2 Knoblauchzehen schälen

Ich bin der Chef! Pesto (nicht) nur für Treffen

Situation bekannt? Irgendwer trifft sich irgendwo zum Grillen, man soll auch kommen und soll etwas mitbringen. Solche langweiligen Dinge wie Fleisch und Würstchen hat jeder mit und keiner wird sich daran erinnern, dass der Typ mit der roten Honda VFR, der Name ist mir entfallen, Würstchen von der Tankstelle mitgebracht hat.

Nein, zumindest ich bin schon eine Spur älter, die Jungen werden schon ausreichend Würstchen von der Tankstelle mitbringen. Den Grill kann ich leider auch nicht mitbringen, da ich eine VFR fahre. Sorry, das schaut einfach doof aus – das müsst ihr doch bitte verstehen. Es ist ein Sporttourer und keine Goldwing.

Gut – irgendwas muss man aber nun doch mitbringen. Ultimativer Tip: Macht ein Pesto der besonderen Art. Jeder wird sich an euch erinnern, jeder wird euch danach einladen und schmecken tut es auch noch. Nebenbei werden die Mädels auf dem Treffen euch entweder blanko einladen oder sie werden euch in ein Gespräch über das Pesto verwickeln. Essen kann man das Pesto zu allem: Baguette oder Weißbrot, gegrilltem Fleisch, einfach nur so oder zu Nudeln.

Gebraucht werden folgende Dinge:

  • ein Mörser (die Dinger kosten ab 5 Euro aufwärts und halten ewig)
  • 20 g. Pinienkerne
  • 1-2 große Pflanzen Basilikum
  • 1-2 Teelöffel grobkörniges Salz
  • 2 Knoblauch Zehen
  • eine kleine Ecke Parmesan (40g.)
  • eine kleine Ecke Peccorino (10-20g)
  • 100 – 200ml Olivenöl
  • eventuell Sherry

Das Zeug lebt sehr von der Qualität der Zutaten! Der Basilikum schmeckt am besten von der lebenden Pflanze (nicht vom Bund), das Olivenöl sollte schon hochwertiger sein. Insbesondere vom Olivenöl lebt das Pesto, also sich an Andi (Werner) halten: Mit dem Öl nicht sparsam sein.

Los geht es! Die Pinienkerne werden in der Pfanne angeröstet. Aufpassen dass die Röstaromen nicht überhand nehmen und alles schwarz wird. Danach werden die zwei Knoblauchzehen von ihrer äusseren Schale befreit, in kleinere Stück geschnitten und mit den Pinienkernen und dem Salz in den Mörser geworfen. Während die dort faul rumliegen kann man schon den Basilikum waschen und die einzelnen Blätter mit Küchenpapier abtrocken. Wer zu faul zum Abtrocknen der einzelnen Blätter ist, kann jetzt einen Sherry trinken und lässt die Dinger einfach eine Stunde an der Luft trocknen.

Nun werden die Pinienkerne und der Knoblauch zerstossen. Da kommt ein brauner ganz feiner Brei heraus. Es sollten wirklich keine Stücke mehr zu erkennen sein, das sieht dann aus wie Auspuffdichtmasse. Anschliessend werden die Basilikumblätter in keine Stücke zerrupft und mit in den Mörser gegeben. Mit der Hand wird nun mit dem Stößel das Zeug zu einer Masse zerdrückt. Die Betonung heisst zerdrückt und gemahlen. Nicht zerstampfen! Wir machen hier keinen Wein, wir wollen Pesto machen. Teures Pesto erkennt man an dem Zustand und der Feinheit der Bestandteile. Kurzum, wir hören nicht eher auf zu zerdrehen, zerstampfen und mahlen bis man nicht mehr erkennen kann was da drin war. Das kann schon mal eine gute halbe Stunde dauern. Strengt euch an! Das beste und teuerste Gewürz des Pesto ist der Schweiss des Herstellers. Auf geht’s!

Wenn das Zeug zu einer homogenen Masse geworden ist, kommt der Käse in kleinen Würfeln hinzu und weiter geht es. Man kann jetzt auch durchaus wieder ein Glas Sherry trinken.  Voila, nachdem auch der Käse mit eingearbeitet wurde, wird das ganz mit Olivenöl aufgefüllt. Meine Bemessungsgrundlage ergibt sich wie folgt: die Masse ist leicht cremig und fällt von alleine locker von einem Löffel ab. Ab in ein kleines Glas damit und idealerweise einen Tag stehen lassen. Fertig!

Nun haben wir es – das Meisterpesto! Noch besser wird das Pesto wenn ihr einen kleinen Aufkleber draufpappt. „VFR Pesto“ heisst meins.
Die Frage ist dann immer: „Wer fährt denn die VFR?“
Antwort dazu ist: „Uli, der lange Kerl dort hinten. Warum?“
„Wegen des Pesto.“
„Ah!“

Nachsatz: Je grobkörniger das Salz ist, desto einfacher zermatscht alles. Wenn euch jemand kopieren sollten – werft beim nächsten Mal ein bisschen Ruccola (ohne Stiele!) dazu. Das ändert den Geschmack deutlich, es wird pikanter. Das ganze Pesto wird durch den Käse salzig, das Olivenöl gleicht das ein bisschen aus.

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