Etikett Größe 54 einer Rukka Jacke

Motorradfahrer sind klein und dick!

Etikett Größe 54 einer Rukka JackeMotorradfahrer müssen kleine und dicke Menschen sein. Diese Behauptung mag sehr gewagt klingen, ich bin jedoch gerne bereit sie zu verteidigen. Ich bin 1.92m groß und gehöre, zumindest nach meiner Empfindung, zu den eher größeren Menschen der Gesellschaft. Mit meinen ~85 kg Körpergewicht bin ich im BMI Bereich gerade noch bei „passend“ auf der Grenze zum Übergewicht. Bei näherem Licht betrachtet bin ich scheinbar ganz normal, das spiegelt sich auch in meinen Gefühlen wider: ich fühle mich vom Körper her relativ normal.

Dieses Gefühl passt überall, nur nicht auf dem Motorrad. Motorrad für die vermeintlich großen Menschen baut nur KTM, alle anderen Motorräder erfordern Umbaumaßnahmen. Meine Honda VFR 800 fährt mit verstellbaren Rasten, die Dominator mit leicht geänderter Lenkerstellung. Soweit so gut, das Thema Motorrad im Sinne des Fahrzeuges kann man damit vielleicht abhaken – wie schaut es jedoch mit der Kleidung aus?

Aus den kommenden Tatsachen enstand meine Behauptung. Ich trage derzeit einen kompletten Satz Rukka Kleidung. Ich empfinde die Kleidung als preislich angemessen, sie ist ausserordentlich bequem, sehr funktional und gut ausschauen schaut sie auch. Die Größe der Jacke und der Hose ist jeweils die Konfektionsgröße 54. Damit bekomme ich oben genug Platz in der Hose am Bund, die Jacke verträgt die daruntersitzende Schildkröte gut und drückt nicht. Sowohl die Arme der Jacke als auch die Beine der Hose sind ausreichend lang. Die Welt ist ganz einfach.

Aus persönlichen Gründen träume ich jedoch von einer Lederkombi – zweiteilig. Am Samstag wagte ich dann das Experiment, schlich in den Louis und probierte wild verschiedenste Jacken an. Das Ergebnis war ernüchternd und die Verkäuferin fasste es mit den Worten zusammen: Schaut aus wie vom kleinen Bruder geklaut.

Von allen erdenklichen Kombi Modellen von Louis passte keine einzige Jacke, auch die vermeintliche Übergröße war satte 2-3 Zentimeter an den Armen zu kurz. Na danke. In der Konfektionsgröße konnte ich annähernd beliebig nach oben gehen – bis 58 habe ich probiert. Das Resultat war einfach ernüchternd: Kilos sind kein Problem, Zentimeter schon. Damit entschwand mein Traum der zweiteiligen Kombi schneller als er sich im Laufe der Zeit bilden konnte.

Da ich schon gerade dort war, probierte ich noch eine der Motorradjeans Modelle aus. In den Kundenkritiken hatte ich bereits viel Stöhnen gelesen: Einheitsgröße (in der Länge)! Auf dem Etikett der Hose lachte eine 36. Ich lachte auch, zog die Hose an und die Verkäuferin konnte auch wieder lächeln. Passt perfekt – kein bisschen zu lang, prima!

Liebe Motorrad Bekleidungshersteller,

ich bin ja gerne bereit eure hochpreisigen Schutzbekleidungen zu kaufen aber gebt mir bitte eine Chance dazu. Produziert nicht nur Bekleidung für Menschen, die 58 in der Breite brauchen aber nur 50 in der Arm/Beinlänge. Wenn ihr die „Frechheit“ besitzt eine Einheitsgröße 36 in der Länge anzubieten, denkt doch bitte einmal an die Arme, ja?

Freundlichst

U.

Was nun? Schwabenleder Kombis kosten richtig Geld – soviel wollte ich vielleicht doch noch nicht ausgeben, oder doch? Hat jemand einen Alternativvorschlag oder kann ggf. einen Hersteller empfehlen?

P.S.: Die Rasten der VFR sind nach hinten verstellt – für die größeren Füße…

6 Gedanken zu „Motorradfahrer sind klein und dick!“

  1. Schau dich mal bei Händlern um die nicht nur Hausmarken vertreiben. Ich bin damals zu Stadler gegangen und hab eine Dainese Kombi gekauft, die gabs dort auch in meiner „untersetzten“ Größe. Bin ich bin halt eher klein und stämmig, aber nicht dick! ;)

  2. Ich sag’s mal so: Eine Schwabenleder Kombi ist vielleicht teuer, aber auf lange Sicht retiert sich das dann doch, weil die Qualität eben auch richtig gut ist. Die sind ja nicht ohne Grund im Geschäft.

    Und ansonsten ist der Tipp vom VauZweiRad goldrichtig. Louis ist zwar nicht schlecht, aber hat eher eine Produktpalette für’s Breitenpublikum.

  3. Ganz klar :) – ist ja auch angenehm um die Ecke und daher gut zu erreichen für mich. Mit Schwabenleder freunde ich mich so langsam an, es gibt da auch weniger bunte Kombis. Ich will mal sehen.

    Irgendjemand Erfahrungen mit Alne, Arlen Ness oder Alpinestars?

    1. Alne bitet dir auch maßgefertigte Lederkombis an. Natürlich muss so ein Service auch entsprechend bezahlt werden. Du kommst hier locker in den vierstelligen (rechne mal mit ca. 1100-1800 Euronen Einstiegspreis, je nach Lederwünschen) Bereich, auch schon für einfachere Modelle. Die Extras (z.B. ordentliche Stretcheinsätze) kosten dann noch extra.

      Btw:
      Du bekommst das Teil dann maßangefertigt, musst dich aber auch selbst ausmessen (lassen). Wenn dann was verrutscht, hast du Pech gehabt und musst für teures Geld Änderungen vornehmen lassen.

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