Archiv der Kategorie: Schrauben

Alles rund um das Schrauben an Motorrädern oder was virtuell damit zusammenhängt. Kann auch Elektrokrams sein.

Dreckspfoten, Kettenschmiere – Olivenöl statt Handwaschpaste

Früher fand ich es immer toll wenn ich als Kind beim Arbeiten im Dreck helfen durfte – bis zu einem gewissen Alter natürlich nur. Danach durfte ich manchmal die tolle Handwaschpaste mitbenutzen, es war ein großer, grüner Topf. Irgendwann liess das erst mit dem Helfen, dann mit dem Dreck nach und damit war es gegessen mit Handwaschpaste und anderen Dingen.

Später sollte so Kinderkram durch Bremsen- und Teilereiniger ersetzt werden. Schliesslich ist man ja ein Mann geworden, es handelt sich auch nicht um Dreck sondern stattdessen um das erste eigene Auto! Insbesondere in meiner Käferzeit (VW 1302, 23 Liter auf 100km dank Kaltstart Automatik in der Stadt) konnte ich mich an die eine oder andere durchschraubte Nacht erinnern. Nach einem kolossalen Unfall (für den Käfer), hatte es die Familie satt und half mir finanziell ein wenig aus und ein Neuwagen (Fiat Cinquecento) machte aus mir einen Menschen mit sauberen Händen. Ja, dabei hätte alles so bleiben können. Wenn, …

Wenn nicht die Sache mit den Vespa gekommen wäre. Dort gab es Dreck genug, vorzugsweise durch Motorreinigungen von italienischen Importmodellen auf die Pfoten gebracht. Igitt, wie oft muss ich noch an diese Tatsache erinnert werden! Trotz Bremsenreiniger, trotz Handwaschpaste oder anderen Dingen: diese Pfoten waren für die Ewigkeit schwarz! Über Handwaschpaste konnte dieser Dreck nur lachen, Handwaschpaste war nicht die Lösung. Also: Hände schruppen und danach irgendwo noch ein Hähnchen essen gefahren. Spätestens mit den Zitronenreinigungstüchern für die Finger (Wienerwald hat mir da viele gute Erfahrungen eingebracht) waren sie blitzeblank sauber und ein wenig mehr Dreck im Magen. Sicherlich nicht sehr gesund aber die Reinigung ging schnell und einfach von statten.

Endlich – auch die Vespa Zeit ging vorbei. Mittlerweile gibt es nur noch saubere Hände – bis zu dem Zeitpunkt  der Honda Dominator und ihrer Kette. Auch die VFR hatte das Kettenfett überall hingeschleudert, also: alles wieder schwarz. Aus dieser Zeit kommt der folgende Tip: Das perfekte Reinigen von Händen von Öl, Schmier und Dreck – mit Olivenöl.

Nach dem Schrauben schüttet man sich einen guten Schuss Olivenöl auf die Hände und massiert es schön ein. Das geht sogar beim Bier noch ganz akzeptabel. Die Hände wäscht man danach ganz einfach mit Spüli („sie baden gerade ihre Hände drin“) und alles ist blitzeblank sauber. Klingt nicht sinnvoll? AUSPROBIEREN.

Mittlerweile bin ich älter und reifer geworden, ich weiss was ich vertrage oder nicht. Meine persönliche Wahl: Bio Olivenöl. Man gönnt sich ja sonst nichts. Man(n) kann durchaus auch Sonnenblumenkern Öl nehmen, Bio sollte es halt schon sein. Wie sagte schon Werner: Mit dem Öl nicht sparsam sein!

