichtet. So sieht das dann in real aus:

Einmal Altmühltal – Feuertanz Festival und zurück

Manche Dinge finden im Jahr nur einmal statt, bei diesem Ding war das auch so – das Feuertanz Festival 2012 findet (wie immer) in Abenberg auf der Burg statt. Was auch nur einmal stattfinden wird ist unsere Teilnahme…

Wie immer viel zu spät sollte es am Freitag abend losgehen. Das Festival begann schon am Freitag mittag, das liess sich aber seitens des Berufs nicht darstellen also sollte es am Freitag abend viel zu spät aus München losgehen. Die VFR war vollgepackt, jeder Person  aus dem Fahrer-Sozia Team stand ein Koffer zur freien Verfügung. Noch schnell Geld holen, tanken und ab auf die Bahn. Das Zimmer sollte bis zu einem Zeitpunkt freigehalten werden, danach sollte es freigegeben werden. Was tun – losfahren, Zeit nehmen und unter der Brücke schlafen oder direkt über die Autobahn in Richtung Abenberg aufmachen? Wir entschlossen uns für letzteres, liessen die Landstrasse links liegen und fuhren auf die Autobahn.

Hui, das zieht sich ja doch ganz schön. Die Strasse war frei, wir kuschelten uns auf den Tank und fuhren zügig in Richtung Ziel. Google Maps sagte irgendwas von einer Fahrtzeit und die lag verdammt nah an unserer Zimmer-Freigabe-Zeit. Also galt es die Dauer der Fahrtzeit durch Einstellen des Lautstärkereglers der verbleibenden Zeit anzupassen.

Schicke Sache so eine VFR. Auch bei angepassten Einstellungen des Lautstärkereglers zieht sie ruhig ihre Bahn, auch mit 2 Personen und 2 Koffern. Leute, wenn ihr noch einen soliden Tourer sucht, die VFR könnte eure Suche beenden. Zumindest meine (also die alte) mit Baujahr 99 vom Typ RC 46 / I. Es sollen noch spätere Modelle am Markt zu erwerben sein – die kenne ich nicht.

Punkt 22 Uhr kamen wir am Hotel an, warfen die Koffer aufs Zimmer und beschlossen irgendwo noch was zum Essen zu jagen. Auf das Festival wollten wir nicht mehr also kam der McDonalds mit brauchbarem Kaffee in Frage. Zahlreiche Füchse und Igel sowie Hasen tauchten immer wieder im Scheinwerferlicht auf. Es sollte auch schon klar sein: Die Gegend rund um Roth ist tolles Motorradland – tolle kleine Strassen und kleine Dörfer, tolle Kurven und kaum Verkehr – toll!

Am nächsten Morgen gab es ein ausgiebiges Frühstück und dann ab auf das Festival. Halt, vorher wollten wir noch eine Jeans für die Sozia erwerben, die ihre zu Hause vergessen hatte. Wir fuhren nach Roth und ärgerten uns über vollkommen schräges Einkaufszentrum – wenigstens die Hose konnten wir dort erwerben. Bei einem kurzen Bummel durch die Fussgängerzone von Roth fragten wir uns wer hier wohl wohnen würde. Es war tolles Wetter, es war gegen Mittag und keine Menschenseele war zu sehen. Roth präsentierte sich als Geisterstadt; ist das überall so in Mittelfranken?

Schluss nun – ab auf die Burg zum Feiern. Mit optimaler Ausstattung und Ersatzklamotten in den Koffern ging es aufs Festival. Die Burg ist toll! Entsprechende Fotos von der Holga folgen noch. Der Mittelaltermarkt war sehr marktähnlich, mit viel Essen und Kramläden, leider doch recht klein und ohne Handwerker (zumindest habe ich keinen als solchen wahrgenommen). Die Preise waren recht moderat, das Essen sah lecker aus, salopp formuliert: Grillbuden mit mittelalterlicher Benamung der Speisen. Als wir eintrafen spielte bereits die Band Vogelfrey, wir blieben für ein paar Lieder stehen und kreiselten dann durch die Burg. Ein netter Arbeitskollege der Sozia sammelte uns irgendwo ein und wir taten das was echte Ritter machen: Von Heldentaten erzählen, was trinken und faul in der Sonne rumsitzen. Das konnten wir wirklich gut!

