Einmal Altmühltal – Feuertanz Festival und zurück

Manche Dinge finden im Jahr nur einmal statt, bei diesem Ding war das auch so – das Feuertanz Festival 2012 findet (wie immer) in Abenberg auf der Burg statt. Was auch nur einmal stattfinden wird ist unsere Teilnahme…

Wie immer viel zu spät sollte es am Freitag abend losgehen. Das Festival begann schon am Freitag mittag, das liess sich aber seitens des Berufs nicht darstellen also sollte es am Freitag abend viel zu spät aus München losgehen. Die VFR war vollgepackt, jeder Person  aus dem Fahrer-Sozia Team stand ein Koffer zur freien Verfügung. Noch schnell Geld holen, tanken und ab auf die Bahn. Das Zimmer sollte bis zu einem Zeitpunkt freigehalten werden, danach sollte es freigegeben werden. Was tun – losfahren, Zeit nehmen und unter der Brücke schlafen oder direkt über die Autobahn in Richtung Abenberg aufmachen? Wir entschlossen uns für letzteres, liessen die Landstrasse links liegen und fuhren auf die Autobahn.

Hui, das zieht sich ja doch ganz schön. Die Strasse war frei, wir kuschelten uns auf den Tank und fuhren zügig in Richtung Ziel. Google Maps sagte irgendwas von einer Fahrtzeit und die lag verdammt nah an unserer Zimmer-Freigabe-Zeit. Also galt es die Dauer der Fahrtzeit durch Einstellen des Lautstärkereglers der verbleibenden Zeit anzupassen.

Schicke Sache so eine VFR. Auch bei angepassten Einstellungen des Lautstärkereglers zieht sie ruhig ihre Bahn, auch mit 2 Personen und 2 Koffern. Leute, wenn ihr noch einen soliden Tourer sucht, die VFR könnte eure Suche beenden. Zumindest meine (also die alte) mit Baujahr 99 vom Typ RC 46 / I. Es sollen noch spätere Modelle am Markt zu erwerben sein – die kenne ich nicht.

Punkt 22 Uhr kamen wir am Hotel an, warfen die Koffer aufs Zimmer und beschlossen irgendwo noch was zum Essen zu jagen. Auf das Festival wollten wir nicht mehr also kam der McDonalds mit brauchbarem Kaffee in Frage. Zahlreiche Füchse und Igel sowie Hasen tauchten immer wieder im Scheinwerferlicht auf. Es sollte auch schon klar sein: Die Gegend rund um Roth ist tolles Motorradland – tolle kleine Strassen und kleine Dörfer, tolle Kurven und kaum Verkehr – toll!

Am nächsten Morgen gab es ein ausgiebiges Frühstück und dann ab auf das Festival. Halt, vorher wollten wir noch eine Jeans für die Sozia erwerben, die ihre zu Hause vergessen hatte. Wir fuhren nach Roth und ärgerten uns über vollkommen schräges Einkaufszentrum – wenigstens die Hose konnten wir dort erwerben. Bei einem kurzen Bummel durch die Fussgängerzone von Roth fragten wir uns wer hier wohl wohnen würde. Es war tolles Wetter, es war gegen Mittag und keine Menschenseele war zu sehen. Roth präsentierte sich als Geisterstadt; ist das überall so in Mittelfranken?

Schluss nun – ab auf die Burg zum Feiern. Mit optimaler Ausstattung und Ersatzklamotten in den Koffern ging es aufs Festival. Die Burg ist toll! Entsprechende Fotos von der Holga folgen noch. Der Mittelaltermarkt war sehr marktähnlich, mit viel Essen und Kramläden, leider doch recht klein und ohne Handwerker (zumindest habe ich keinen als solchen wahrgenommen). Die Preise waren recht moderat, das Essen sah lecker aus, salopp formuliert: Grillbuden mit mittelalterlicher Benamung der Speisen. Als wir eintrafen spielte bereits die Band Vogelfrey, wir blieben für ein paar Lieder stehen und kreiselten dann durch die Burg. Ein netter Arbeitskollege der Sozia sammelte uns irgendwo ein und wir taten das was echte Ritter machen: Von Heldentaten erzählen, was trinken und faul in der Sonne rumsitzen. Das konnten wir wirklich gut!