Wenn der Fernlichtschalter die Welt anhält

Honda_Dominator_LichtschalterManchmal halten die kleinen Dinge diese Welt auf, unaufhörlich, versteckt, gemein und dennoch so absehbar. Bei meiner Honda Dominator hängt der Fernlichtschalter. Einmal reingedrückt bleibt er dort und der Scheinwerfer leuchtet und leuchtet und leuchtet. Entweder ist dann vermutlich jeder im Gegenverkehr mein Freund oder ich bin in der Zwischenzeit rechts rangefahren und habe solange entnervt auf ihm rumgedrückt bis er wieder herausgekommen ist.
Deshalb hat meine Honda Dominator auch keinen TÜV mehr. Es erscheint mit vollkommen sinnbefreit zu sein zum TÜV zu fahren wenn vorher schon bekannt ist, dass etwas dieser Art nicht funktioniert. Kurzum, das Ding muss einfach gängig gemacht werden.
Gestern Abend war dann auch die nötige Energie vorhanden. Spät in der Nacht bewaffnete ich mich mit einem Schraubendreher, ging in die Tiefgarage und baute das kleine Teil aus. Genauer gesagt ist es die komplette linke Schaltamatur. Hej Honda wäre aber nicht Honda und die Dominator wäre nicht Dominator wenn nicht alles so sinnvoll aufgebaut wäre. 2 lange Schrauben, 2 Kabelbinder und 4 Stecker und das komplette Ding war ausgebaut. Das möchte ich nicht bei meiner VFR machen müssen.
Da liegt es nun, das Ungetier aus der Hölle. Offensichtlich war nichts kaputt, vielleicht eine Feder, die nicht mehr die Spannung hatte? Ein Minisprühstoß von WD40 in den Verriegelungsmechanismus des Schalters und das Ding ging wieder wie am ersten Tag. Es ist spannend wie WD40 manches Problem löst. Auch spannend war was diesen Schalter hinderte seinen Dienst zu versehen. Wollte die Domi nur die Liebe des Besitzers fühlen? Oder war es dieser besondere Staub, der uns Motorradfahrer zu Helden macht und von Dosenfahrern lapidar als Dreck empfunden wird?
Es ist genau diese Kombination aus Schmier, Staub, Leder und Leidenschaft, die uns leben lässt und die eine besondere Liebe zu unseren Fahrzeugen entstehen lässt.
Heute abend: Schalter auswischen, einbauen, Beleuchtung testen.
Hell yeah, bald ist TÜV angesagt.

Aufgewacht, ….und in die Garage geschaut (und der TÜV…)

Willkommen zur Neueröffnung. Noch hat sich in diesem Jahr nicht soviel getan – München und Bayern liegt unter Eis und Schnee und damit ist das Motorradfahren als Fortbewegungsmittel doch sehr in den Hintergrund getreten.

Das Blog ist wieder da! Yay, bei einem neuen Hoster, mit mehr Inhalt, mehr Posts und mehr Bildern – dieses Jahr, wirklich – versprochen. Der Blick in die Garage zeigt zwei verschlafene Motorräder und der Unentschlossenheit doch mal eins zu verkaufen. Oder auch nicht, oder … ich weiss nicht. Aber sinnvoll wäre es ja schon. Aber welches nur? Gut, das vertagen wir erst einmal, wir kommen damit nicht voran.

HALT! Bei einem ist der TÜV schaurig lange abgelaufen (1 Jahr), darum muss ich mich mal kümmern. Am liebsten in einer All-in-one Lösung, ab zum Händler und Inspektion machen lassen, mit TÜV. Dummerweise findest man nirgendwo eine sinnvolle Quelle wie man das Ding nun zum TÜV/Händler bekommt. Darf man dort auf eigener Achse hinfahren? Angemeldet ist sie ja schliesslich.

Wer was weiss – die Kommentare sind offen. :)

Frei atmen mit K&N Luftfiltern

In dem wichtigsten VFR Forum liest sich ein Begriff immer wieder: K&N Luftfilter. Das Originalteil von Honda schlägt mit rund 30 Euro zu Buche und muss alle 12 Tausendkilometer getauscht werden. Das gleiche Modell von K&N soll quasi wartungsfrei sein, lediglich ein Ausblasen ist von Zeit zu Zeit erforderlich. Aufgrund des Preisunterschiedes von rund 25 Euro Aufpreis zum Honda Filter ist ein K&N Filter erhältlich und daher entschloss ich mich ebenfalls ein solches Modell zu verbauen.

Gestern abend war es dann soweit und im leichten Nieselregen tauschte ich den alten schäbigen und mittlerweile ziemlich verdreckten Luftfilter gegen das K&N Modell aus. Die VFR fährt, wen hätte es gewundert, so wie bisher. Der Klang ist jedoch grundlegend anders geworden. Sie hat einen dumpfen, dumpfen Klang bekommen. Es ist nicht mehr das Nähmaschinchen, welches die 4 Zylinder mit hohem Klang durch den Motor bewegt, es ist dumpfes: ich bin ein echter V4 Klang geworden. V12 kann bislang nur die Corvette – ich kann V4 und klinge eine Spur tiefer vom Ton. Da bin ich mir ganz sicher.

Also – Klang gut, wieder ein Wartungsteil von der Liste entfernt, heute soll dann der Pro Oiler seinen Weg ins Heck der VFR finden, dann ist erstmal gut.