Um 16.00 Uhr gönnten wir uns ein Ritteressen mit amtlicher Führung. In einem dunklen Kellergewölbe saßen ca. 30 Personen an langen Tischen und bekamen etwas zu essen. Zwischen den einzelnen Gängen gab es entweder einen Gaukler (Stil Mario Barth) oder eine Musikband. Das Essen war qualitativ ganz ok, der Met war sehr lecker, mit Rittern hatte es nichts zu tun. Würde ich es nochmal machen? Nein. Würde ich es weiterempfehlen? Nein. Gab es etwas tolles zu bemerken? Nein! Schluss jetzt! Positiv zu erwähnen war der Auftritt der Band. Die Formation Zackenflanke gab sich die Ehre und rockte das Gewölbe mit 3 Dudelsäcken und 3 Trommeln, ging gut ab. Leider habe ich bei Mittelaltermusik immer den Eindruck, dass ich nach 3 Liedern alle Kombinationsmöglichkeiten schon gehört habe. Also, Franz Schubert ist deutlich komplexer komponiert, war aber auch ein paar Jahrhunderte später. Vielleicht würde ich die Musik von später vorziehen. Aber Zackenflanke hat mir gut gefallen – also die 3 Lieder, bis zur Wiederholung.
Die Sozia merkt hier ihren bemerkenswerten Einsatz an und möchte diesen explizit erwähnt wissen. Sie rettete dem Trommler das Leben, respektive die Haare, die er sich an einem der Kerzenleuchter fast in Brand gesteckt hätte. Der junge Mann schaute recht freudig erregt als die Sozia auf ihn zustürmte und war ein wenig enttäuscht, dass sie ihn nur auf die Kerze hinwies. Irgendwie hatte man den Eindruck er hätte etwas anderes vermutet. Ich selber schielte bereits die ganze Zeit auf die Dudelsackspielmannfrau. Leider hatte sie keine Kerze in der Nähe ihrer tollen langen Haare und musste nicht gerettet werden. Schade eigentlich.
Ganz klar – die Formation sehen wir wieder! (für einen Eindruck: hier klicken)

Anschliessend tauchte so ein bisschen die Frage auf was wir nun tun würden, von der Burg hatten wir alles gesehen und wir beschlossen uns auf den Abend vorzubereiten, den Gothic Look anzulegen und fuhren kurz beim Hotel vorbei. Was für eine Wohltat – nach dem heissen Tag sich kurz abzuduschen, kurz die Augen zu schliessen und dann gen Festival zurückzukehren.

Pünktlich zu Mono Inc. waren wir dann wieder zurück. Die Band Mono Inc spielte sich vor einigen Jahren in einem Clubkonzert in München in unser Herz und seitdem folgen wir dieser Band. Wann immer es ein Konzert in der Nähe gibt – wir waren dort. Nicht immer wurden wir für unsere Anreise belohnt. Eigentlich nach dem Clubkonzert, wo wir sie das zweite Mal gesehen haben, gar nicht mehr. Ich will die Band nun nicht zerreissen aber in meinen Augen entwickelt sich Mono Inc nicht mehr sonderlich weiter. Sie werden perfekter aber mir fehlt die Entwicklung nach vorne. Ich habe hier mal ein kurzes Drum Solo mitgeschnipselt – live mit dem Tragtelefon eingefangen.

Jeder der hier eine wirklich tolle Stimmung spüren kann, sollte sich die Konzerte des Festivals besser auf YouTube ansehen. Der Sound war schlecht, eine einheitliche Soundsuppe, die den Burgvorplatz auffüllte und dann irgendwie durch die letzten Gänge hallte. Selten habe ich einen so schlechten Sound – ausser im Münchener Zenit – erlebt. Vielleicht habe ich zu wenig Alkohol intus gehabt, vielleicht war die Burg schuld, egal – der Sound war matschig, eine Suppe eben. @knuddellove twitterte an mich zurück: Mit einem Spritzer Zitronensaft bekommt man jede Suppe wieder hin. Stimmt – nach einem oder mehreren Caipirinhas wäre der Sound sicherlich deutlich besser gewesen.

