Gedanken zur Führerscheinneuregelung

Voila – der Lappen liegt nun auf dem Tisch. Lappen ist vielleicht der falsche Ausdruck für die neue Plastikkarte mit der ich als Nichtraucher noch einfacher als bisher Zigaretten an Automaten erwerben kann. Alles hat seine Vorteile. Die Freude ist gross, Claire (Red: Name des neuen Motorrads) wartet darauf die richtige Kennzeichentafel zu erhalten, alles ist gut.

Zeitgleich wird im Bundestag über eine Neuregelung der Führerscheine für Motorrad gesprochen, debattiert und kontrovers diskutiert. Ein erneutes Zitieren der Regelungen und der Vorschläge wird dieses Blog nur sinnfrei mit Inhalt vollpappen – wer möchte kann diese Regelungen hier nachlesen: Link.

Von meiner Seite nur ein paar Gedanken zu einigen von den Forderungen.

  • Personen, die länger als 15 Jahre einen Führerschein der Klasse B besitzen, müssen für den Führerschein A1 nur noch eine spezifische theoretische Prüfung ablegen sowie nach einer praktischen Ausbildung am Motorrad eine praktische Prüfung absolvieren.
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Ich gehörte zu dieser Gruppe von Menschen. Interessant ist die Frage was sich hier eigentlich ändert im Gegensatz zum bisherigen. Die Antwort ist einfach: die Grundaufgaben entfallen, sprich die „normalen“ Regeln im Strassenverkehr werden nicht mehr geprüft. Gerade die sollte doch jeder im Schlaf beherrschen, oder?

Hand auf Herz – derjenige, der wie ich nach 20 Jahren mal wieder einen Führerschein macht, wird verdammt viel neues hören. Hier ein kleines Beispiel:

Ein Linienbus oder ein Bus mit Schulkindern, der mit eingeschalteter Warnblinkanlage an eine Haltestelle heranfährt, hat sofort ein Überholverbot zur Folge, nach seinem Anhalten darf er anschliessend in Schrittgeschwindigkeit überholt werden – beides gilt auch für die Gegenfahrbahn sofern diese nicht baulich abgetrennt ist.

Mal kurz nachgedacht und zu dem Schluß gekommen, dass dieses Verhalten also das nicht Überholen und vor allem die Sache mit der Gegenfahrbahn nie im Alltag zu finden ist. Eventuell wird ein wenig gebremst wenn der Bus auf der eigenen Seite ist aber Schrittgeschwindigkeit? Wer denkt daran schon im Gegenverkehr? Auch recht delikat an der Überlegung und ein kleineres, weiteres Beispiel: Wenn der Bus in eine Bucht fährt, die an einer Haltstelle gelegen ist, gilt diese Regel dann auch?

Antwort: Ja, uneingeschränkt, da diese Bucht auch zur Fahrbahn gehört und damit Teil des Verkehrsraums ist. Man könnte ja dort halten, um jemanden einsteigen zu lassen.

Wenn du obige Sachverhalte schon kanntest, herzlichen Glückwunsch. Damit hast du zumindest den Hauch einer Chance in einer Theorieprüfung mit Grundlagen. Von anderen Dingen wie Abständen beim Halten/Parken möchte ich an dieser Stelle nicht beginnen.

Ich halte es daher für hilfreich das angestaubte Fahrschulwissen mal wieder aufzufrischen und den Staub herunterzupusten. Insgesamt werden mit dem Passus oben dem A1-B Umsteiger (also Auto auf Motorrad 125ccm) 6 Stunden Theorie erspart. Das sind 6 Termine, die für gewöhnlich am Abend stattfinden. Meine Fahrschule bot 2 Termine pro Woche an und in 3 Wochen ist der Kram vom Tisch.

Schmankerl: Der spezifische Teil der Motorrad Ausbildung ist dennoch auch in der Theorie erforderlich. Das sind 4 Stunden. In Summe 10 Stunden, die meiner Meinung nach gut angelegt sind. Wenn ich mir den heutigen Straßenverkehr ansehe, die Geschwindigkeiten, die von 300PS starken Autofahrern (Stichwort SUV) unbedingt erreicht werden müssen, dann halte ich eine Auffrischung des Wissens turnusmässig für sehr hilfreich.

Von dem Punkt: Erste Hilfe am Unfallort mag ich hier nun gar nicht sprechen.

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