Feenhaftes Schrauben

Heute sollten an der VFR die Bremsbeläge gewechselt werden. An einer VFR hatte ich das vorher noch nicht gemacht. Die Beschreibungen wie die Beläge gewechselt werden sollten klangen ganz einfach. Also – auf geht es. Ich hatte das ganze Werkzeug zur Seite gelegt und vorbereitet, es war früh genug am Abend, kurzum alles war gut vorbereitet.

Kurz nach 19.00 Uhr begann ich mit der Schrauberei. Den Beginn machten die beiden Scheiben vorne. Der erste Punkt auf der Liste hieß: Lösen der Madenschrauben. WD40 drauf, Durchschlag aufgesetzt und mit ein paar Hammerschlägen auf den Durchschlag die maroden Schrauben gelockert. Aber es kam wie es kommen musste: die erste Schraube saß fest und wollte sich keinen Millimeter drehen lassen. Noch ein paar Schläge, mehr WD40 und der Entschluss die andere Seite zuerst zu machen. Diese Seite liess sich auch problemlos lösen. Es sollte also natürlich an der ersten und damit vermutlich letzten Schraube liegen. Ich entschloss mich dazu das Übel direkt anzugehen und drehte wohldosiert an dem Schraubendreher – nichts. Noch ein paar Schläge und irgendwann war die kleine Schraube auf. Puuh. Da muss wohl eine kleine Fee an mich gedacht haben und hat die Schraube geöffnet. Der Rest ging dann wirklich schnell von der Hand und nach knapp 1.5 Stunden waren alle Beläge – vorne und hinten gewechselt.

Die sich anschliessende Probefahrt zeigte keine Besonderheiten, das hat wohl geklappt! Die Bremse hat einen eindeutigen Druckpunkt – lässt sich gut dosieren, fühlt sich ganz gut an. Mal sehen ob das Morgen immer noch der Fall ist, wenn ja sollte es sich damit für die nächsten 20.000 Kilometer mindestens erledigt haben.

Die Probefahrt führte durch das Dachauer Hinterland, nach FFB, dann weiter nach Inning, Gilching und zurück. In Summe rund 100 Kilometer, die wirklich Spaß gemacht haben! Schrauberaktion Nummer 1 beendet.

Spaß hat es mal wieder gemacht. Diesmal hatte ich jedoch eine Fee neben mir, die mir geholfen hat. Zumindest bei der einen Schraube – mindestens! Danke.

Ein Ölkühler für die Honda Dominator

Ein Ölkühler für die Dominator stand auf meiner Liste für das Jahr 2011. Diese Liste hatte ihren Ursprung in der Münchener Friesischen Teestube bei einer Tasse Tee und einem gepflegten Gespräch mit einer Freundin. Dort ging es um Großes und Kleines im Leben, Dinge, die einfach mal zu erledigen sind. Schönen Gruß,…

Die Honda Dominator hat einen luftgekühlten Einzylinder Motor mit 650 ccm. Sie verfügt über keinen zusätzlichen Ölkühler oder sonstige Kühlkreisläufe. Der Zylinder ist mit jeder Menge Rippen überzogen, die die Kühlung übernehmen sollen. Auf der Landstrasse bei wechselnden Lasten klappt das hervorragend. Auf der Autobahn und in der Stadt klappt das mal gar nicht. Öltemperaturen von 120°-130° Celsius sind schnell erreicht. Auf der Autobahn scheint die Last für die Domi einfach zu groß zu sein – schon bei 120 km/h klettert das Öl in diesen Temperaturbereich. In der Stadt fehlt vermutlich einfach der Fahrtwind in ausreichender Menge, um die Temperatur sinken zu lassen.

Viele Domi Fahrer verbauen daher verschiedenste Formen von Kühlern an ihren Domis, fertige Modelle sind selten. ABP Racing oder OFF-THE-ROAD bieten komplette Einbaukits an. Ich habe mich für das Modell von OTR entschieden und es von meiner Werkstatt des geringsten Misstrauens (Zweirad Michael) einbauen lassen. Saubere Arbeit, Jungs!