Insgesamt machte Mono Inc doch den Eindruck, dass sie es nur runtergespielt haben. Kaum Interaktion mit dem Publikum, die Witze und Spässchen waren diesselben seit 2 Jahren und das kurze Solo von Martin und das Spielen mit dem Publikum zum „The passenger“ war halt auch schon bekannt. Hm, irgendwie wird Mono Inc für mich kein Grund mehr sein zu einem Festival zu fahren oder sie dringend in einem Konzert zu sehen. Man wird sehen ob das nächste Album daran was ändert. Einziges echtes Schmankerl waren Crowd surfende Kinder. Ziemlich cool – ich hätte meine Kinder da definitiv mit auf die Reise geschickt – sah echt gut aus.

Subway to Sally waren toll aber vermatscht und irgendwie fand ich auch keinen Draht mehr zur Musik. Das ist vielleicht schon zu lange her, dass ich Subway to Sally gut fand. Nach einigen Lieder machten wir uns auf und fuhren zurück ins Hotel.

Sonntag war Motorradtag. Hell yeah, Altmühltal und Motorrad passen einfach gut zusammen. Kreuz und quer ging es nach Hause zurück. Wann immer die Straße zu breit wurde, bogen wir ab auf die Seitenstrassen und schlängelten uns dahin. Die VFR machte einen Riesenspass! Links, rechts – schnell oder langsam, toll! Je nachdem wie man es haben möchte, kann man schneller und sportiver fahren oder es langsam dahingleiten lassen. Der Schaltaufwand findet lediglich zwischen zwei Gängen statt, der Rest wird vom Motor geschluckt – sensationell.

Irgendwann war es mit dem Hin- und Her dann vorbei, die B2 hatte uns gefangen und quasi mit Autobahn Feeling ging es nach Augsburg und dort über die A8 Richtung München weiter. Wenige Kilometer später wurde es uns zu langweilig auf der geraden Autobahn und es ging wieder auf die C-Strassen. Die Gegend rund um Fürstenfeldbruck ist wunderschön und sollte uns weitere Kurvenfreuden bescheren. Irgendwann, war es dann aber unvermeidlich und wir kamen einfach zu Hause an. Kaputt, verschwitzt und glücklich.

Nachsatz: Das Festival als solches war stimmungsvoll und es war ein tolles Wochenende. Finanziell gesehen war es relativ kostspielig und eine Teilnahme 2013 ist von meiner Seite erstmal nicht geplant. Wobei – wenn ASP kämen, vielleicht – die Motorrad Strecke da hoch kann defintiv noch deutlich länger werden, man könnte ein paar Tage vorher anreisen und einen kleinen Urlaub daraus machen.

Noch was unglaublich positives: Der Schinken, den es am Frühstücksbuffet gab, war unglaublich gut und wir mir noch viele Tage in Erinnerung bleiben!

…a potentially broken Holga,… (Teaser)

was the least of my concerns.

Mit diesem Zitat und der Motivation endlich wieder s/w zu fotografieren, machte ich mich auf den Weg, um das Pfingstwochenende auf dem Motorrad zu verbringen. Alles Digitale musste zu Hause blieben, es sollte alles Fotografische ausschließlich auf Film landen. Als Fotoapparat hatte ich mir dafür eine Holga ausgesucht.

Mittlerweile ist Pfingsten vorbei – die ersten Filme sind entwickelt und, ja ich weiß, Holga typisch gibt es dort eine Lernkurve. Irgendwas ging irgendwo schief – dazu aber später deutlich mehr. Dieser Artikel soll lediglich ein kurzer Teaser sein. Stay tuned, more to follow.

Hier sind mal zwei Beispiel Bilder aus der Serie (grob gepixelt – mit Moire Effekt vom Fotografieren des Negativs, die Kontakte folgen):

Just like a dream,…

Manchmal fängt ein Tag nicht gut an, er geht doof weiter und er wird irgendwie nicht besser. Irgendwann gegen 16.30 Uhr wenn es sich abzeichnet, dass es gar nicht mehr besser werden kann, verlässt man dann genervt die Arbeitsstelle und geht nach Hause. Nach Hause, weil man weiss dass dort jemand auf einen wartet. Verschlafenes Blinzeln des Doppelscheinwerfers, glänzende Rundungen, schwarzes Gummi und die beruhigende Anzeige des Prooilers lachen einen an.

Schlüssel umdrehen, sanftes V4 Grollen, ein kurzes Fauchen und das Klack beim Einlegen des ersten Gangs auf das wir Motorradfahrer so sehnsüchtig warten. Kupplung kommen lassen, sie nimmt Fahrt auf, stabilisiert sich. Es geht über kleinere Straßen zur Autobahn, vorsichtiges Einlenken in den Kurven – noch könnte dort Rollsplit liegen.