Um 16.00 Uhr gönnten wir uns ein Ritteressen mit amtlicher Führung. In einem dunklen Kellergewölbe saßen ca. 30 Personen an langen Tischen und bekamen etwas zu essen. Zwischen den einzelnen Gängen gab es entweder einen Gaukler (Stil Mario Barth) oder eine Musikband. Das Essen war qualitativ ganz ok, der Met war sehr lecker, mit Rittern hatte es nichts zu tun. Würde ich es nochmal machen? Nein. Würde ich es weiterempfehlen? Nein. Gab es etwas tolles zu bemerken? Nein! Schluss jetzt! Positiv zu erwähnen war der Auftritt der Band. Die Formation Zackenflanke gab sich die Ehre und rockte das Gewölbe mit 3 Dudelsäcken und 3 Trommeln, ging gut ab. Leider habe ich bei Mittelaltermusik immer den Eindruck, dass ich nach 3 Liedern alle Kombinationsmöglichkeiten schon gehört habe. Also, Franz Schubert ist deutlich komplexer komponiert, war aber auch ein paar Jahrhunderte später. Vielleicht würde ich die Musik von später vorziehen. Aber Zackenflanke hat mir gut gefallen – also die 3 Lieder, bis zur Wiederholung.
Die Sozia merkt hier ihren bemerkenswerten Einsatz an und möchte diesen explizit erwähnt wissen. Sie rettete dem Trommler das Leben, respektive die Haare, die er sich an einem der Kerzenleuchter fast in Brand gesteckt hätte. Der junge Mann schaute recht freudig erregt als die Sozia auf ihn zustürmte und war ein wenig enttäuscht, dass sie ihn nur auf die Kerze hinwies. Irgendwie hatte man den Eindruck er hätte etwas anderes vermutet. Ich selber schielte bereits die ganze Zeit auf die Dudelsackspielmannfrau. Leider hatte sie keine Kerze in der Nähe ihrer tollen langen Haare und musste nicht gerettet werden. Schade eigentlich.
Ganz klar – die Formation sehen wir wieder! (für einen Eindruck: hier klicken)

Anschliessend tauchte so ein bisschen die Frage auf was wir nun tun würden, von der Burg hatten wir alles gesehen und wir beschlossen uns auf den Abend vorzubereiten, den Gothic Look anzulegen und fuhren kurz beim Hotel vorbei. Was für eine Wohltat – nach dem heissen Tag sich kurz abzuduschen, kurz die Augen zu schliessen und dann gen Festival zurückzukehren.

Pünktlich zu Mono Inc. waren wir dann wieder zurück. Die Band Mono Inc spielte sich vor einigen Jahren in einem Clubkonzert in München in unser Herz und seitdem folgen wir dieser Band. Wann immer es ein Konzert in der Nähe gibt – wir waren dort. Nicht immer wurden wir für unsere Anreise belohnt. Eigentlich nach dem Clubkonzert, wo wir sie das zweite Mal gesehen haben, gar nicht mehr. Ich will die Band nun nicht zerreissen aber in meinen Augen entwickelt sich Mono Inc nicht mehr sonderlich weiter. Sie werden perfekter aber mir fehlt die Entwicklung nach vorne. Ich habe hier mal ein kurzes Drum Solo mitgeschnipselt – live mit dem Tragtelefon eingefangen.