Der Kühler schaut wertig aus, da wackelt oder klappert nichts und das Konstrukt ist vertrauenserweckend. Zudem senkt er die Temperatur erheblich. Ich habe ein Thermometer in der Domi verbaut und im Gegensatz zu vorher, stelle ich deutlich entspanntere Temperaturen fest. Zwischen 10° – 20° Celsius Graden traue ich ihm zu. Auch bei längeren Stopp und Go Fahrten in der Stadt wurden zwar die 120° erreicht, jedoch nicht überschritten. Ein paar Meter freie Fahrt und schon war das Öl wieder auf 110° Celsius abgekühlt. Ich bin gespannt wie sich das im Sommer verhält. Auf der Autobahn hatte ich bislang noch nicht die Strecken zurückgelegt, um einen sinnvollen Wert anzugeben. Bislang habe ich dort ähnliche Temperatursenkungen bemerkt, 110° Celsius waren auf der Uhr.

Aufgrund des fehlenden Thermostaten innerhalb der Leitungen muss man jedoch nun eine längere Aufwärmphase in Kauf nehmen bevor mit Schwung Kabel zieht. Kein Problem – man muss ja auch nicht immer ausdrehen.

Fazit: Sinnvolle Investition – funktioniert!

Kartennavigation oder GPS mit OpenStreetMap

Kartenausschnitt der Generalkarte Deutschland
Kartenausschnitt der Generalkarte Deutschland

Der Minoura Space Grip ist ab. Warum? Er wurde einfach nicht mehr benötigt, da ich mit meinem GPS Gerät, einem Garmin HCx Legend und den Openstreetmap Karten einfach total unzufrieden war. Somit wurde er nicht mehr benötigt und konnte abgeschraubt werden.

 

Vielleicht lohnt ein kurzer Blick hinter die Kulissen. Ich hatte in einem Blogartikel berichtet, dass ich mir Openstreetmap Karten auf dem Motorrad näher ansehe. Auf meiner Domi Tour hoch zum Domi Treffen nach Stadtoldendorf war das Legend die ganze Zeit angeschaltet und führte mich dort hinauf. Mit der Routingqualität war ich damals begrenzt zufrieden, die Darstellung war vollkommen motorradfremd. Es war auf dem kleinen Display nicht auszumachen welche Strasse nun die wesentliche ist. Mal war der Detaillevel zu hoch, mal zu niedrig. Die Quantität der Informationen war schlicht falsch gewählt.

Einige Monate später, jetzt vor der grösseren Wochenendtour lud ich mir die neuen Karten der Geofabrik herunter (Süddeutschland) und übertrug sie auf mein Garmin. Bei meinem Ausflug fuhr ich ein kurzes Stück durch Österreich, dort verliess mich das Routing, klar – wer die falschen Informationen auf dem Gerät hat, darf sich nicht wundern. Dennoch, einen Fortschritt bei der Darstellung oder aber bei der Routingqualität konnte ich nicht feststellen. Ein Problem findet man beispielsweise bei fehlerhaften Routings bei Autobahnhilfsausfahrten für die Betriebsdienste. Diese werden als korrekte Wege eingetragen und werden im Routing voll berücksichtigt. Das „Abfahren“ kann so durchaus zu einer interessanten Sache werden. Ebenfalls fielen mir Fehler bei der Routingart auf. Forstwege wurden so zu Nebenstrassen, über sie fand ein Routing für Kraftfahrzeuge statt, die dort nicht fahren durften.

Mit meinem Bruder habe ich in einem Sommerurlaub mal solche Fehler korrigiert. Es war eine Sauarbeit und hat zumindest in einem Bereich zu einem korrekten Routing geführt. Siehe Infos im Openstreetmap Changes Log (#5493035). Bis OpenStreetMap tatsächlich vollständig den kommerziellen Anbietern den Rang ablaufen kann, wird es noch einige Zeit dauern.

Aufgrund der bisherigen Fehler und der grausigen Darstellung auf meinem Gerät habe ich mich daher entschlossen das GPS im Tankrucksack zu verstauen und im schlimmsten Falle mir dort Hilfe zu holen. Damit war der Spacegrip überflüssig und konnte abmontiert werden.

Die neue Liebe hingegen sieht anders aus und besteht aus einer alten Karte. Ich habe mir daher die Generalstabskarte in der Motorrad Ausgabe für meinen Bereich gekauft. Ich war von der ersten Sekunde von der Darstellung begeistert! Motorradstrecken, die zu einer Tour kombiniert wurden, sind mit dicken rosa Markierungen gekennzeichnet, interessante Motorradstrecken wurden mit Grün markiert. Dazu wurden interessante Orte gekennzeichnet und Aussichtspunkte hervorgehoben.