Ankuscheln an den Tank, Schräglage – endlich. Im Kopf summe ich „Just like heaven“ von The Cure und freue mich, schliesse meinen Frieden mit diesem Tag.

Danke #VFR.

IKEA – Entdecke die Möglichkeiten!

Ich mag IKEA. Auch wenn dies eigentlich ein Blog über das Motorradfahren sein soll und ich an vielen Stellen technisches und touriges beschreibe, soll doch auch Platz für andere Gedanken bleiben dürfen. An dieser Stelle: Ich mag IKEA.

Als ich damals das erste Mal mit meinen Kindern bei IKEA war, stellte ich fest, dass die Kids komplett entspannt herumliefen. Man schaute hier, spielte dort, malte hier ein bisschen, testete das Kinderzimmer, rutschte auf der Rutsche oder lag vollkommen platt vor den Kassen in den dort ausgestellten Schnäppchen Sofas. Dank des Restaurants konnte was gegen den Hunger getan werden und zur Belohnung für braves Mitkommen winkte am Ausgang der Hotdog.

Ah, eine spezielle Regel gab es noch: Die Kinder dürfen exakt 1 Plüschtier mitnehmen, welches jedoch die ganze Zeit vom Kind getragen werden muss. Um es vorweg zu nehmen, es kam nie ein Plüschtier bei der Kasse an. Große Tiere waren zu schwer, kleine Tiere auf die Dauer zu unspektakulär – das Tragen war einfach eine zu große Hürde. Aber die Kinder empfanden es nie als Verlust. Sie hatten einen Freund und Wegbegleiter gefunden, der sie auf der Reise durch das große Möbelhaus begleitete und ihnen den einen oder anderen schweren Schritt durch freundlich, dumm blickende Plüschaugen erleichterte. Danke IKEA. Selbst wenn ein Tier angekommen wäre, ich hätte es mit Lächeln bezahlt und behaupte es wäre das liebste Kuscheltier der Kinder gewesen.

IKEA Bleistiftgekritzel mit dem Notizbleistift
Werden das Forscher versuchen zu entziffern? (Klicken für größeres Bild)

Neulich war ich wieder einmal bei IKEA, ganz entspannt und ohne Kinder. Bei dem Schlendern durch die Ausstellung fand ich ein schönes Beispiel für kreativen Umgang mit den Notizbleistiften. Schön, dass es Kinder gibt, schön, dass es IKEA gibt und danke für den Fisch.

Ich werde wieder hinfahren. Nächstes Mal mit dem Motorrad, um eine Packung Haferkekse zu besorgen. Die finde ich besonders lecker – einen Hotdog wird es auch geben….und durch die Ausstellung werde ich auch gehen, vielleicht findet sich dort noch etwas in dieser Richtung. Ob das später von Forschern gefunden wird und man stundenlang die Schriftzeichen zu entziffern versucht?

Einfach mal loslassen und neue Wege suchen

Route von München nach Percha - beschaulich und grün statt Autobahn
Route von München nach Percha

Manchmal schenkt einem das Leben Glücksmomente, die vorher nicht abzusehen waren. Oft geht es mir so beim Motorradfahren – in den Momenten wo ich eigentlich etwas vorhabe, es anders kommt und es unvorhergesehen viel positiver wird als…

…als es geplant war. Heute war einer der sonnigen Tage, die in diesem Sommer schon ein paarmal vorhanden waren aber eigentlich viel zu selten vorkommen. Wir (die Sozia und ich) hatten kinderfrei und wollten raus. Die Sozia hatte einen durchaus abwechslungsreichen und stressigen Tag hinter sich, bei mir war es der erste Tag nach dem Urlaub. Kurzum – wir wollten ein wenig die Ruhe geniessen und ein wenig Zeit miteinander verbringen. Wir trafen uns zu Hause, schnell noch etwas essen und dann sollte es an den Starnberger See gehen. Es sollte in Percha unsere übliche Badestelle werden, raus aus den Klamotten, rein ins Wasser und ein paar Runden schwimmen. Von unserer Haustür sind es ein paar Abzweigungen, dann sind wir auf der Autobahn und dank VFR auch 10 Minuten später in Percha am See. Das Motorrad findet überall einen Parkplatz – also gleich vorfahren bis auf den Logenplatz und rein ins Wasser.

