Ein Abend mit Dreck und Zweitaktern

Thomas Pages, portrait interview - Munich X-Fighters 2012
Thomas Pages im Interview

Ganz klar, bei diesem Abend handelt es sich um die Red Bull X-Fighters Challenge in München. Ich wurde freundlicherweise seitens Red Bull als Vertreter der Blogger eingeladen, die Vermischung der Zunft der Journalisten und der Blogger findet ja schon seit einiger Zeit statt. Honda hat als erste Firma zu einem mixed Event eingeladen, danach sollten weitere folgen: Metzeler oder auch Bosch.

Da man als Blogger nun wirklich mal herzlich wenig in ein bestehendes Format der Medien wie Hörfunk oder Fernsehen passt, kann man recht erfrischend so schreiben wie einem der Schnabel gewachsen ist. Ebenso ist man nicht gezwungen die wirklich allerbesten Fotos nach Hause mitzubringen sondern kann sich wunderschön um die Randbereiche einer solchen Veranstaltung kümmern. In der Vorbereitung auf diesen Abend hatte ich viele verschiedene Ideen bereits gesammelt: Ein Audio Beitrag (für die Atmo), ein Video, ein paar Fotos oder auch ein kreativer (wie immer) Schreibstil. Insbesondere bei den Fotos war ich mir nicht wirklich sicher wie ich es umsetzen wollte. Hochglanzbilder auf einem Motorradblog? Von den X-Fighters gibt es Hochglanzfotos wie Sand am Meer, wohin das Auge auch blickt: Coverfähige Fotos ohne Ende. Die Idee vervollständigte sich dann recht schnell: Holga Fotos sollten es werden. Die Blogger PistonPin und Ernie Troelf bestärkten mich dann auch schnell darin. Eine ziemlich komische Mischung sollte das werden, HighTech Fotografen und mittendrin eine Holga – dazu jedoch später mehr.

Anreise: Ganz klar mit dem Motorrad! Und dort kann es auch nur eine Art von Motorrad geben: Honda Dominator mit offenem Auspuff. Alle Macht den Enduros! Gut, meine Domi ist aber leise und braucht TÜV daher wurde es die VFR. Klamotten an und ab auf den Bock. Pünktlich ging es von zu Hause los, der V4 brummelte freundlich sein Lied von Leistung, Emotion und Gier. Wunderschön – eigentlich sollte man jedem VFR Fahrer jeden Fahrtag als Urlaubstag anrechnen. Dank des Motorrads war das Parken kein Problem, die Beschilderung zum Media Center war vorbildlich und die Akkreditierung bzw. Begrüßung war freundlich. Voll war es im Media Center – es wurde einem erklärt wo man fotografieren durfte, wo die verschiedenen Mediaareas waren. Also ersteinmal hinsetzen und twittern. Die Stimmung war entspannt – fast schon chillig. Irgendwie kenne ich andere Stimmungen aus den Media Centers. Anyway, 19.30 Uhr – es sollte losgehen, also hoch in den Block, Kamera bereit und dann begann das sehnsüchtige Warten…

Hier war auch ganz klar gleich zu erkennen: Hast du keine Kamera für 10.000 Euro bist du nichts (zumindest mal kein Fotograf). Fotografiert wird aber dennoch mit sonst allem was irgendwie ein Bild machen kann. Die Fotos mit der Holga waren relativ schnell im Kasten, dann knackte es und ein wesentliches Teil innendrin brach ab – Ende der Holga Bildserie. Immerhin, ein Film ist komplett im Kasten, entwickelt werden muss er noch. Die Canon G9 musste nun ran – damit sind auch alle Bilder, die hier gezeigt werden, gemacht worden.

Müüüüüüüüüüünchen, make some noooooooise!