Auf einmal fand ich mich Abend für Abend am Küchentisch wieder. Es wurde die Karte studiert, mögliche Routen wurden in kleinen Roadbooks niedergeschrieben, Links aus dem Internet wurden speziell abgelegt. Kurzum – ein Mehrgewinn dank analoger Technik. Auf diese Karten möchte ich nicht mehr verzichten. Dennoch ist nicht überall Gold – die Karten dieser Ausgabe sind massiv veraltet. Mittlerweile sind sicherlich 5 – 7 Jahren über dieses Kartenwerk gegangen. Für rund 5 Euro stimmt der Preis dennoch. Die Karten sind speziell beschichtet, man kann prima mit einem weichen Bleistift auf ihnen malen, auch Faserschreiber hält gut und ist prima zu entfernen. Wasserdicht sollen sie obendrein sein, ich möchte es nicht ausprobieren. Dennoch – das bisschen Nässe im Tankrucksack sollten sie locker abkönnen. Verfahren habe ich mich mit diesen Karten nicht, zumindest nicht öfter als mit dem OpenStreetMap Routing.

Die Zeitschrift Motorrad bietet weitere Kartenedition an, so ein Ringordner mit Karten im freundlichen Tankrucksack Format. Hat jemand damit schon Erfahrungen gesammelt? Für mich ist jedenfalls das Thema Hand GPS und Motorradrouting durch und die analoge Karte hat ihren Siegeszug (mal wieder) angetreten. Irgendwie fühle ich mich mit Papierkarten einfach wohler – das war aber eigentlich schon immer so. Das Gehype rund um die Technik war vielleicht einfach auch nur zu sehr eingeredet – auch das muss man erkennen. Ich fühle mich (wieder) ein bisschen gereift.

Motorradsex – Ich mag es dreckig (Felgen)

Heute war mein freier Tag. Leider war er nicht vollkommen frei, es mussten Unterlagen zum Finanzamt, ein wenig Papierkram wartete und eigentlich wollte ich dann schön Mopped fahren. Das sollte irgendwie nichts werden und ich fand mich neben Claire, meiner munteren und quietschfidelen Honda NX 650 Dominator wieder. Mich treibt der Gedanken um einen automatischen Kettenöler zu verbauen und so suchte ich nach möglichen Stellen für den kleinen Öltank. Mehr dazu später.

Ich löste hier und da ein paar Schrauben, ölte sie schön ein und zog sie wieder fest. „Der freie Tag des Deutschen ist ja Anlaß genug sein Auto zu waschen“, mit diesem Vorsatz bewaffnete ich mich kurzerhand mit Reinigungszeug. Claire wurde nach und nach durchgecheckt, Bremsbeläge wurden kontrolliert, Kette gereinigt, gelüftet und gefettet. Der Innenraum wurde ausgesaugt und die Fensterscheiben wurden von innen gereinigt. Bildlich waren die Sätze davor gemeint, es wurden irgendwelche Blätter und Schmonzschlonzekelblätter aus den Schutzblechen entfernt und das Helmvisier wurde mal gut gereinigt. Irgendwie blieben meine Augen jedoch an den Felgen hängen. IGITT! Vor allem die hintere Felge sah durchaus grausig aus. Durch abgeflogenes Kettenfett war sie mit Dreckflecken beschmiert, Asphalt, Öl und Bitumen waren weitere Zutaten. Kurzum, es musste hier was geschehen.

Hier das Rezept wie man die Felgen ohne Aufwand wieder guthinbekommt. Man sprüht WD40 dick und statt auf einen Lappen und reibt einmal die Felge damit ein. Dann geht man zurück in die Wohnung und macht sich einen guten Espresso. Dazu verwende man nur die Alukannen für die Herdplatte, sonst geht es nicht. Nachdem man den Espresso genossen hat, vielleicht noch einen Riegel Schokolade verkostet hat, kann man nach unten gehen und mit einem sauberen Lappen einfach drüberwischen. Fertig. Sieht dann im Vorher und Nachher Vergleich so aus:

Review/Vorstellung Louis Liftstick

Der Louis Liftstick ist ein kleines, handliches Tool der Motorrad Zubehörkette Louis (Volksmund: Tante Louise). Er wird unter der Schwinge positioniert und hebt durch Auseinanderschrauben seiner Gewindestangen ein Motorrad so an, dass es über den Seitenständer und das Vorderrad gekippt wird. Klingt einfach – ist es auch.

Diese Methode wird gerne verwandt wenn beispielsweise die Kette gereinigt werden muss. Eine Person hält das Motorrad über Vorderrad und Ständer gekippt, die andere Person kann an der Kette arbeiten. Die Alternative und einfache Lösung ist die Ausstattung mit einem Hauptständer.