Ganz so einfach sollte das aber heute nicht werden. Dort wo wir immer rechts in Richtung Autobahn abbiegen war alles gesperrt – kein Durchkommen möglich, die Strasse wurde neugeteert. Dann halt weiter geradeaus, es wird schon irgendwo in Richtung Starnberger See gehen. Die Straße wurde kleiner und enger und dann befanden wir uns auf einer kleinen, kurvigen Strecke neben der Autobahn wieder. 60 km/h waren erlaubt, der Tacho zeigte vereinzelt Abweichungen im Messtoleranzbereich, es floss dahin. Kurve links, ein bisschen den Po verschieben, Kurve rechts, stärker rechts, Scheitelpunkt, Gas – die VFR zieht aus der Kurve heraus, schnurrt bei knapp unter 7000 Umdrehungen noch ganz friedlich vor sich hin. Ein bisschen mehr gedreht, die VFR faucht, die nächste Kurve kommte, *klack* – einen runter, rein in die Kurve….2…*drehen*…*klack*…3

Die Sozia geht mit, lehnt sich von hinten sanft an mich und wir kommen nach schönen Kurven vollkommen tiefenentspannt in Percha an. Unserer Parkplatz ist auch frei und wir gehen lächelnd, glücklich zum See hinunter. Das Schwimmen fiel für die Sozia aus (sie war aber eisern bis zum Bauch im Wasser!), ich schwamm ein paar Meter durch den See und zusammen schauten wir wie sich die Nacht über Starnberg ausbreitete. Der Rückweg ging auch wieder über die kleine Straße zurück nach München. Unschön – der Fernlichtschalter tut nicht das was er soll, nach dem Fernlicht schaltet er nicht korrekt zurück und es wird schlagartig dunkel. Nach 1-3 Sekunden kommt dann das Abblendlicht zurück. Gott sei Dank probierte ich das vorher auf dem Parkplatz im Stehen aus…..

Da muss ich wohl beim nächsten Schrauben mal beigehen (TM). Die VFR steht nun wieder in ihrem Unterstand, tickert friedlich vor sich hin. Sozia und Fahrer sind entspannt und glücklich – wenn mich jemand jetzt fragt warum ich motorradfahre, werde ich auf diesen Abend verweisen.
Die kleine Straße neben der Autobahn hatte ich schon oft gesehen, es war jedoch immer zu hektisch sie zu suchen, Hauptsache schnell zum See. Einfach mal loslassen, sich auf neue Wege einlassen, sie suchen und nicht festhalten.

Den GPS Track gibt es natürlich auch – nachgefahren auf dem gpswandern Routenplaner – es kann sein, dass die tatsächliche Route vielleicht ein bisschen abweicht.

Vernunft oder Leidenschaft

Als ich mir meine Honda Dominator 2010 im Mai kaufte, hatte ich gerade meinen Führerschein gemacht und suchte ein einsteigerfreundliches Motorrad mit wenigen Kilometern auf der Uhr. Die damalige Vorstellung ist einfach in Worte gefasst. Es sollte ein Einzylinder zum „Austoben“ werden, der einem nach 1-2 Stunden die Befriedigung gibt Motorrad gefahren zu sein. Die Maschine sollte eine grundlegende Geländefähigkeit mitbringen, der Soziusbetrieb war nicht Fokus. Auch die Tourentauglichkeit war kein besonderes Kriterium. Die damalige Aussage war, dass ich für Touren ohnehin keine Zeit hätte.

Nach knapp einem Jahr stehe ich wieder vor einer Entscheidungsfindung. Ich habe die Domi damals mit 4.500km erworben, jetzt zeigt der Tacho rund 10.500km an. Von den gefahren 6.000km wurden exakt 0 Kilometer im Gelände zurückgelegt, rund 70% des Fahrbetriebs fanden auf kleinen Touren rund um München statt. Der Soziusanteil stieg vollkommen unerwartet an und sollte derzeit bei rund 20% liegen. Zum Stichwort Befriedigung durch Einzylinder kann ich nur sagen: es stimmt. Ein blubbernder Eintopf befriedigt. Das gnadenlose Reissen an der Kette, der Sound im Tunnel beim Beschleunigen und der Sound beim Anbremsen auf Kurven im Schiebebetrieb können süchtig machen. Das ist kein Vergleich zur Fahrschul CBF 600, die sich total kultiviert und mit gutem Nähmaschinen Sound gab.