Das Moderatorenteam eröffnete die Show und erläuterte den Wettkampfmodus. Am Anfang wurde ein Shootout von noch nicht gesetzten Fahrern ausgefahren. Ein paar Tricks bitte, keine Backflips – bewertet wurde nach einem Punktesystem. Die besten zwei kamen weiter. Highlight: Ein netter Fahrer aus Australien, Bilko Williams, trug ein Chelsea Trikot, der Nummer 11 (Drogba). 40.000 Pfiffe schallten auf den Fahrer herunter – da brauchte es auch kein „Müüüünchen, make some noise“ des Sprechers. Der nervte mit dem Müüüüünchen, make some noise derartig, dass ich es aufgenommen habe und fortan als Handy Klingelton vertreiben werde. Ohnehin war das Moderatoren Team mitunter nervig, anyway – laut brüllen XFIIIIIGHTERS – geht immer. Und wenn das Publikum mal einen Moment still war, tönte das Müüüüün….. und so weiter aus den Lautsprechern.

Die Qualifikation für die anstehenden Läufe war bald vorbei und es war an der Zeit sich ein Getränk zu holen. Mitunter war es zwischenzeitig etwas langatmig, durch die fehlenden Flips zog sich das etwas sodass die Konzentration bei mir etwas nachlies und mein Blick nach Links und rechts abschweifte. An einem Ort blieben die Blicke durchaus länger……genau: Brezen.

Als Motorradfahrer ist Alkohol am Steuer tabu!)

Willkommen in der Hauptstadt der Bayern. In den kleineren Unterbrechungen fuhren immer wieder kleinere Erdarbeitsgeräte durch das Stadion, die die diverse Rinnen zu schoben und alles für das große Finale vorbereiten sollten.

Go – die Finals standen an – große Show, alles war erlaubt, Flips in jeglichen Ausführungen und die Kameras neben mir klickerten sich heiss. Die Stimmung wurde besser und besser – das große Finale sollte sich nähern. In einer größeren Pause gab es Live Beschallung einer stadtbekannten Band. Am Montag sagte mir ein Freund wie die Band hiess, ich habe es vergessen. War mir auch egal – sie waren langweilig. Und wenn sie tausendmal bei der Wiesn (norddeutsch Oktoberfest) auftreten und dort der echte Brüller sind. Ich will bei den X-Fighters was aggressives hören: Arch Enemy wäre doch mal was passendes. Vielleicht bin ich einfach schon zu alt für sowas.

Radlader Ballet, ein kunstfahrender Chris Pfeiffer rundeten das Zwischenprogramm ab und dann sollten endlich die Finals beginnen. Damit kam die Stunde von Thomas Pages. Unglaublich was der Kerl auf dem Motorrad zeigte, jemand der wirklich das Stadion gerockt hat. Die Stimmung wurde von Fahrer zu Fahrer besser und mit der letzten Fahrt des Abends von Thomas Pages und seinem Flair zum Abschluss seines Turns stand das Olympiastadion. Wrestlemania Zuschauerszenen sind bestenfalls Kindergarten gegen München mit den X-Fighters. Da brauchte es auch kein „Müü..“ mehr.

Ganz, ganz großes Kino! Die abschliessende Pressekonferenz war ein bisschen enttäuschend für mich, es machte den Eindruck als hätte man dort Floskeln der Pressemappe wiederholt. Klar, medientechnisch wird alles vorgeschrieben, da muss die Aussage zur Pressemappe passen. Dennoch – ein Rumbrüllen, ein Let’s rock München oder mehr Emotionen hätten gut gepasst. Die Jungs rocken München, machen einen sympathischen Eindruck, sind vermutlich voller Adrenalin und sitzen wie die Kindergarten Kinder im Stuhlkreis zusammen. Es war dennoch eine besondere Stimmung – viel Applaus auf der Pressekonferenz. Das gab mir auch noch einmal die Möglichkeit ein paar Fotos zu machen und den Nachteil der G9 gegenüber einer Nikon D3S auszugleichen. Ich denke mit diesem Blogartikel sind auch die Freunde der Nichthochglanzfotos zufrieden gestellt.

Was bleibt (neben dem nervigen „Mmsn…“) – ein Abend voller Action und der Gewissheit, dass München doch mal aus sich herauskommen kann. Fantastische Sportler und der feste Wille sich eine KTM zu kaufen – weil sie in der Luft einfach am besten aussieht.

Thomas Pages - Pressekonferenz
Thomas Pages – Pressekonferenz

2 Gedanken zu „Ein Abend mit Dreck und Zweitaktern“

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