Für meine Honda Dominator ist so ein Hauptständer zu einem sinnvollen Preis nicht mehr zu bekommen und so suchte ich nach einem Heber für mein Motorrad, um eben solche Arbeiten wie das Reinigen der Kette auch alleine erledigen zu können. Der Heber sollte möglichst klein sein. Erstens mag ich nicht nur Zeug umeinanderstehen haben, zum anderen wollte ich ggf. auch etwas für eine längere Tour haben was man ganz einfach mitnehmen und dann im Basislager liegen lassen kann. Ich bin auf den Louis Liftstick gestoßen, ein Werkzeug welches dem Augenschein nach alles erfüllen kann. Günstig ist er auch noch. Auf dem folgenden, kurzen Video wird die Anwendung beschrieben und gezeigt.

Fakt ist: Es funktioniert sehr gut – besser als ich erwartet hätte. Die Honda NX 650 Dominator lässt sich einfach damit anheben. Problem – ich habe keinen Grund mehr mich vor dem Kettenrumschmieren zu drücken.

Einen kleinen Wermutstropfen hat das Werkzeug jedoch, dieser ist leicht zu beheben. Die Gewindegänge sind nicht geölt, da sollte man vor der ersten Anwendung Abhilfe schaffen. Das Zweite ist der äusserst billige Riemen, der zum Arretieren der Vorderradbremse benötigt wird. Ein kleiner, kurzer Spanngurt schafft mehr Vertrauen und hält sicherlich auch länger. Meiner Erfahrung nach steht die Domi am Besten wenn das Lenkradschloss ebenfalls eingerastet ist.

Bezug: Louis
Preis: ca. 30€

(Sorry, für den Ton – ich übe noch :) )

Minoura Space Grip – Platz am Lenker

Der heutige Tipp zum Freitag ist sicherlich nicht sensationell neu, dennoch sollte er allen Moppedfahrern helfen, die über ewige Platzprobleme am Lenker schimpfen. Das Problem als solches ist bekannt, der Lenker eines Motorrads bietet einfach viel zu wenig Platz für das Anbauen von GPS, Kartenhaltern, Handyhaltern, Kocherhaltern, Fernseher und sonstige Dinge, die wir im Alltag nicht missen möchten. Firma Touratech bietet beispielsweise hochpreisiges Zubehör wie GPS Halter für mein Garmin eTrex HCx an, nicht jedoch die passende Halterung, die die Halterung am Lenker fixiert. Dank einer sehr dünnen Lenkerquerstrebe entsteht auch ein echtes Problem, den hochpreisigen Halter sinnvoll zu befestigen. Ein passendes RAM Mount Kit kann das Problem zwar lösen, erzeugt jedoch weitere Kosten und das Haltekonstrukt kostet soviel wie das GPS Gerät selber.

Im Keller sollte sich noch ein Halter finden, Space Grip von der Firma Minoura. Mittels einer Schelle aus Stahlband kann an jeder Stelle, die auch nur halbwegs rund ist, dieses T-Stück befestigt werden. Der Kopf des T-Stücks lässt sich verschieben, in meinem Beispiel kann man das gut erkennen. Auf dem Space Grip habe ich dann meinen Fahrradhalter vom eTrex befestigt. Auf den Webseiten von Garmin wird ausdrücklich von der Verwendung des Fahrradhalters auf einem Motorrad abgeraten – eine Begründung fehlt jedoch. Vielleicht kommt die Begründung noch aus den Zeiten als die Batteriedeckel bzw. die Klemmen aus Kunststoff waren? Durch die Verwendung des Space Grips mit Gummiunterlagen wurden interessanterweise auch Vibrationen des Motors gedämpft. Das GPS ist gut abzulesen, bei Tag und Nacht und wird nun ausgiebig getestet. Sicherlich hätte ich auch gerne die teure Touratech Variante aber irgendwann muss einfach Ende sein. So geht es erstmal auch – auf dem Weg zum Honda Dominator Treffen nächste Woche in Stadtoldendorf werde ich zumindest die Vorzüge des GPS testen können.

Nebenbei dient die Handschlaufe des GPS als Sicherung falls der Fahrradhalter doch mal den Geist aufgeben sollte.

Anmerkungen: Den Artikel kann man in jedem Outdoor Shop erwerben. Beispielsweise bei Lauche und Maas oder Globetrotter.