Der Traunsee in seiner schönsten Form - Blick von Gmunden

Salzkammergut, hin und zurück

Einmal München – Salzkammergut und zurück. Ein einfaches Thema und doch mit soviel Spaß besetzt. Am Samstag ging es morgens früh los. Meine Mutter besuchte das schöne Salzkammergut und ich wollte sie besuchen. Was lag bei bestem Wetter näher als auf die Honda VFR zu steigen und auf einen Kaffee bei ihr vorbeizufahren?

Pünktlich ging es um kurz vor 9 nach einer großen Tasse Frühstück hier in München los. Der Weg sollte mich auf der Autobahn bis nach Österreich führen. Auch wenn das Autobahnfahren zu den weniger beliebten Dingen des Motorradfahrers gehört, lässt es sich auf der VFR ganz gut aushalten. Sie hat genügend PS und ist mehr als ausreichend motorisiert. Dank ihres hohen Gewichts, liegt sie ganz solide auf der Strasse und obendrein nimmt die Verkleidung den Schrecken des Wetters ein wenig. Also, ab auf die Bahn und mit gemütlichen 130 km/h nach Süden. Irgendwann in Holzkirchen traf ich dann auf eine Gruppe von anderen Motorradfahrern und zusammen zogen wir dann gemütlich bummelnd dahin. Die Gruppe fuhr in Freilassing ihre eigenen Wege, ich hatte ein Pickerl (neudeutsch: Vignette) und fuhr die verbleibenden Kilometer noch auf der Autobahn.

Dann hieß es für mich aber auch bald runter von der Autobahn und willkommen im unglaublichen Salzkammergut. Jenes zeigte sich von der allerbesten Seite: Sonne, tiefblauer Himmel und vollkommen klare Luft. Die Straßen nach Bad Ischl sind perfekt ausgebaut und die VFR zieht ihre Bahn. Kurve links, rechts, rechts, geradeaus – es gleitet dahin. Unglaublich schön. Nach einer weiteren Stunde Fahrt war ich dann am Zielort – glücklich, ein bisschen verschwitzt und in einer Vorfreude, dass es irgendwann zurückgehen würde.

Den Tag haben wir im Salzkammergut verchillt und sind ein wenig mit der Dose (allerdings oben offen) durch die Gegend gefahren. Gmunden, am Traunsee, war das Ziel zum Mittagessen. Direkt an der Esplanade haben wir ein leckeres Essen bekommen, serviert vor grandioser Kulisse. Der Traunsee ist schön, tiefblau, beinahe kitschig und strahlt Dynamik aus. Im Gegensatz dazu stehen im Hintergrund die Berge, ebenfalls tiefblau und geben dem ganzen Ruhe. Alles blau in blau – ja, einmalig schön. Den Kaffee zum Essen gab es in Bad Ischl. Eine Stadt, die in jeder Jahreszeit etwas zu bieten hat. Ischl bietet Kaiserzeit, wunderschöne Cafes und kann mit dem Zauner Verführung pur bieten. Geniessen, chillen und einen Eiskaffee schlürfen…

Gegen Abend sollte es nach Deutschland gehen. Die ersten Kilometer durch das Salzkammergut in friedlicher Abendstimmung waren die Fortsetzung des Chillens, wenn….. wenn da nicht diese schwarzen Wände gewesen wären. Die Sonne stand derart tief, dass man über große Strecken direkt in sie hineinblickte und kaum etwas sehen konnte. Als Ausgleich dazu kamen dann lange Schattenpassagen, die einem vom gleissenden Licht in eine schwarze Wand fahren liessen. Als Motorradfahrer: unheimlich. Ich suchte mir eine vernünftig fahrende Dose, hielt ausreichend großen Abstand und hängte mich hintendran. So liess sich wenigstens ein guter Teil der Ruhe bewahren, den „Wandsucher“ konnte ich damit wem anders überlassen.
Note to myself: der nächste Helm bekommt ein Sonnenvisier, herunterklappbar.

Irgendwann hatte mich dann die Autobahn wieder. In langen Schlangen ging es mit 100.000 anderen Menschen in Richtung München zurück. Nicht schön, vermutlich nicht vermeidbar. Ein kurzer Stopp am Chiemsee brachte ein bisschen Erholung für die gestressten Hände. Wer mit der VFR nicht über 80 km/h fahren kann, muss eben das Gewicht des Oberkörpers mit den Händen an den Stummellenkern halten. Dummerweise funktionieren auch die Kühler erst ab 80 km/h vernünftig. Vorher wird sie einfach nur wärmer und wärmer bis der Lüfter einsetzt. Das ist zwar nicht weiter schlimm, sorgt aber dafür, dass auch dem Fahrer nicht wirklich kalt werden kann. Unglücklicherweise gibt es dafür keinen Regler wie bei der Griffheizung.

Nach vielen Staukilometern näherte sich die Abfahrt Holzkirchen. Dort war mein Akku dann wirklich leer – raus! Kaffee trinken, Wasser hinterher und etwas essen. Bei heissen Temperaturen mit dem Motorrad längere Strecken zu fahren ist eine komplett andere Liga als mit dem Auto zu fahren wenn es nur ein bisschen „warm“ ist. Mit teilgefülltem Akku ging es dann auf die letzten 50 Kilometer. Spätestens mit der letzten Abzweigung waren dann die letzten Autos verschwunden. Gaaaas!
Note to myself: Kaufe dir mal eine anständige Lederkombi!
Wunsch: Arlen Ness Multiplex.

Auch wenn die Rukka Textilkombi gut sitzt und klimatechnisch wirklich toll ist – bei höheren Geschwindigkeiten, die die VFR im Gegensatz zur Honda Dominator bieten kann, flattert sie ein wenig. Nicht schön – da würde sich Leder besser anfühlen.

Deutlich später am Abend als geplant aber vollkommen glücklich kam ich dann zu Hause an. Das Motorrad tickerte zufrieden vor sich hin und blinzelte mir zum Abschied zu.

Guten Abend, Kleines – bis zum nächsten Mal!

Anmerkungen:

Das Salzkammergut ist irgendwie schon seit Ewigkeiten Teil meines Lebens. Diverse Urlaube habe ich dort verbracht – im Sommer wie im Winter. Einen Blogpost über einen der Urlaube findet ihr hier: Vier Tage Urlaub im Salzkammergut.
(Ein bisschen Werbung in eigener Sache ist vielleicht erlaubt: Wohnen kann man hier)

Ein Gedanke zu „Salzkammergut, hin und zurück“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.