Jeder der hier eine wirklich tolle Stimmung spüren kann, sollte sich die Konzerte des Festivals besser auf YouTube ansehen. Der Sound war schlecht, eine einheitliche Soundsuppe, die den Burgvorplatz auffüllte und dann irgendwie durch die letzten Gänge hallte. Selten habe ich einen so schlechten Sound – ausser im Münchener Zenit – erlebt. Vielleicht habe ich zu wenig Alkohol intus gehabt, vielleicht war die Burg schuld, egal – der Sound war matschig, eine Suppe eben. @knuddellove twitterte an mich zurück: Mit einem Spritzer Zitronensaft bekommt man jede Suppe wieder hin. Stimmt – nach einem oder mehreren Caipirinhas wäre der Sound sicherlich deutlich besser gewesen.

Insgesamt machte Mono Inc doch den Eindruck, dass sie es nur runtergespielt haben. Kaum Interaktion mit dem Publikum, die Witze und Spässchen waren diesselben seit 2 Jahren und das kurze Solo von Martin und das Spielen mit dem Publikum zum „The passenger“ war halt auch schon bekannt. Hm, irgendwie wird Mono Inc für mich kein Grund mehr sein zu einem Festival zu fahren oder sie dringend in einem Konzert zu sehen. Man wird sehen ob das nächste Album daran was ändert. Einziges echtes Schmankerl waren Crowd surfende Kinder. Ziemlich cool – ich hätte meine Kinder da definitiv mit auf die Reise geschickt – sah echt gut aus.

Subway to Sally waren toll aber vermatscht und irgendwie fand ich auch keinen Draht mehr zur Musik. Das ist vielleicht schon zu lange her, dass ich Subway to Sally gut fand. Nach einigen Lieder machten wir uns auf und fuhren zurück ins Hotel.

Sonntag war Motorradtag. Hell yeah, Altmühltal und Motorrad passen einfach gut zusammen. Kreuz und quer ging es nach Hause zurück. Wann immer die Straße zu breit wurde, bogen wir ab auf die Seitenstrassen und schlängelten uns dahin. Die VFR machte einen Riesenspass! Links, rechts – schnell oder langsam, toll! Je nachdem wie man es haben möchte, kann man schneller und sportiver fahren oder es langsam dahingleiten lassen. Der Schaltaufwand findet lediglich zwischen zwei Gängen statt, der Rest wird vom Motor geschluckt – sensationell.

Irgendwann war es mit dem Hin- und Her dann vorbei, die B2 hatte uns gefangen und quasi mit Autobahn Feeling ging es nach Augsburg und dort über die A8 Richtung München weiter. Wenige Kilometer später wurde es uns zu langweilig auf der geraden Autobahn und es ging wieder auf die C-Strassen. Die Gegend rund um Fürstenfeldbruck ist wunderschön und sollte uns weitere Kurvenfreuden bescheren. Irgendwann, war es dann aber unvermeidlich und wir kamen einfach zu Hause an. Kaputt, verschwitzt und glücklich.

Nachsatz: Das Festival als solches war stimmungsvoll und es war ein tolles Wochenende. Finanziell gesehen war es relativ kostspielig und eine Teilnahme 2013 ist von meiner Seite erstmal nicht geplant. Wobei – wenn ASP kämen, vielleicht – die Motorrad Strecke da hoch kann defintiv noch deutlich länger werden, man könnte ein paar Tage vorher anreisen und einen kleinen Urlaub daraus machen.

Noch was unglaublich positives: Der Schinken, den es am Frühstücksbuffet gab, war unglaublich gut und wir mir noch viele Tage in Erinnerung bleiben!

2 Gedanken zu „Einmal Altmühltal – Feuertanz Festival und zurück“

  1. Hehe, fuer einen Moment dachte ich tatsaechlich dass Mono Inc. (kannte ich nicht) ein neues Nebenprojekt von Mono No Aware waere. Das haette mich dann doch ueberrascht… zum einen kann ich mir die nicht auf einer Burg vorstellen, zum anderen kann ich mir nicht vorstellen dass Du deren Konzerte besuchen wuerdest… ;-)

    Wieder was gelernt.

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