Sinn und Unsinn von Trinksystemen

Über den Sinn und Unsinn von Trinksystemen auf dem Motorrad lässt sich sicherlich prima streiten. Vermutlich sogar noch besser als über Kettenschmiersysteme. Allerdings habe ich den Verdacht, dass hier die Gefühle noch weiter auseinandergehen werden. Wer braucht den sowas? Was für ein Schwachsinn? Ich nehme doch nicht noch ein Klump mit! Man kann auch anhalten und was trinken.

Dies sind natürlich nur vorgestellte Reaktionen, ich könnte mir gut vorstellen, dass die Realität noch deutlicher ausfällt. Auf meinem Trip ins Salzkammergut hätte ich sowas gut brauchen können. Stauige Fahrt auf der Autobahn, die definitiv keine Alternative hat. Zumal ich von A nach B auf direktem und kürzestem Weg wollte und nicht schöne tolle Landschaft anschauen wollte. Bei Tempo 60 km/h zwischen den Auto durchschlängeln ist neben dem rechtlichen Aspekt auch nicht meins und so wurde ich über Stunden dahingeröstet. Ganz sanft, in meinen schwarzen Klamotten auf einem Motorrad, welches die Abwärme selber nicht los wurde und von unten mit rund 100° Grad nachheizte. Zu diesem Moment dachte ich mir: SCHÖN, wenn ich jetzt was trinken könnte.

Natürlich hatte ich was zu trinken dabei – während der Fahrt ging das aber nicht vernünftig und anhalten wollte ich nicht – es fuhr doch gerade einmal! Als ich irgendwann abends zurück gefahren bin, wurde es zwar merklich kühler aber der Akku von mir war auch definitiv leer – vollkommen. An einer Tankstelle nahm ich endlose Flüssigkeit zu mir und es begann mir besser zu gehen. Problem dabei: Der Körper kann das Wasser nicht „festhalten“ – einen großen Wasserverlust kann man also durch einmal Viel-Trinken nicht ausgleichen.

Auf einem Geländetraining mit der Honda Dominator ging es den Teilnehmern ähnlich. Die Crosshelme erlauben das Trinken aus Flaschen für Fahrrädern vorzugsweise mit Trinkhalm zum kräftigen Drücken. Für mich stand danach der Entschluss fest: Ein Trinksystem schaue ich mir an – gesagt getan! Genaue Details folgen, fest steht für mich aber: Auf längeren Touren, nie mehr ohne.

5 Gedanken zu „Sinn und Unsinn von Trinksystemen“

  1. Wenn ich „normal“ fahre habe ich auch immer „nur“ eine Flasche dabei.
    Bei Touren habe ich immer eine Blase im Tankrucksack. Es sind genau die von dir beschriebenen Situationen. Warm, man muss sich konzentrieren und trinkt einfach nichts.
    Mit dem Trinkding kann man immer mal schnell einen Schluck nehmen und bleibt fit und aufmerksam!
    Grad im Gelände will ich es nicht missen!

  2. Bei Endurotouren ist der Trinkrucksack für mich der beste Platz für das Gewicht und für die Erreichbarkeit. Sonst würd ich nie genug trinken. Bloß in Island war das doof – da war dann das Wasser immer so furchtbar kalt.
    Und wenn ich lange Touren vor habe und nicht oft halten will ist der Sack einfach am praktischsten. Auf der RS hatte ich immer 2 1,5l-Flaschen mit Trinkschlauch in der Verkleidung stehen.

  3. Mal ’ne dumme Frage: Was hilft einem das Trinksystem, wenn man viel trinkt in einer Situation, in der man vorgeblich nicht anhalten kann, um zu trinken – und dann muss man pissen? BTW: Wenn ich auf der AB so im Stau stehe, dass ich dehydriere, dann würde ich einfach auf dem Standstreifen anhalten und etwas trinken. Ist schließlich ein Notfall.

  4. Dumme Fragen gibt es nicht :) Es geht bei dem kontinuierlichen Trinken ja nicht um die Herausforderung wie man das wieder los wird :)

    Es geht vielmehr darum kontinuierlich Flüssigkeit zu zuführen, um das Dehydrieren zu vermeiden. Der Darm soll nach der „Lehre“ zirka 1 Liter Flüssigkeit pro Stunde aufnehmen können. Diese Angabe findet sich bei diversen Quellen im Sport Sektor (zu dem wir ggf. auch gehören) wieder. Interessanterweise ist diese Aufnahme aber nicht durch Trinken 1 Liters auf einmal zu erreichen, sondern eben durch kontinuierliches Zuführen von Flüssigkeit. Sonst läuft das Wasser einfach nur durch und man muss aufs Klo, hat aber nicht mehr Wasser aufgenommen.
    Bei entsprechend hohen Ausdauerleistungen verliert der Körper zwischen 2-3 Litern pro Stunde (ebenfalls aus dem Sportsektor), ich denke in die Nähe dieses Wertes kommen wir auf den Moppeds durchaus auch. Vor allem bei 30 Grad im Schatten in der Kombi bei langsamer Fahrt.

    Wir schaffen es also sehr wohl schon bei optimaler Bewässerung des Körpers mehr Wasser zu verlieren als wir zu uns nehmen zu können. Diese Beobachtung durfte ich bei Sportveranstaltungen schon machen: getrunken wie ein Kamel und dennoch Gewicht (Wasser) verloren.
    Also Trinken ist gut – bei heissen Temperaturen ist es jedoch hilfreich einen kontinuierlichen Wasserzufluss zu haben und das ermöglichen Trinksysteme einfacher als die einzelne Wasserflasche im Tankrucksack.

  5. Hab zwar noch keine, werd mir aber für nächste Saison eine Trinkblase holen. Bei längeren Strecken wenn man einfach nur von A nach B will und das möglichst schnell, trinkt man entweder beim Tanken was oder wenn man Durst hat. Da wird dann n Liter auf einmal getrunken von dem das meiste nich aufgenommen werden kann. Wenn man andauernd den Schlauch irgendwo hat denk man schätzungsweise auch öfters dran was zu Trinken.

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