Weitere Emotionen sind gefragt, Aussehen – Liebe zur Technik und was noch? Der Tourenanteil wird in 2011 noch einmal deutlich ansteigen. Wir waren gerade 2 Tage unterwegs, vor Pfingsten werden es weitere 5 Tage werden und auch im späteren Verlauf des Sommers kann da durchaus noch was gehen.
An meiner Domi störte mich vor allem die fehlende Möglichkeit Gepäck unterzubringen. Ich gebe zu, dass dies auch nie so geplant war, es führt aber letztlich zum eigentlichen Punkt.

Ist es Zeit für ein neues Motorrad?

Einen gewissen Hang zur Nostalgie hatte ich schon immer. Bewährt sollte das neue Gefährt sein und derzeit sind zwei Modelle in der engeren Wahl. Honda CB Sevenfifty oder Honda VFR 800. An der CB Sevenfifty schätze ich das Aussehen, den Retrolook, der einen ganz besonderen Charme verbreitet. Sie scheint unendlich zu laufen, scheint vollkommen unkaputtbar zu sein und verfügt über eine gute Ersatzteil Versorgung. Es klingt alles sehr vernünftig wenn man zu sich sagt: „Ich möchte Honda CB Sevenfifty fahren.“
Aber so klingt das eben nur – da schwingen keine Emotionen mit, kein Herzkribbeln und auch wenig besondere Vorstellungen. Ein Naked Bike – wie unspannend. Wer in der Kombination des Modells mit dem Stichwort „Scheibe“ oder „Verkleidung“ nach Bildern bei Google sucht, sollte einen stabilen Magen mitbringen. Was dort an Hässlichkeiten angegezeigt werden, lässt sich nur schwer beschreiben. Ich möchte dem Leser hier die Bilder ersparen.

Ein anderes Modell von Honda hingegen füllt meine Stimme derzeit mit Leidenschaft. Eine kurze Testrunde brachte einen ersten Geschmack, nächste Woche werde ich das Modell hoffentlich auf einem kleinen abendlichen Ausflug fahren dürfen. Das Zaubermodell heisst: Honda VFR 800 RC46/I. Diese VFR ist ein Motorrad mit unzerstörbarem V4 Motor. Sanft summend im unteren Drehzahlbereich, dann röhrend und später fauchend. Knapp um die 100 PS zerren an der Kette und reiben das Gummi auf die Strasse. Es ist ausreichend Platz zum Sitzen vorhanden – sie ist rot.

Kurzum – ich bin verliebt.

Sollte man da auf seinen Verstand hören oder dem Kribbeln im Bauch vertrauen?

Motorradtherapie (für einen Fremden)

Letzte Woche Donnerstag sollte es abends endlich mal wieder in die Sauna gehen. Eigentlich sollte das mal zu einem Regeltermin werden aber wie das immer im Leben ist, nimmt man sich mitunter etwas vor und es scheitert an der Durchführung.

Andererseits, manchmal klappen dann doch Dinge, die man vorher für nicht mehr möglich gehalten hat. Bei eisiger Kälte und Regen sollte es in Richtung Sauna gehen. Ich fand es ja gar nicht so kalt, meine Sozia dachte jedoch vollkommen anders darüber. Der Regen nervte ein wenig, Goretex Klamotten sollten jedoch das Wasser draussenhalten, was sie dann auch taten.

Wie zwei begossene Pudel standen wir wenig später vor dem Tresen und wollten brav für die Sauna bezahlen. Der mürrische Bademeister (Entschuldigung, der Badebetriebbedienstete) schaut gerade mal von seiner Zeitung hoch, nur um das Geld zu kassieren. Entweder ist er selber Motorradfahrer oder er erinnerte sich an etwas oder er hatte spontan Mitgefühle.

Sein Miene verzog sich, es kam ein Lächeln zum Vorschein. Er nahm uns die nassen Helme ab (passen nicht in die Umkleide Schränke), lachte, gab uns die Eintrittsbillets und wünschte einen angenehmen Saunaaufenthalt. Als wir dann um 22.00 Uhr die Sauna verliessen, lächelte er immer noch und war gut gelaunt. Das kann man ganz klar als Zeichen für eine Besserung der Laune werten, die Welt wurde durch uns ein Stückchen besser.

Na also, mehr Motorradfahrer braucht diese Welt.