Einfach mal loslassen und neue Wege suchen

Route von München nach Percha - beschaulich und grün statt Autobahn
Route von München nach Percha

Manchmal schenkt einem das Leben Glücksmomente, die vorher nicht abzusehen waren. Oft geht es mir so beim Motorradfahren – in den Momenten wo ich eigentlich etwas vorhabe, es anders kommt und es unvorhergesehen viel positiver wird als…

…als es geplant war. Heute war einer der sonnigen Tage, die in diesem Sommer schon ein paarmal vorhanden waren aber eigentlich viel zu selten vorkommen. Wir (die Sozia und ich) hatten kinderfrei und wollten raus. Die Sozia hatte einen durchaus abwechslungsreichen und stressigen Tag hinter sich, bei mir war es der erste Tag nach dem Urlaub. Kurzum – wir wollten ein wenig die Ruhe geniessen und ein wenig Zeit miteinander verbringen. Wir trafen uns zu Hause, schnell noch etwas essen und dann sollte es an den Starnberger See gehen. Es sollte in Percha unsere übliche Badestelle werden, raus aus den Klamotten, rein ins Wasser und ein paar Runden schwimmen. Von unserer Haustür sind es ein paar Abzweigungen, dann sind wir auf der Autobahn und dank VFR auch 10 Minuten später in Percha am See. Das Motorrad findet überall einen Parkplatz – also gleich vorfahren bis auf den Logenplatz und rein ins Wasser.

Ganz so einfach sollte das aber heute nicht werden. Dort wo wir immer rechts in Richtung Autobahn abbiegen war alles gesperrt – kein Durchkommen möglich, die Strasse wurde neugeteert. Dann halt weiter geradeaus, es wird schon irgendwo in Richtung Starnberger See gehen. Die Straße wurde kleiner und enger und dann befanden wir uns auf einer kleinen, kurvigen Strecke neben der Autobahn wieder. 60 km/h waren erlaubt, der Tacho zeigte vereinzelt Abweichungen im Messtoleranzbereich, es floss dahin. Kurve links, ein bisschen den Po verschieben, Kurve rechts, stärker rechts, Scheitelpunkt, Gas – die VFR zieht aus der Kurve heraus, schnurrt bei knapp unter 7000 Umdrehungen noch ganz friedlich vor sich hin. Ein bisschen mehr gedreht, die VFR faucht, die nächste Kurve kommte, *klack* – einen runter, rein in die Kurve….2…*drehen*…*klack*…3

Die Sozia geht mit, lehnt sich von hinten sanft an mich und wir kommen nach schönen Kurven vollkommen tiefenentspannt in Percha an. Unserer Parkplatz ist auch frei und wir gehen lächelnd, glücklich zum See hinunter. Das Schwimmen fiel für die Sozia aus (sie war aber eisern bis zum Bauch im Wasser!), ich schwamm ein paar Meter durch den See und zusammen schauten wir wie sich die Nacht über Starnberg ausbreitete. Der Rückweg ging auch wieder über die kleine Straße zurück nach München. Unschön – der Fernlichtschalter tut nicht das was er soll, nach dem Fernlicht schaltet er nicht korrekt zurück und es wird schlagartig dunkel. Nach 1-3 Sekunden kommt dann das Abblendlicht zurück. Gott sei Dank probierte ich das vorher auf dem Parkplatz im Stehen aus…..

Da muss ich wohl beim nächsten Schrauben mal beigehen (TM). Die VFR steht nun wieder in ihrem Unterstand, tickert friedlich vor sich hin. Sozia und Fahrer sind entspannt und glücklich – wenn mich jemand jetzt fragt warum ich motorradfahre, werde ich auf diesen Abend verweisen.
Die kleine Straße neben der Autobahn hatte ich schon oft gesehen, es war jedoch immer zu hektisch sie zu suchen, Hauptsache schnell zum See. Einfach mal loslassen, sich auf neue Wege einlassen, sie suchen und nicht festhalten.

Den GPS Track gibt es natürlich auch – nachgefahren auf dem gpswandern Routenplaner – es kann sein, dass die tatsächliche Route vielleicht ein bisschen abweicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.